Navigation path

Left navigation

Additional tools

Aktives und gesundes Altern: EU setzt Gruppe zur Innovationslenkung ein

European Commission - IP/11/519   02/05/2011

Other available languages: EN FR

IP/11/519

Brüssel, 2. Mai 2011

Aktives und gesundes Altern: EU setzt Gruppe zur Innovationslenkung ein

Eine Lenkungsgruppe unter Vorsitz der EU ist heute in Brüssel erstmals zusammengetroffen, um über innovative Konzepte zu diskutieren, die älteren Menschen in Europa eine aktive, gesunde Lebensführung erleichtern sollen. In diesem hochkarätigen Gremium, dem Vertreter der Mitgliedstaaten, der Regionen und der Industrie sowie Praktiker aus Gesundheitswesen und Pflege und Vertreter von Senioren- und Patientenverbänden sowie anderer Interessengruppen angehören, führen Kommissionsvizepräsidentin Neelie Kroes und Kommissar John Dalli gemeinsam den Vorsitz. Die Gruppe wird in den kommenden Monaten eine umfassende Strategie entwickeln, wie den Herausforderungen der Bevölkerungsalterung mit Innovation und Forschung begegnet werden kann. So wird in Europa die Zahl der über Fünfundsechzigjährigen im Zeitraum 2008 bis 2030 voraussichtlich um 45 % ansteigen und diese Bevölkerungsgruppe bis 2060 wahrscheinlich einen Anteil von über 30 % an der Bevölkerung ausmachen. Ziel ist es, Partner im privaten und öffentlichen Sektor zu mobilisieren, damit diese gemeinsam die Gesundheit und Lebensqualität älterer Menschen verbessern, die Nachhaltigkeit von Gesundheitssystemen erhöhen und neue Wachstumsmöglichkeiten und Märkte in Europa erschließen. Die Strategie wird fester Bestandteil der Leitinitiativen „Innovationsunion“ und „Digitale Agenda“ der Strategie Europa 2020 sein.

Hierzu die für die Digitale Agenda zuständige Vizepräsidentin der Kommission Neelie Kroes: „Altern ist keine Last, sondern eine Chance. Die Generation, die Europa aufgebaut hat, verdient es, von dem technologischen Fortschritt zu profitieren, den es ermöglicht. Ich bin insbesondere davon überzeugt, dass digitale Technologien erheblich zur Lebensqualität älterer Menschen sowie ihrer Angehörigen und Pfleger beitragen können. Ein längeres und gesünderes Leben bedeutet die Chance, auch weiterhin aktiv am sozialen Leben teilzunehmen und die Weichenstellung für ein besseres Europa für alle künftigen Generationen mitzugestalten und mitzubeeinflussen. Wir müssen unser Möglichstes tun, damit Innovation erfolgreich zu gutem Altern beiträgt. "

Der EU-Kommissar für Gesundheit und Verbraucherpolitik John Dalli erklärte: „Mit dieser Partnerschaft betreten wir Neuland. Aktivität und Gesundheit im Alter ist das allererste Thema, das in einer Europäischen Innovationspartnerschaft als Priorität gesetzt wurde. Ich halte dies für ein außerordentlich wichtiges politisches Signal. Aktivität und Gesundheit im Alter sind für unsere Bürger von zentraler Bedeutung. Unser gemeinsames Ziel ist es, die durchschnittliche Anzahl gesunder Lebensjahre bis 2020 um zwei Jahre zu erhöhen.“

Das erste Treffen der Lenkungsgruppe wird vom ehemaligen Kommissar für Gesundheit und Verbraucherpolitik David Byrne moderiert. Dies ist das erste Mal, dass alle Interessengruppen in Europa ihre Kräfte in dieser Größenordnung bündeln und sich dafür engagieren, Innovationen für ein aktives und gesundes Altern voranzubringen.

Bei ihren künftigen Zusammentreffen soll die Lenkungsgruppe die Bereiche ermitteln, in denen eine bessere Rückkopplung zwischen Anbietern und Endnutzern Innovationen bei der Qualität der Pflege, der Kosteneffizienz und bei wirtschaftlichen Möglichkeiten erleichtern würde und so in dreifacher Hinsicht ein Gewinn wäre. Die Gruppe soll ferner bewerten, wie die derzeitigen Grundsätze, Instrumente und Programme besser zum Abbau der bestehenden Barrieren beitragen können.

