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Europäische Kommission – Pressemitteilung

Neue Analyse: Beschäftigungs- und Sozialpolitik sind der Schlüssel zum Aufschwung mit Jobwachstum in Europa

Brüssel, 15. Dezember 2011 – Die Europäische Kommission hat heute die erste jährliche Überprüfung der Entwicklungen in den Bereichen Beschäftigung und Soziales in Europa veröffentlicht. Darin wird hervorgehoben, dass eine Mischung aus Beschäftigungs- und Sozialpolitik notwendig ist, um angesichts der gegenwärtigen Konsolidierung der Finanzen und der trüben Wirtschaftsprognosen einen langfristigen Aufschwung, bei dem viele Arbeitsplätze geschaffen werden, zu gewährleisten. Die Ergebnisse zeigen, wie die Wirtschaftskrise Europas Strukturschwächen wie etwa die Einkommensunterschiede und die Abnahme von Arbeitsstellen im mittleren Einkommensbereich, vor allem in der verarbeitenden Industrie und im Baugewerbe, weiter verschärft hat. Armut ist nach wie vor weit verbreitet – im Jahr 2010 waren 115 Mio. Europäerinnen und Europäer (23 % der EU-Bevölkerung) von Armut oder sozialer Ausgrenzung bedroht. Bei der Überprüfung wurden auch die Mobilität der Arbeitskräfte innerhalb Europas und Strategien zum aktiven Altern analysiert und das Problem der Armut trotz Erwerbstätigkeit thematisiert.

Lázló Andor, EU-Kommissar für Beschäftigung, Soziales und Integration, betonte in seiner Stellungnahme zu dem neuen Überprüfungsbericht, wie wichtig ein integrierter Ansatz bei Wirtschafts-, Beschäftigungs- und Sozialpolitik ist: „Es zeigt sich, dass beinahe alle sozialen Herausforderungen einen starken Bezug zum Arbeitsmarkt haben, wie etwa die Armut trotz Erwerbsfähigkeit, und dass die Sozialpolitik die Ergebnisse für den Bereich Beschäftigung beeinflussen kann, z. B. durch Initiativen für das aktive Altern.“ Andor unterstrich die Marschrichtung aus dem neuen Jahreswachstumsbericht 2012 und betonte: „Um die Wirtschaftskrise in Europa wirksam zu bekämpfen und das Wachstum wieder anzukurbeln, müssen wir die wirtschaftlichen, beschäftigungspolitischen und sozialen Aspekte dieser Krise zusammen angehen.“

Die Überprüfung zeigt insbesondere auf, dass zwar in Ländern mit – historisch gesehen – eher größeren Ungleichheiten (wie Italien oder Griechenland) diese abgenommen haben bzw. nur noch leicht zunehmen, dass jedoch in vielen traditionell auf Gleichstellung ausgerichteten Mitgliedstaaten (wie den nordischen Ländern) mehr Ungleichheiten zu verzeichnen sind, Tendenz steigend. Mehr Beschäftigung, bessere Sozialinvestitionen und eine gerechtere Besteuerung von Spitzeneinkommen und Vermögen können zum Ausgleichen von Unterschieden beitragen.

Hinsichtlich der Armut wird in der Überprüfung hervorgehoben, dass in Osteuropa öfter gravierende materielle Entbehrungen hingenommen werden müssen, während in den nördlichen und westlichen Mitgliedstaaten der Ausschluss vom Arbeitsmarkt vorherrscht. Vor allem Ältere, Alleinerziehende und Haushalte mit geringer Erwerbsintensität sind von Armut und sozialer Ausgrenzung bedroht. Für mehr als 8 % der Menschen, die einer Arbeit nachgehen, besteht ein Armutsrisiko (sog. „erwerbstätige Arme“).

Die Steigerung der Beschäftigungsfähigkeit älterer Arbeitskräfte und die Förderung des aktiven Alterns werden als entscheidend angesehen, wenn bis zum Jahr 2020 das EU-Ziel einer Beschäftigungsquote von 75 % erreicht werden soll. Strategien zum aktiven Altern werden dazu beitragen, dass der Vorruhestand an Attraktivität verliert, das lebenslange Lernen gefördert wird, Arbeitsbedingungen auf die Bedürfnisse älterer Arbeitskräfte abgestimmt werden und für ältere Menschen Betreuungsangebote geschaffen werden.

Die Mobilität der Arbeitskräfte wird ebenfalls als wichtiger Faktor hervorgehoben, um der Arbeitslosigkeit und den Ungleichheiten auf den Arbeitsmärkten entgegenzuwirken. Die Zahlen belegen, dass für die meisten aufnehmenden Länder keine beträchtlichen Auswirkungen auf die Arbeitslosigkeit vor Ort oder das Arbeitsentgelt zu verzeichnen sind und auch die Gefahr der Abwanderung hochqualifizierter Kräfte in den Herkunftsländern offenbar insgesamt begrenzt ist. Die Erfahrungen zeigen, dass die Freizügigkeit sowohl den einzelnen Personen als auch den aufnehmenden Ländern Vorteile bringt und zur Eindämmung von Schwarzarbeit beiträgt.

Hintergrund

Der Überprüfungsbericht der Entwicklungen in den Bereichen Beschäftigung und Soziales basiert auf zwei Berichten, die die Generaldirektion Beschäftigung, Soziales und Integration bereits veröffentlicht hat (Beschäftigung in Europa und Bericht zur sozialen Lage), und geht darüber hinaus. Er wird jährlich vorgelegt.

Die Überprüfung und ihre Empfehlungen fließen im Rahmen der Strategie Europa 2020 in das Europäische Semester und die länderspezifischen Empfehlungen ein.

Weitere Informationen:

Überprüfung der Entwicklungen in den Bereichen Beschäftigung und Soziales:

http://ec.europa.eu/social/main.jsp?catId=738&langId=de&pubId=6176

Monitoring der sozialen Lage in Europa:

http://ec.europa.eu/social/main.jsp?catId=501&langId=de

Beschäftigung – Statistiken und Analyse:

http://ec.europa.eu/social/main.jsp?catId=113&langId=de

Siehe auch:

Konferenz, Video und Archivaufnahmen zum Thema „Ungleichheiten in Europa“

Kontakt:

Cristina Arigho (+32 229-85399)

Maria Javorova (+32 229-98903)


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