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Brüssel, 11. März 2011

Verbraucherpolitik: Barometer zeigt Aufwärtstrend bei der Gesamtsituation für die Verbraucher sowie mehr Vertrauen in Einkäufe im Ausland

Aus der heute von der Europäischen Kommission veröffentlichten Frühjahrsausgabe des Verbraucherbarometers geht hervor, dass sich die Bedingungen für die Verbraucher nach dem drastischen Einbruch im Jahr 2009 in praktisch allen EU-Ländern wieder deutlich verbessert haben. Für den jährlich zu ermittelnden Verbraucherlage-Index werden z. B. das Vertrauen der Verbraucher in Behörden, nicht staatliche Organisationen und Händler sowie die Wirksamkeit der Streitbeilegung erfasst. Das Barometer bestätigt außerdem, dass sich im Internethandel die Schere zwischen inländischen und grenzüberschreitenden Transaktionen weiter öffnet, obwohl die Auswahl und das Sparpotenzial bei grenzüberschreitenden Einkäufen durchaus größer sein können. Aus der Studie geht jedoch zugleich hervor, dass das Vertrauen in das Einkaufen im Ausland sehr viel größer wird, wenn die Verbraucher es erst einmal ausprobiert haben. Auf Anbieterseite gibt es indes erhebliche Einschränkungen des grenzüberschreitenden Internethandels; die Zahl der Händler, die ins Ausland verkaufen, ist im Vergleich zum Jahr 2009 rückläufig (siehe auch MEMO/11/154).

Dazu sagte John Dalli, EU-Kommissar für Gesundheit und Verbraucherpolitik: „Ich möchte die Mitgliedstaaten loben, die trotz der schlechten Zeiten auch weiterhin in die Qualität des Verbraucherumfeldes investieren. Wir haben es geschafft: Das Vertrauen der EU-Verbraucherinnen und ‑Verbraucher in die Verbraucherinstitu­tionen nähert sich wieder dem früheren Niveau.“ Dalli weiter: „Erfreulich ist zudem, dass sich die Vorbehalte der Verbraucher gegenüber dem Einkaufen im Ausland meist in Nichts auflösen, sobald sie es tatsächlich einmal mit Erfolg ausprobiert haben. Die Ergebnisse machen aber auch deutlich, wie viel Arbeit noch vor uns liegt, um – zum Wohle der europäischen Wirtschaft, der europäischen Verbraucher und der europäischen Unternehmen – die restlichen Hindernisse abzubauen.

Das Verbraucherbarometer

Mit dem Verbraucherbarometer wird erhoben, wie gut (oder schlecht) der Binnenmarkt für die EU-Verbraucher im Hinblick auf Angebot, Preiswettbewerb und Kundenzufriedenheit funktioniert. In der Frühjahrsausgabe mit dem Titel „Consumer Conditions Scoreboard“ werden die Integration des Einzelhandels und die Verbrauchersituation in den einzelnen Staaten behandelt.

Die Angaben im Barometer beruhen auf Umfragen bei Verbrauchern und Händ­lern sowie auf statistischen Daten, z. B. zu den Einkommensverhältnissen.

Die wichtigsten Ergebnisse

Fortschritte bei der Lage der nationalen Verbraucher

Der Verbraucherlage-Index setzt sich aus folgenden Faktoren zusammen (u. a.): Effektivität der Streitbeilegung und des Beschwerdemanagements; Verbraucher­vertrauen in Behörden, Händler, Werbung und Verbraucherorganisationen; Qualität der Rechtsvorschriften.

Der Index für das Jahr 2010 zeigt, dass sich die Lage der Verbraucher nach einem starken Rückgang im Jahr 2009 erholt hat und in den meisten Ländern wieder dem Stand von 2008 entspricht oder sogar besser ist.

Die Länder mit den besten Bedingungen sind das Vereinigte Königreich, Irland, Luxemburg, Österreich, Finnland, die Niederlande, Italien, Dänemark, Deutschland, Belgien und Schweden; sie alle liegen über dem EU-Durchschnitt.