Herausforderungen und Chancen

Dank besserer Gesundheit und gestiegener Lebenserwartung wird sich Zahl der Europäerinnen und Europäer, die zur Generation 65+ gehören, bis 2030 voraussichtlich um 45 % erhöhen. Diese demographische Veränderung stellt zwar eine große Errungenschaft dar, könnte die Wirtschaft, die Gesellschaft und die langfristige Tragfähigkeit der öffentlichen Finanzen aber auch vor erhebliche Herausforderungen stellen.

Die öffentlichen und privaten Gesundheitsausgaben belaufen sich in der EU bereits auf 8,3 % des BIP (Zahlen von 2008), und bis 2030 werden die altersbedingten öffentlichen Ausgaben voraussichtlich um 2,7 % des BIP ansteigen. Die EU schickt sich an, diese Herausforderung in eine Chance umzumünzen, um die Pflege älterer Menschen zu verbessern, die langfristige Tragfähigkeit europäischer Pflegesysteme sicherzustellen und das Innovationspotenzial der europäischen Industrie zu erschließen.

Eines der Hauptziele der Innovationspartnerschaft „Aktivität und Gesundheit im Alter“ ist die effizientere Nutzung der in Europa für Forschung und Innovation aufgewandten öffentlichen und privaten Mittel. Die Ergebnisse sollten unmittelbar Patienten und Bürgern zugute kommen. Bei dieser Partnerschaft sollen außerdem Hindernisse für die Nutzung lebensverbessernder und lebensrettender Technologien ermittelt und beseitigt werden. Sie wird Forschung und Innovation miteinander verbinden und so den Bogen vom Labor bis zum Bürger spannen. Die Partnerschaft zielt darauf ab, die praktische Umsetzung von Innovationen zu beschleunigen und auszuweiten, was auch IKT-gestützte Lösungen einschließt.

Hintergrund

Die Europäische Innovationspartnerschaft „Aktivität und Gesundheit im Alter“ ist Teil der Strategie Innovationsunion“, einer der Leitinitiativen von „Europa 2020“, mit der Ideen in Arbeitsplätze, umweltfreundliches Wachstum und sozialen Fortschritt umgesetzt werden sollen. Die Innovationsunion verfolgt ein dreifaches Ziel: 1.) Hinführung Europas zu einem Wissenschaftsstandort von Weltklasse; 2.) völlig neuartige Gestaltung der Zusammenarbeit von öffentlichem und privatem Sektor, insbesondere durch Innovationspartnerschaften, und 3.) Beseitigung von Hindernissen – wie der kostspieligen Patentierung, der Marktfragmentierung, dem langsamen Normungsprozess und dem Mangel an Fachkräften – die es Ideen derzeit erschweren, rasch zur Marktreife zu gelangen.

Die Digitale Agenda für Europa sieht über ihre Maßnahmen zur Ausnutzung des IKT-Potenzials mit dem Ziel, Wohlstand zu fördern und die Lebensqualität der Menschen zu verbessern, konkrete Unterstützung für diese europäische Innovationspartnerschaft vor. Die Digitale Agenda ist u. a. darauf gerichtet, gesundheitlich eingeschränkten und chronisch kranken Menschen sowie Menschen mit Behinderungen durch IKT mehr Unabhängigkeit in ihrer Lebensführung zu ermöglichen.

Die „Förderung der Gesundheit in einem alternden Europa“ wurde ebenfalls zu einem der drei wichtigsten Ziele der EU-Gesundheitsstrategie Gemeinsam für die Gesundheit“ erklärt.

Weitere Informationen unter:

http://ec.europa.eu/active-healthy-ageing

Pressematerial zu diesem Thema:

IP/10/1288, IP/10/581, IP/10/1609, MEMO/10/199, MEMO/10/200

Internetseite von Neelie Kroes:

http://ec.europa.eu/commission_2010-2014/kroes/index_en.htm

Internetseite von John Dalli:

http://ec.europa.eu/commission_2010-2014/dalli/index_en.htm


Side Bar

My account

Manage your searches and email notifications


Help us improve our website