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Galileo und EGNOS: Kommission legt Halbzeitüberprüfung der europäischen Satelliten­navigations­programme vor

European Commission - IP/11/42   18/01/2011

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IP/11/42

Brüssel, 18. Januar 2011

Galileo und EGNOS: Kommission legt Halbzeitüberprüfung der europäischen Satelliten­navigations­programme vor

Heute legt die Europäische Kommission ihre Halbzeitüberprüfung der Entwicklung der europäischen Satellitennavigationsprogramme Galileo und EGNOS vor. Dank der aktuellen Fortschritte bei der Entwicklung von Galileo, wie z. B. die Unterzeichung vier wichtiger Verträge und die Erprobung der ersten vier operativen Satelliten, wird das Satellitennavigations­system im Jahr 2014 die sogenannten ersten Dienste erbringen. Man erhofft sich davon größere Anteile am Markt für Weltraumtechnologie sowie Unabhängigkeit für Europa in einer Branche, die für die Wirtschaft und das Wohlergehen der Bürgerinnen und Bürger maßgeblich ist. Auch beim EGNOS‑Programm, mit dem die Präzision der Signale von Satellitennavigationssystemen verbessert wird, sind beachtliche Fortschritte zu verzeichnen. Die Förderung der Satellitennavigations­technologie steht voll und ganz im Einklang mit der Strategie Europa 2020 und trägt zu einer nachhaltigen wirtschaftlichen Entwicklung bei.

Antonio Tajani, Vizepräsident der Europäischen Kommission und Kommissar für Industrie und Unternehmertum, äußerte sich hierzu folgendermaßen: „Mit Galileo wird Europa auf dem Markt für Weltraumtechnologie international wettbewerbsfähig und kann sich in einer Wachstumsbranche behaupten, die durch zunehmende Globalisierung und den Markteintritt von Schwellenländern geprägt wird. Wir begrüßen die bisherigen Fortschritte und sind fest entschlossen, dieses Projekt zum Erfolg zu führen.“

Das Weltmarktvolumen für Satellitennavigationsanwendungen wird auf 240 Mrd. EUR im Jahr 2020 geschätzt und stieg in den letzten Jahren um 30 %. Schätzungsweise hängen heute 6 % bis 7 % des BIP der entwickelten Länder (in Europa rund 800 Mrd. EUR) von der Satellitennavigation ab. Die europäischen Satellitennavigationsprogramme Galileo und EGNOS werden im Zeitraum von 2007 bis 2013 mit 3,4 Mrd. EUR aus dem EU-Haushalt finanziert. Zur Fertigstellung der Galileo-Infrastruktur in den Jahren 2014 bis 2020 dürften 1,9 Mrd. EUR erforderlich sein. Für die Betriebskosten von Galileo und EGNOS werden insgesamt 800 Mio. EUR pro Jahr veranschlagt. Diese vorläufigen Schätzungen greifen dem künftigen mehrjährigen Finanzrahmen des EU-Haushalts nicht vor.

Erfolgsbilanz

EGNOS ist operativ: EGNOS ging offiziell am 1. Oktober 2009 in Betrieb. Von der erhöhten Ortungsgenauigkeit der Satellitennavigation, die durch EGNOS erzielt wird, profitieren bereits zahlreiche Nutzer, hauptsächlich in den Bereichen Landwirtschaft, Rettungswesen, Lokalisierung und Kartografie. Es soll demnächst auch in der zivilen Luftfahrt zum Einsatz kommen.

Gute Fortschritte bei der Validierung in der Umlaufbahn von Galileo: Mit den beiden Erprobungssatelliten Giove A und Giove B werden die Frequenzen abgesichert und wird die Zuverlässigkeit der eingesetzten Technik festgestellt. Der Bau der ersten vier operativen Satelliten, die im Zuge der In-Orbit-Validierung 2011‑2012 gestartet werden, steht ebenso vor dem Abschluss wie die Errichtung der dafür erforderlichen Bodeninfrastruktur samt Bodenkontrollstationen in Fucino (Italien) und Oberpfaffenhofen (Deutschland).

Verträge für die Errichtung von Galileo unter Dach und Fach: Mit Beginn der Errichtungsphase im Jahr 2008 wurden die damit verbundenen Arbeiten in sechs Arbeitspakete unterteilt, die in vollem Umfang öffentlich ausgeschrieben wurden. Die ersten vier Arbeitspakete – die systemtechnische Unterstützung, der Bau der Satelliten (14 wurden bestellt), die Startdienste und der Betrieb – mit einem Auftragsvolumen von 1250 Mio. EUR wurden im Jahr 2010 vergeben. Der Zuschlag für die letzten beiden Arbeitspakete für den Aufbau der Infrastruktur wird 2011 erteilt.

Sichere Satellitennavigation für Notfall- und Sicherheitsdienste: Durch die Einrichtung eines eigenen Galileo-Navigationsdienstes können heikle Transport- und Notfalleinsätze künftig besser koordiniert werden. Außerdem wird sich diese Anwendung positiv in den Bereichen Strafverfolgung (also Polizeiarbeit) und interne Sicherheit (Grenzkontrollen) auswirken und Friedensmissionen sicherer machen. Dies sind die Hauptziele eines im Oktober 2010 veröffentlichten Vorschlags der Kommission zur Regelung des Zugangs zum „öffentlich-staatlichen Dienst“ (Public Regulated Service, PRS). Dank stark verschlüsselter Signale schützt der PRS von der Satellitennavigationstechnologie abhängige Infrastrukturen vor Bedrohungen.

Internationale Zusammenarbeit: Was die internationalen Aspekte der Programme angeht, werden derzeit mit China, den Vereinigten Staaten, Russland, Japan und Indien sowie auf der Ebene der Vereinten Nationen Gespräche über die Kompatibilität zwischen dem EU-System und dem jeweiligen System des betreffenden Landes geführt. Norwegen ist am Programm beteiligt und hat es mitfinanziert, mit der Schweiz wird derzeit verhandelt.

Hintergrund

Das Programm Galileo, die europäische Initiative zum Aufbau eines technisch hochmodernen, globalen Satellitennavigationssystems, stellt einen unter ziviler Kontrolle stehenden, globalen Dienst für die Übermittlung hochpräziser, zuverlässiger Positionsdaten bereit. Galileo wird insgesamt fünf Einzeldienste erbringen. Die drei ersten Dienste – offener Dienst, öffentlich-staatlicher Dienst (PRS) und Such- und Rettungsdienst – werden ab 2014 bereitstehen und auf einer Anfangskonstellation von 18 Satelliten beruhen. Der sicherheitskritische Dienst und der kommerzielle Dienst werden ab 2014 getestet. Diese Dienste werden bereitgestellt, sobald Galileo in den Folgejahren mit allen 30 Satelliten seine volle Funktionsfähigkeit erreicht hat. Siehe IP/10/1301 und IP/10/1382.

EGNOS (European Geostationary Navigation Overlay Service) ist der Vorläufer von Galileo und steht für Geostationärer Navigations-Ergänzungsdienst für Europa, das europäische System zur Verstärkung von GPS-Signalen. Siehe IP/09/1399.

Die Halbzeitüberprüfung ist in der Verordnung (EG) Nr. 683/2008 vom 9. Juli 2008 über die weitere Durchführung der europäischen Satellitenprogramme (EGNOS und Galileo) vorgesehen.

Weitere Informationen:

Website der GD Unternehmen und Industrie:

http://ec.europa.eu/enterprise/policies/satnav/index_de.htm


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