Chemin de navigation

Left navigation

Additional tools

Digitale Agenda: Mehr als die Hälfte der EU-Internetnutzer surft in einer Fremdsprache

Commission Européenne - IP/11/556   11/05/2011

Autres langues disponibles: FR EN DA ES NL IT SV PT FI EL CS ET HU LT LV MT PL SK SL BG RO

IP/11/556

Brüssel, den 11. Mai 2011

Digitale Agenda: Mehr als die Hälfte der EU-Internetnutzer surft in einer Fremdsprache

Einer heute veröffentlichten europaweiten Eurobarometer-Umfrage zufolge bevorzugen zwar 90 % der Internetnutzer in der EU Websites in ihrer Muttersprache, 55 % benutzen aber online zumindest auch gelegentlich eine Fremdsprache. Dagegen sind 44 % der europäischen Internetnutzer davon überzeugt, dass ihnen interessante Informationen entgehen, weil Webseiten nicht in einer Sprache angeboten werden, die sie verstehen. Lediglich 18 % der Nutzer kaufen online Produkte in einer fremden Sprache. Diese Ergebnisse verdeutlichen, dass Investitionen in Online-Übersetzungsmaschinen notwendig sind, damit die Internetnutzer in der EU nicht wegen mangelnder Sprachkenntnisse von online angebotenen Informationen oder Produkten ausgeschlossen werden. Die Europäische Kommission verwaltet gegenwärtig 30 unterschiedliche Forschungsprojekte, die sich mit Schnittstellen für Sprache und digitale Inhalte befassen. Diese werden mit EU-Geldern in Höhe von 67 Mio. EUR gefördert. Weitere 50 Mio. EUR stehen für neue Projekte bereit, die dieses Jahr eingereicht werden. Eines der Ziele der Digitalen Agenda für Europa besteht darin, Webinhalte für jedermann leichter zugänglich zu machen (siehe IP/10/581, MEMO/10/199 und MEMO/10/200).

Neelie Kroes, die für die Digitale Agenda zuständige Vizepräsidentin der Kommission, erklärte hierzu: „Wenn wir es ernst damit meinen, allen Europäern das digitale Leben zu erleichtern, müssen wir dafür sorgen, dass sie auch alle gewünschten Webinhalte verstehen. Deshalb entwickeln wir neue Technologien für diejenigen, die keine Fremdsprache verstehen.“

Die Erhebung zeigt, dass zwar eine gewaltige Menge an hochwertigen Online-Inhalten vorhanden ist, diese aber je nach Sprachkenntnissen nicht allen Menschen gleichermaßen zugute kommen. Im Durchschnitt liest jeder zweite Internetnutzer in den 23 EU-Mitgliedstaaten online in einer Fremdsprache. Diese Zahl verdeckt jedoch riesige Unterschiede zwischen den 90–93 % der Griechen, Slowenen, Luxemburger, Malteser und Zyprer, die nach eigenen Angaben online Fremdsprachen verwenden, und den lediglich 9 % der Briten, 11 % der Iren, 23 % der Tschechen und 25 % der Italiener, die dies von sich sagen.

Englisch als Lingua franca des Internet

Die Erhebung bestätigt Englisch als die am meisten verwendete Fremdsprache beim Lesen und Anschauen von Inhalten im Internet: Fast die Hälfte der Internetnutzer in der EU (48 %) verwendet Englisch zumindest „gelegentlich“, während 4–6 % der Nutzer auf Spanisch, Deutsch und Französisch zurückgreifen. Aber auch hier gibt es große Unterschiede zwischen den Mitgliedstaaten: 90 % der Nutzer in Zypern, 97 % in Malta sowie 85 % in Griechenland und Schweden weichen auf englische Webseiten aus, wenn die Informationen nicht in der eigenen Sprache vorhanden sind. Dies gilt aber nur für 35 % der Italiener, 45 % der Letten, 47 % der Rumänen und 50 % der Franzosen. Die Luxemburger bevorzugen dagegen Französisch (67 %) und Deutsch (63 %) gegenüber dem Englischen (55 %). Im Vereinigten Königreich und in Irland, wo überhaupt nur wenige Internetnutzer angeben, eine andere Sprache zu verwenden, werden fremdsprachige Internetinhalte am meisten auf Französisch gelesen bzw. angeschaut (9 % und 7 %).

