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Brüssel, 21. März 2011

Weltwassertag: Kommission stellt 40 Mio. EUR für Verbesserung der Trinkwasserversorgung in afrikanischen, karibischen und pazifischen Staaten bereit

Anlässlich des Weltwassertags am 22. März, dessen Motto "Wasser für die Städte – Antwort auf urbane Herausforderungen" lautet, hat Entwicklungskommissar Andris Piebalgs die Schaffung eines neuen Pooling-Mechanismus für die AKP-EU-Wasserfazilität angekündigt. 40 Mio. EUR stehen im Rahmen dieses Mechanismus zur Verfügung, bei dem Zuschüsse aus dem Europäischen Entwicklungsfonds und Darlehen von auf multilateraler oder bilateraler Ebene tätigen Finanzinstitutionen der EU zur Finanzierung von Projekten kombiniert werden, durch die der Zugang zur Wasser- und Sanitärversorgung in Staaten in Afrika, der Karibik und dem Pazifik (AKP) gefördert werden soll. Dadurch wird die Hebelwirkung der Finanzhilfe gesteigert und die Beteiligung des Privatsektors gestärkt. Außerdem leistet die EU damit einen weiteren Beitrag zur Unterstützung der Anstrengungen der Entwicklungsländer, die Millenniumsentwicklungsziele im Bereich Wasser- und Sanitärversorgung zu erreichen.

EU-Entwicklungskommissar Andris Piebalgs erklärte:

"Für Milliarden von Menschen weltweit bedeutet der Zugang zu sicherem Trinkwasser und die Verbesserung der Abwasserentsorgung nach wie vor eine Frage von Leben und Tod. Dass der Weltwassertag 2011 den urbanen Herausforderungen gewidmet ist, halte ich für besonders wichtig, denn das rasche Bevölkerungswachstum in den Städten der Entwicklungsländer bedeutet eine zusätzliche Belastung für Infrastruktur und Dienstleistungen. Die internationale Gemeinschaft hat in der Millenniumserklärung zugesagt, die Trinkwasser- und Sanitärversorgung für Milliarden von Menschen sicherzustellen. Seither wurden bedeutende Fortschritte erzielt. Doch wir dürfen in unseren Anstrengungen zur Verwirklichung der Millenniumsziele nicht nachlassen. Aus diesem Grund stellte die EU im vergangenen Jahr die Millenniumsziele-Initiative vor. Mit dieser Initiative werden zusätzlich 1 Mrd. EUR für Länder in Afrika, der Karibik und dem Pazifik bereitgestellt, wobei der Schwerpunkt auf denjenigen Millenniumszielen liegt, bei denen der Rückstand am größten ist, u. a. der Wasser- und Sanitärversorgung.

Die Bewirtschaftung der Wasserressourcen betrifft alle Sektoren, die für ein integratives Wachstum und eine nachhaltige Entwicklung wichtig sind, wie Energieerzeugung, Landwirtschaft, Ernährungssicherheit und Umwelt. Daher stellt die nachhaltige Wasserbewirtschaftung in der zukünftigen Entwicklungspolitik der EU eine Priorität dar."

Die EU-Wasserinitiative und die "AKP-EU-Wasserfazilität"

Angesichts der Notwendigkeit, den Schwerpunkt der Entwicklungspolitik stärker auf die Wasserversorgung zu legen, lancierte die EU im Jahr 2002 die EU-Wasserinitiative (EUWI). Dabei handelt es sich um eine politische Initiative, durch die die Partnerländer bei der Entwicklung und Umsetzung von Konzepten und Strategien zur Förderung des Wasser- und Sanitärsektors unterstützt werden sollen. Vor diesem Hintergrund riefen die EU und die AKP-Länder im Jahr 2004 die AKP-EU-Wasserfazilität ins Leben, über die 700 Mio. EUR für Projekte im Zeitraum 2005-2013 bereitgestellt werden.

Finanzhilfe der Europäischen Kommission und Ergebnisse

Dank der Unterstützung durch die Europäische Kommission haben seit 2004 mehr als 32 Millionen Menschen Zugang zu einer verbesserten Trinkwasserversorgung und 9,5 Millionen Menschen Zugang zu sanitären Anlagen erhalten. Seit 2002 stellte die EU insgesamt 1,2 Mrd. EUR für die Förderung der Wasser- und Sanitärversorgung bereit. Auch die Nachbarschaftsinvestitionsfazilität und die Investitions- und Partnerschaftsfazilität Europa-Mittelmeer tragen zur Finanzierung von Programmen im Bereich der Wasser- und Sanitärversorgung bei.

