Navigation path

Left navigation

Additional tools

Other available languages: EN FR DA

IP/11/544

Brüssel, 6. Mai 2011

EU-Globalisierungsfonds: 20,4 Mio. EUR für entlassene Arbeitskräfte in Dänemark

Die Europäische Kommission hat heute zwei Anträge Dänemarks auf einen Finanzbeitrag von 20 429 316 EUR aus dem Europäischen Fonds für die Anpassung an die Globalisierung (EGF) genehmigt. Mit dieser Finanzhilfe sollen 1775 entlassene Arbeitskräfte aus der Windturbinenindustrie und dem Schiffbausektor bei der Stellensuche unterstützt werden. Der Antrag wird nun dem Europäischen Parlament und dem Rat (der Haushaltsbehörde der EU) zur Annahme vorgelegt.

In Zusammenhang mit der Bereitstellung von Mitteln aus dem EGF, die von der Kommission zugunsten der Arbeitskräfte aus dem dänischen Werftsektor genehmigt wurde, meinte László Andor, EU-Kommissar für Beschäftigung, Soziales und Integration: „Infolge der weltweiten Finanzkrise wird der Schiffbau in Zukunft ganz anders aussehen, da diese Branche in Niedrigkostenregionen – etwa in Asien – abwandern wird, die ihren Marktanteil im Vorfeld der Krise auf spektakuläre Weise vergrößert haben.“

EU-Kommissar Andor ging auch auf die Probleme der dänischen Windturbinenindustrie ein, in der 1650 Arbeitsplätze gestrichen wurden: „Zwar ist die europäische Produktion von Windturbinen insgesamt angestiegen, der Weltmarkt hat sich jedoch noch schneller entwickelt, insbesondere in Asien und Nordamerika, und die europäischen Hersteller haben ihre Produktion sukzessive aus der EU ausgelagert.“

Herr Andor betonte, wie schwer es für die entlassenen Arbeitskräfte sowohl des Schiffbausektors als auch der Windturbinenindustrie ist, einen neuen Arbeitsplatz zu finden. „Ich bin überzeugt, dass die Unterstützung durch den EGF dazu beitragen kann, die Folgen dieses dramatischen Wandels abzufedern und die dänischen Arbeitskräfte auf neue Beschäftigungsmöglichkeiten vorzubereiten“, so der EU‑Kommissar.

Die dänischen Anträge betreffen 1356 Entlassungen bei der Werft Odense Steel Shipyard bzw. 1650 Entlassungen beim Windturbinenhersteller LM Glasfiber.

Die Werften in Europa haben in den vergangenen Jahrzehnten erhebliche Marktanteile zugunsten von Asien verloren. Infolge der globalen Wirtschaftskrise ist dann der weltweite Schiffbaumarkt noch weiter eingebrochen, so dass nach Angaben der Community of European Shipyards' Associations (CESA) das globale Auftragsvolumen in den Jahren 2008 und 2009 um 20 % zurückging. Durch diesen Nachfragerückgang wurde die Schließung der Werft mit den nachfolgenden Entlassungen ausgelöst.

Odense Steel Shipyard liegt auf der Insel Fünen, im Ostteil der Region Süddänemark. Auf der Insel gibt es nur geringe Beschäftigungsmöglichkeiten und in Dänemark insgesamt herrscht kein Arbeitskräftemangel in der Metallbranche. Es werden daher größere Anstrengungen erforderlich sein, um die entlassenen Arbeitskräfte auf einen Übergang in neue Branchen vorzubereiten.

Bei LM Glasfiber wurden 1650 Arbeitskräfte entlassen, als das Unternehmen beschloss, seine Werke in Lunderskov und Hammelev zu schließen und seine Aktivitäten nach Asien zu verlagern, wo die Aussichten für den Windenergiesektor besser sind und der Markt stark wächst. Das Unternehmen erhöhte seine Produktionskapazität in China durch den Bau von zwei Werken, die 2009 in der chinesischen Provinz Xinjiang und der Küstenstadt Qin Huang Dao eröffnet wurden.

Das von den Entlassungen bei LM Glasfiber betroffene Gebiet befindet sich in der Region Trekanten in Syddanmark, im Süden Dänemarks. 2009 stieg die Arbeitslosigkeit in diesem Gebiet im Vergleich zu 2008 um 25 %. In diesem Zeitraum ging auch das Volumen der neuen Aufträge um 37 % zurück. Die Schließung der beiden Werke von LM Glasfiber hatte erheblichen Einfluss auf den Anstieg der Arbeitslosenquote in diesem Gebiet.