Die Schere beim Internethandel

Das Verbraucherbarometer belegt die weitere Zunahme des inländischen Inter­nethandels: 36 % der EU-Verbraucher haben im Jahr 2010 online bei nationalen Anbietern eingekauft (2009 waren es 34 %).

Demgegenüber ist das Wachstum beim grenzüberschreitenden Internethandel weiterhin schleppend (9 % im Jahr 2010 verglichen mit 8 % im Jahr davor), obwohl er, wie frühere Studien belegen, klare Vorteile in puncto Sparmöglichkeiten und Auswahl bietet. Damit die Zielvorgabe der Digitalen Agenda (20 % im Jahr 2015) erreicht wird, sind vermehrte Anstrengungen nötig.

Online-Bestellungen im Binnenmarkt: Wahrnehmung contra Erfahrung

Die Wahrnehmung der Verbraucher scheint eine der größten Hemmschwellen bei grenzüberschreitenden Online-Einkäufen zu sein. Von Verbrauchern, die noch nie etwas im Ausland bestellt haben,

  • befürchten 62 %, betrogen oder übers Ohr gehauen zu werden;

  • sind 59 % unsicher, was bei Problemen zu tun wäre;

  • erwarten 49 % Lieferschwierigkeiten.

Bei Verbrauchern, die tatsächlich schon einmal im Ausland bestellt haben, sind diese Bedenken hingegen weit weniger verbreitet (34, 30 bzw. 20 %).

In dieser Gruppe vertrauen 61 % dem grenzüberschreitenden Internethandel genauso wie dem innerstaatlichen; in der Gesamtbevölkerung tun dies nur 33 %.

Grenzüberschreitende Online-Transaktionen scheinen mindestens ebenso verläss­lich zu funktionieren wie innerstaatliche: Im Ausland bestellte Waren trafen nur in 16 % der Fälle verspätet und nur in 5 % der Fälle gar nicht ein; bei den im Inland getätigten Bestellungen betrug dieser Anteil 18 bzw. 6 %.

Die Ergebnisse lassen vermuten, dass wirksamer über die vorhandenen grenzüber­schreitenden Beratungs- und Beschwerdeverfahren bzw. ‑stellen informiert werden muss. Hierzu gehören das Netz für die Zusammenarbeit im Verbraucherschutz (CPC-Network), dem die nationalen Durchsetzungsbehörden angeschlossen sind, und die Europäischen Verbraucherzentren, bei denen Verbraucher kostenlos Hilfe und Rat erhalten, wenn sie im Binnenmarkt einkaufen.

Große Hindernisse für den grenzüberschreitenden Internethandel gibt es auf der Anbieterseite.

Der Anteil der Händler, die in andere EU-Länder verkaufen, ging im Jahr 2010 auf 22 % zurück (gegenüber 25 % im Jahr zuvor), obwohl sich der grenzüber­schreitende Handel in vielerlei Hinsicht lohnt: 56 % der Händler schätzen, dass mindestens 10 % ihrer Internetbestellungen aus dem EU-Ausland kommen.

Mit ihrer Politik, zu der auch die unlängst angenommene Binnenmarktinitiative zählt, versucht die Kommission die Marktzersplitterung zu beenden.

Kaufkraft der Verbraucher

Im Jahr 2009 gingen in den meisten EU-Ländern sowohl das verfügbare Ein­kommen (bereinigt um gebührenfreie Dienstleistungen) als auch der Verbrauch der privaten Haushalte zurück.

Nach wie vor große Unterschiede gibt es innerhalb der EU im Hinblick darauf, was sich die Verbraucher – unter Berücksichtigung von Durchschnittseinkommen und Preisniveau – an Produkten und Dienstleistungen leisten können.

Auch der Anteil der schutzbedürftigen Verbraucher ist sehr unterschiedlich, doch scheint sich deren Lage trotz der Krise im Jahr 2009 nicht signifikant verschlechtert zu haben.

Das gesamte Verbraucherbarometer:

http://ec.europa.eu/consumers/strategy/facts_en.htm#5CMS


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