Navigation path

Left navigation

Additional tools

IP/11/410

Brüssel, 6. April 2011

EU-Kommissar Piebalgs ruft EU zur Wahrung ihrer Führungsrolle in der Entwicklungszusammenarbeit auf: 2010 stellte sie Rekordsumme von 53,8 Mrd. EUR für öffentliche Entwicklungshilfe bereit

Heute legte EU-Entwicklungskommissar Andris Piebalgs die ersten Zahlen zur öffentlichen Entwicklungshilfe der EU und ihrer 27 Mitgliedstaaten im Jahr 2010 vor. Die Hilfe lag mit insgesamt 53,8 Mrd. EUR um rund 4,5 Mrd. EUR höher als 2009, was die Position der EU als größter und großzügigster Geber von öffentlicher Entwicklungshilfe bestätigt: Mehr als die Hälfte der weltweiten öffentlichen Entwicklungshilfe stammt von der EU. Die EU hat zwar ihr Ziel für 2010 verfehlt, doch hat sie trotz des Wirtschaftsabschwungs Fortschritte gemacht. Drei der fünf größten Geberländer der Welt sind EU-Mitgliedstaaten, und vier EU-Mitgliedstaaten haben das Ziel, 0,7 % ihres Bruttonationaleinkommens für öffentliche Entwicklungshilfe aufzubringen, bereits erreicht. Insgesamt gibt die EU 0,43 % ihres BNE für öffentliche Entwicklungshilfe aus. Erhebliche gemeinsame Anstrengungen sind noch erforderlich, damit bis 2015 das 0,7-Prozent-Ziel erreicht wird, zu dem sich die Mitgliedstaaten verpflichtet haben.

Auch 2010 war die EU wieder mit Abstand größter Geber der Welt. Allerdings lagen die Entwicklungshilfe-Budgets immer noch unter 1 % der Bruttonationaleinkommen. Sie müssen erhöht werden, wenn wir unsere ehrgeizigen Ziele für 2015 erreichen und glaubwürdig bleiben wollen. Dazu bedarf es gemeinsamer Anstrengungen und eines fairen Beitrags aller Akteure. Die Hilfe ist eine kluge Zukunftsinvestition. Die Förderung eines breitenwirksamen Wachstums und einer nachhaltigen Entwicklung in den Partnerländern ist in unser aller Interesse“, erklärte EU-Entwicklungskommissar Andris Piebalgs. „Aber für eine wirksame Hilfe reicht Geld allein nicht aus. Wir müssen auch die Bereitstellung und Qualität unserer Hilfe verbessern. Ich werde noch in diesem Jahr Vorschläge für eine klarere Ausrichtung der künftigen Entwicklungspolitik, eine bessere Zusammenarbeit und eine größere Wirkung der Hilfe vor Ort vorlegen.

2009 blieb die schlechte Haushaltslage nicht ohne Konsequenzen für die Hilfe und viele Geber, darunter mehrere EU-Mitgliedstaaten, fuhren ihre Ausgaben für öffentliche Entwicklungshilfe (Official Development Assistance – ODA) zurück. So wurden 2009 in der EU insgesamt 49 Mrd. EUR bzw. 0,42 % des Bruttonationaleinkommens (BNE) für ODA bereitgestellt. 2010 erhöhten 17 Mitgliedstaaten ihre Hilfe wieder, so dass sich der Vorjahrestrend umkehrte. Europa stellte 2010 mehr öffentliche Entwicklungshilfe zur Verfügung denn je: 53,8 Mrd. EUR (0,43 % des BNE). Dennoch lag dies weit unter den Zusagen der EU, die 2010 insgesamt eine ODA-Quote von 0,56 % erreichen wollte. In absoluten Zahlen blieben die ODA-Ausgaben der EU um mehr als 14,5 Mrd. EUR hinter dieser Zusage zurück. Zehn Mitgliedstaaten gaben 2010 weniger für öffentliche Entwicklungshilfe aus als 2009.

Die Kommission zeigt sich erfreut über die Länder, die ihre Entwicklungshilfe weiter erhöht haben. Drei der fünf größten Geberländer der Welt sind EU-Mitgliedstaaten – Frankreich, Deutschland und das Vereinigte Königreich. Schweden, die Niederlande, Luxemburg und Dänemark haben bereits eine ODA-Quote von 0,7 % erreicht und bleiben mit ihren Leistungen oberhalb dieses Ziels. Neun Mitgliedstaaten lagen über den für 2010 festgesetzten Mindestzielen für die EU-Mitgliedstaaten: Luxemburg, Schweden, Dänemark, die Niederlande, Belgien, das Vereinigte Königreich, Finnland, Irland und Zypern.

Hintergrund:

2005 verpflichteten sich die EU-Mitgliedstaaten, ihre öffentliche Entwicklungshilfe (ODA) bis 2015 auf 0,7 % des Bruttonationaleinkommens (BNE) zu erhöhen. 2010 sagten sie zu, gemeinsam 0,56 % des BNE für ODA-Leistungen aufzuwenden. Zu diesem Zweck wurden für 2010 Zielvorgaben von 0,51 % für die 15 alten EU-Mitgliedstaaten und von 0,17 % für die 12 Mitgliedstaaten, die der EU 2004 und 2007 beigetreten sind, festgelegt. Kein anderer Geber hat eine derart bedeutende Erhöhung seiner Hilfe zugesagt.

Die heute vorgelegten Daten stammen aus zwei Quellen: Für die Mehrzahl der EU-Mitgliedstaaten wurden sie von der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) zur Verfügung gestellt, die Daten über die Entwicklungshilfe der Mitglieder ihres Entwicklungshilfeausschusses (DAC) sowie von anderen Ländern, die ihr Daten übermitteln, sammelt. Für die übrigen EU-Mitgliedstaaten hat die Kommission die Informationen im Zusammenhang mit ihrem Jahresbericht über die Entwicklungsfinanzierung zusammengetragen. Dieser Bericht („Enhancing EU Accountability on Financing for Development“) soll noch im April 2011 vorgelegt werden.

Weitere Informationen:

MEMO/11/221

Website der GD EuropeAid – Entwicklung und Zusammenarbeit:

http://ec.europa.eu/europeaid/index_en.htm

Website des EU-Entwicklungskommissars Andris Piebalgs:

http://ec.europa.eu/commission_2010-2014/piebalgs/index_en.htm


Side Bar

My account

Manage your searches and email notifications


Help us improve our website