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Brüssel, 17. Februar 2011

Kommission fordert allgemeinen Zugang zu Vorschulerziehung

In nahezu jedem achten Haushalt in Europa lebt ein Kind unter sechs Jahren. 19 Millionen – d. h. jedes fünfte – dieser Kinder sind von Armut bedroht. Heute gibt die Europäische Kommission erstmals einen Aktionsplan bekannt, der Kindern einen besseren Start ins Leben ermöglichen und die Grundlagen für erfolgreiches lebenslanges Lernen, soziale Integration, persönliche Entwicklung und berufliche Eingliederung in späteren Lebensphasen schaffen soll. Die Vorschläge der Kommission, zu denen die Forderung nach allgemeinem Zugang zu einer hochwertigen Vorschulerziehung gehört, tragen auch zu zwei Kernzielen der Strategie Europa 2020 der EU-Kommission bei, nämlich den Anteil der Schulabbrecher unter 10 % zu drücken und mindestens 20 Millionen gefährdete Menschen vor Armut und sozialer Ausgrenzung zu schützen.

Die EU-Kommissarin für Bildung, Kultur, Mehrsprachigkeit und Jugend, Androulla Vassiliou, erklärte: „In frühkindliche Betreuung, Bildung und Erziehung zu investieren gehört zum Besten, was wir für unsere Kinder – und für die Zukunft Europas – tun können. Es ist viel effektiver, Geld in hochwertige Vorschulerziehung zu stecken, als später zu intervenieren. Dadurch erhöhen sich die Chancen, die sich unseren Jugendlichen im Leben bieten, und langfristig werden auf diese Weise Mittel eingespart. Den Teufelskreis von Armut und Benachteiligung zu durchbrechen bedeutet auch, dass weniger Steuergeld für Gesundheits- und Krankenhausleistungen, Nachhilfe, Sozialhilfe und Polizeiarbeit ausgegeben werden muss.“

In den meisten Mitgliedstaaten beginnt die Schulpflicht im Alter von 5 oder 6 Jahren, in Zypern, Luxemburg und Nordirland (VK) jedoch früher. Welche Leistungen für Kleinkinder bis zum Beginn der Schulpflicht erbracht werden, ist in Europa im Hinblick auf die bereitgestellten Mittel, die Verwaltung und die Personalausstattung sehr unterschiedlich.

2009 legten die Bildungsminister ein Ziel fest, dem zufolge 95 % der Kinder ab dem vierten Lebensjahr frühkindliche Betreuung, Bildung und Erziehung erhalten sollen. EU-weit beläuft sich der Durchschnitt derzeit auf 92,3 %, aber auch hier weichen die Zahlen stark voneinander ab; außerdem spiegeln sie nicht zwangsläufig die Qualität der Leistungen wider.

Mit ihren Vorschlägen reagiert die Kommission auf eine von den Mitgliedstaaten nach der Annahme des Strategischen Rahmens für allgemeine und berufliche Bildung formulierte Aufforderung, die in Europa beim Zugang zu frühkindlicher Betreuung, Bildung und Erziehung erzielten Fortschritte zu messen, zu analysieren und vorbildliche Praktiken zu ermitteln.

Vorschläge der Kommission

Die Vorschläge der Kommission betreffen folgende Aspekte:

  • allgemeiner Zugang zu hochwertiger, auf solider Mittelausstattung und guter Verwaltung beruhender Vorschulerziehung

  • ein integrierter Ansatz im Hinblick auf Betreuung, Bildung und Erziehung, der ganzheitlich auf die Bedürfnisse der Kinder zugeschnitten ist

  • altersgerechte Lehrpläne, die fachliche und soziale Kompetenzen ausgewogen berücksichtigen

  • stärkere Ausrichtung auf die Professionalisierung des Personals (Angemessenheit der Qualifikationen, Gehälter und Arbeitsbedingungen)

  • Qualitätssicherungssysteme und Standards zur Überwachung der Fortschritte.

Die Pläne der Kommission tragen zu den Zielen dreier Leitinitiativen der Strategie Europa 2020 bei: „Jugend in Bewegung", „Agenda für neue Kompetenzen und Beschäftigungsmöglichkeiten“ und „Europäische Plattform gegen Armut“.

Nächste Schritte

Die EU-Bildungsminister werden die Vorschläge der Kommission im Mai erörtern. Dabei werden die Minister Prioritäten ermitteln, und die Kommission wird dazu aufrufen, Ideen auszutauschen und besonders gut funktionierende Maßnahmen zu übernehmen. Darüber hinaus wird die Kommission Investitionen auf dem Gebiet frühkindlicher Betreuung, Bildung und Erziehung im Rahmen des Europäischen Sozialfonds und des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung vorrangig behandeln und solche Investitionen auch über das Programm für lebenslanges Lernen und das Siebte Rahmenprogramm für Forschung und Entwicklung unterstützen.

Weitere Informationen:

Europäische Kommission: Mitteilung [KOM(2011)66] „Frühkindliche Betreuung, Bildung und Erziehung: der bestmögliche Start für alle unsere Kinder in die Welt von morgen“

Europäische Kommission: Frühkindliche Betreuung, Bildung und Erziehung


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