Hintergrund

Gemäß den Millenniumsentwicklungszielen soll der Anteil der Menschen, die keinen nachhaltigen Zugang zu sicherem Trinkwasser haben, bis 2015 halbiert werden, wobei als Ausgangspunkt die 23 %-Marke von 1990 gilt. Die Welt ist dabei, dieses Ziel zu erreichen oder gar zu übertreffen: Bereits 2008 waren 13 % erreicht. Dennoch haben nahezu 900 Millionen Menschen, von denen 330 Millionen in Subsahara-Afrika leben, nach wie vor keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser. Gemäß den Millenniumszielen soll auch die Zahl der Menschen ohne Zugang zur Sanitärversorgung halbiert werden. Hiervon ist die internationale Gemeinschaft jedoch noch weit entfernt.

Weitere Informationen:

Website von Andris Piebalgs, EU-Kommissar für Entwicklungszusammenarbeit:

http://ec.europa.eu/commission_2010-2014/piebalgs/index_en.htm

Website der GD Entwicklung und Zusammenarbeit EuropeAid:

http://ec.europa.eu/europeaid/index_en.htm

Website der EU-Wasserinitiative:

http://www.euwi.net/

Website der AKP-EU-Wasserfazilität:

http://ec.europa.eu/europeaid/where/acp/regional-cooperation/water/index_en.htm

EU-UNICEF-Website mit Informationen zur Wasser- und Sanitärversorgung:

http://www.unicef.org/ec/index.html

Anhänge:

Beispiele für EU-Unterstützung im urbanen Bereich

Projekt zur Verbesserung der Trinkwasserversorgung in Maputo

Maputo ist die Hauptstadt und zugleich größte Stadt Mosambiks; im Großraum Maputo leben 1,8 Millionen Menschen. Das Projekt (Beitrag der Kommission: 25 Mio. EUR, Gesamtbeitrag der EU in Form von Zuschüssen und Darlehen: 66,1 Mio. EUR) zielt darauf ab, die Instandsetzung und den laufenden Ausbau des Trinkwasserversorgungssystems der Stadt zu unterstützen und dadurch die Trinkwasserversorgung im Großraum Maputo zu verbessern. Damit wird dem zunehmenden Trinkwasserbedarf Rechnung getragen und eine umfassendere Versorgung (von 670 000 bis 1 500 000 Menschen) gewährleistet.

Mit dem Projekt sollen folgende Ziele erreicht werden: Erhöhung der Wasserproduktionskapazität von 4 000 auf 10 000 m³/Stunde, Verlängerung der täglichen Versorgungsspanne von 4 auf 20 Stunden, Verringerung des unerfassten Wasserverbrauchs von 62 % auf 40 % und Ausdehnung der Versorgung auf die peri-urbanen Gebiete (Ausbau des Netzes von 1 125 km auf 1 627 km).

Unterstützung von Initiativen der Zivilgesellschaft zur Stärkung des Wasser- und Sanitärsektors in Cap-Haitien

Dieses Projekt (Beitrag der Kommission: 3 Mio. EUR) zielt darauf ab, die Versorgungsmengen in der Stadt Cap-Haitien (Haiti) zu erhöhen, die Wasser- und Sanitärversorgung der ärmsten Bevölkerungsgruppen sicherzustellen und die institutionellen Kapazitäten im Wassersektor zu verbessern.

Im Großraum Cap-Haitien leben 500 000 Menschen und die Einwohnerzahl nimmt weiter zu. Die schlechte Trinkwasser- und Sanitärversorgung hat erhebliche Auswirkungen auf die öffentliche Gesundheit und die Lebensqualität der Einwohner.

Durch das Projekt wird ein Umlaufsystem instandgesetzt, das 3 000 Menschen mit Trinkwasser versorgt. Zusammen mit einem neuen Wasserversorgungsnetz für mehr als 100 000 Menschen wird eine neue Pumpstation mit einer Produktionskapazität von 35l/Sekunde errichtet. Für die Einwohner armer Viertel sollen 42 öffentliche Toiletten eingerichtet werden. Vier Kleinstunternehmen für die Entsorgung des Abfalls von 3 500 Haushalten wurden gegründet. Darüber hinaus umfasst das Projekt die Ausarbeitung eines strategischen Plans für die Wasser- und Sanitärversorgung der Stadt.


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