Die Unterstützung durch den EGF richtet sich an 1175 von 3006 entlassenen Arbeitskräften, und zwar diejenigen, die am schwersten in den Arbeitsmarkt wieder einzugliedern sind. Im Rahmen des Pakets werden der Zielgruppe Berufsausbildungsmaßnahmen in Bereichen mit Beschäftigungspotenzial angeboten, wie Fremdenverkehr, Energietechnologie, Robotik, Landschaftspflege und Design. Außerdem werden Fördermaßnahmen in den Bereichen Lesen, Rechtschreiben und Rechnen durchgeführt. Zu den weiteren Maßnahmen gehören Unternehmensgründungskurse sowie laufende Beratung und regelmäßiges Mentoring für Unternehmer, Anreize für Existenzgründungen, Anreize für junge Arbeitskräfte, die ihnen eine Rückkehr in das Bildungssystem ermöglichen sollen, sowie die Zahlung von Tagegeld.

Diese sorgfältig durchdachten Maßnahmen sollen den betroffenen Arbeitskräften dabei helfen, einen Arbeitsplatz in Branchen mit Zukunftsaussichten zu finden. Überdies gehen sie über die Unterstützung hinaus, die im Rahmen des dänischen Systems derzeit für Arbeitslose möglich ist; falls sie erfolgreich sind, sollen sie auf breiterer Basis durchgeführt werden.

Insgesamt werden für das EGF-Paket etwa 31,6 Mio. EUR veranschlagt. Davon wird der Europäische Fonds für die Anpassung an die Globalisierung 20,4 Mio. EUR übernehmen.

Hintergrund

Seit Aufnahme der Tätigkeit des EGF im Januar 2007 gingen 76 Anträge über insgesamt rund 381,3 Mio. EUR zur Unterstützung von über 77 148 Arbeitskräften ein. Die Anträge betrafen die folgenden Branchen: Kraftfahrzeuge (Frankreich, Spanien, Portugal, Österreich, Deutschland, Schweden); Textilien (Italien, Malta, Litauen, Portugal, Spanien, Belgien); Mobiltelefone (Finnland und Deutschland); elektrische Haushaltsgeräte (Italien); Computer und elektronische Produkte (Irland und Portugal); Maschinenbau/Elektronik (Dänemark); Reparatur und Instandhaltung von Luft- und Raumfahrzeugen (Irland); Kristallglas (Irland); Keramik und Natursteine (Spanien); Bau (Niederlande, Irland und Litauen); Konstruktionsteile und Ausbauelemente aus Holz (Spanien); elektrische Ausrüstungen (Litauen); Druckerei- und Verlagsgewerbe (Niederlande und Deutschland); Möbel (Litauen); Einzelhandel (Tschechische Republik und Spanien) und Großhandel (Niederlande). Die vorliegenden endgültigen Berichte über bisherige EGF-Interventionen zeigen sehr positive Ergebnisse für die Weiterbeschäftigung der unterstützten Arbeitnehmer.

Der EGF wurde Ende 2006 auf Vorschlag von Präsident Barroso vom Europäischen Parlament und vom Rat eingerichtet und soll Arbeitnehmer unterstützen, die aufgrund der Folgen der Globalisierung ihren Arbeitsplatz verlieren. Im Juni 2009 wurden die EGF-Bestimmungen geändert und die Rolle des EGF als Instrument für frühzeitiges Eingreifen gestärkt. Der EGF ist Teil der EU-Maßnahmen zur Bewältigung der Finanz- und Wirtschaftskrise. Die geänderte EGF-Verordnung trat am 2. Juli 2009 in Kraft und gilt für alle Anträge, die ab dem 1. Mai 2009 gestellt wurden.

Weitere Informationen

EGF-Website:

http://ec.europa.eu/social/main.jsp?catId=326&langId=de

Video-News:

Europe acts to fight the crisis: the European Globalisation Fund revitalised

http://ec.europa.eu/avservices/video/video_prod_en.cfm?type=details&prodid=9847&src=1

Facing up to a globalised world – The European Globalisation Fund

http://ec.europa.eu/avservices/video/video_prod_en.cfm?type=detail&prodid=4096&src=4

Abonnieren Sie den kostenlosen E-Mail-Newsletter der Europäischen Kommission zu den Themen Beschäftigung, Soziales und Chancengleichheit:

http://ec.europa.eu/social/e-newsletter


Side Bar

My account

Manage your searches and email notifications


Help us improve our website