Gründe für den Sprachwechsel

Die meisten Menschen benutzen eine Fremdsprache, wenn sie nach Informationen suchen (81 %). Doch 62 % kommunizieren online auch in ihren sozialen Beziehungen in einer Fremdsprache, beispielsweise mit Freunden oder aus beruflichen Gründen (52 %).

44 % der Umfrageteilnehmer sind davon überzeugt, dass ihnen wichtige Informationen entgehen, weil Webseiten in einer Sprache angeboten werden, die sie nicht verstehen. Dies gilt insbesondere für 60 % der Griechen, 58 % der Spanier und 56 % der Portugiesen.

Online-Einkauf

Der Online-Einkauf ist ein Bereich, in dem die Nutzer lieber ihre Muttersprache verwenden. Nur 18 % der Internetznutzer in der EU kaufen online häufiger oder immer in einer Fremdsprache ein, wogegen 42 % angeben, dass sie niemals in einer anderen Sprache als ihrer eigenen einkaufen. Beim Online-Einkauf benutzen mehr Männer (61 %) eine Fremdsprache als Frauen (51 %).

Förderung einer größeren Vielfalt und Offenheit

Zwar sind fast 9 von 10 Umfrageteilnehmern (88 %) der Ansicht, dass alle in ihrem Land erstellten Websites in ihrer Landes- oder Amtssprache vorhanden sein sollten, etwa 8 von 10 Befragten (81 %) meinen aber, dass solche Websites außerdem auch in anderen Sprachversionen angeboten werden sollten.

Forschung und Entwicklung

Die Kommission verwaltet gegenwärtig 30 Forschungs- und Innovationsprojekte zur Förderung von Sprachtechnologien, die Internetnutzern helfen können, sich Informationen in anderen Sprachen zu erschließen. So wird beispielsweise im Rahmen des Projekts iTRANSLATE4 das erste Internetportal entwickelt, das kostenlose Online-Übersetzungen in mehr als 50 Sprachen Europas und der Welt anbietet und gleichzeitig den Nutzern ermöglicht, verschiedene Übersetzungsergebnisse der gebräuchlichsten Internetwerkzeuge (z. B. Google, Bing, Systran, Trident, Linguatec) miteinander zu vergleichen. Die EU fördert dieses Projekt mit 2 Mio. EUR.

Für weitere Fortschritte in den Sprachtechnologien sind jedoch eine breite Zusammenarbeit und ein fortlaufender Dialog zwischen Industrie, Forschung, öffentlichem Sektor und den Bürgern erforderlich. Das Projekt META-NET, das von der EU mit 6 Mio. EUR bezuschusst wird, dient der Schaffung einer Technologieallianz (mit derzeit schon über 200 Mitgliedern) für ein mehrsprachiges Europa.

Hintergrund

Diese erste Eurobarometer-Erhebung zum Thema „Online-Sprachpräferenzen der Nutzer“ wurde im Januar 2011 durchgeführt. Daran nahmen in jedem Mitgliedstaat 500 Internetnutzer teil, so dass insgesamt 13 500 Personen befragt wurden.

Sprachtechnologien kommen in einer breiten Palette von Anwendungen zum Einsatz, z. B. bei der maschinellen Übersetzung, in verschiedenen Arten von Dialogsystemen, hochentwickelten Websuchmaschinen oder Systemen für die automatische Informationsabfrage und Zusammenfassung. Sie haben das Potenzial, Online-Inhalte für jedermann zugänglich und nutzbar zu machen, durch Effizienzsteigerungen in bestimmten Arbeitsabläufen Kosten für die Unternehmen zu senken und zum Entstehen eines europäischen digitalen Marktes beizutragen.

Eurobarometer „User language preferences online“ (Online-Sprachpräferenzen der Nutzer):

http://ec.europa.eu/public_opinion/flash/fl_313_en.pdf

Sprachbezogene Forschungsprojekte:

http://ec.europa.eu/public_opinion/index_en.htm

http://cordis.europa.eu/fp7/ict/language-technologies/home_en.html

Website zur Digitalen Agenda:

http://ec.europa.eu/information_society/digital-agenda/index_en.htm

Website von Neelie Kroes: http://ec.europa.eu/commission_2010-2014/kroes/

Vizepräsidentin Neelie Kroes auf Twitter: http://twitter.com/neeliekroeseu


Side Bar

Mon compte

Gérez vos recherches et notifications par email


Aidez-nous à améliorer ce site