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Europäische Kommission – Pressemitteilung

Weiteres europäisches 5-Mio.-EUR-Hilfspaket angesichts der Verschärfung der humanitären Lage in Jemen

Brüssel, 12. Dezember 2011 – Aus Sorge über die Auswirkungen anhaltender Instabilität, Dürre und Armut auf Hunderttausende schutzbedürftige Menschen in Jemen stockt die Europäische Kommission ihre humanitäre Hilfe heute um weitere 5 Mio. EUR auf. Mit diesem Beschluss erhöht die Kommission ihre humanitären Mittel 2011 für Jemen auf 25 Mio. EUR und die gesamte humanitäre Hilfe der EU auf fast 60 Mio. EUR.

Die EU-Kommissarin für internationale Zusammenarbeit, humanitäre Hilfe und Krisenreaktion Kristalina Georgieva erklärte: „Als ich Jemen vor elf Monaten besuchte, stand das Land bereits kurz vor einer humanitären Krise. Seither hat sich die Lage verschlechtert: Hunderttausende haben ihr Dach über dem Kopf verloren, leiden Hunger und fallen Gewalt zum Opfer. In einem für das Land und seine Bewohner bedenklichen Augenblick stocken wir unsere Soforthilfe auf und werden die schutzbedürftigsten jemenitischen Familien insbesondere durch die Bereitstellung von Nahrungsmitteln und Gesundheitsfürsorge weiter unterstützen.“

Die zusätzlichen europäischen Mittel werden dazu beitragen, dass den von bewaffneten Auseinandersetzungen und politischen Wirren betroffenen Menschen, den Opfern der fortdauernden Nahrungsmittelkrise und den Flüchtlingen vom Horn von Afrika, insbesondere aus Somalia, Unterstützung und Schutz gewährt wird.

Mit ihnen werden die Verteilung von Nahrungsmitteln, „Bargeld für Arbeit“- Programme und kleine wirtschaftliche Initiativen finanziert. Außerdem wird der Zugang von 300 000 Menschen zu Wasser und sanitären Einrichtungen gewährleistet. Zusätzlich wird weiterhin die reguläre Entwicklungshilfe im Land ausgezahlt, die auf die Grundbedürfnisse der Bevölkerung ausgerichtet ist.

Die Vereinbarung, die Kommissarin Georgieva im Januar 2011 zwischen der jemenitischen Regierung und der größten Rebellengruppe im Norden, den Al‑Houthi‑Anhängern, aushandelte, hat dazu beigetragen, dass Mitarbeiter von Hilfsorganisationen Menschen in Konflikt- und Dürregebieten erreichen konnten. Die anhaltende Gewalt und Entführungen humanitärer Helfer behindern jedoch weiterhin die Auslieferung humanitärer Hilfe im ärmsten Land der arabischen Welt. Kommissarin Georgieva appelliert erneut an alle bewaffneten Gruppen in Jemen, ziviles Leben – vor allem Frauen und Kinder – zu schonen, die Hilfslieferungen und den Zugang dazu freizugeben und es Mitgliedern von Hilfsorganisationen zu ermöglichen, für die Bedürftigsten zu sorgen.

Hintergrund

Jemen ist tief gespalten in Stammes-, Wirtschafts- und Religionsgemeinschaften. Dies verschärft noch zusätzlich eine ohnehin schwierige humanitäre Situation, auf der die Bedrohung extremer Armut, fortdauernder bewaffneter Konflikte im Nordwesten, Südwesten und Osten Jemens und seit Januar 2011 im ganzen Land auftretender politischer und sozialer Unruhen lastet. In den letzten Monaten haben bewaffnete Konflikte in verschiedenen Teilen des Landes zu einer Zunahme der Zwischenfälle (1 500 Todesopfer und 20 000 Verletzte) und zu massiven Vertreibungen (mehr als 460 000 Vertriebene, davon allein letzten Monat 144 000 neue Binnenvertriebene) geführt.

Die Nahrungsmittelkrise in Jemen verschärft sich und wird durch die Dürre und steigende Nahrungsmittelpreise noch weiter verschlimmert. Die Unterernährung hat in mindestens fünf Gouvernoraten im Norden und Westen des Landes ein besorgniserregendes Ausmaß erreicht.

Auch von der humanitären Krise am Horn von Afrika ist Jemen unmittelbar betroffen. Als langfristiges Ziel für Flüchtlinge aus Somalia und Äthiopien wird Jemen zunehmend von somalischen Flüchtlingen angesteuert, die den Golf von Aden überqueren. Dem Hochkommissar für Flüchtlinge der Vereinten Nationen zufolge beherbergt Jemen derzeit rund 220 000 Flüchtlinge.

Das Land ist anfällig für Naturkatastrophen wie Dürre, nicht jahreszeitgemäße Niederschläge, Epidemien und Überschwemmungen. Die Auswirkungen des Klimawandels werden in der Region immer stärker spürbar.

Seit 1994 hat die Europäische Kommission mehr als 53 Mio. EUR humanitäre Hilfe zur Verfügung gestellt, damit die Bedürftigsten in Jemen Konflikte, Vertreibungen und Naturkatastrophen überleben.

Zur Beobachtung der Lage unterhält die Kommission ein Büro für humanitäre Fragen in Sana'a, um die europäische Hilfe effizient und dem Bedarf vor Ort entsprechend verteilen zu können. Es wurde im Januar 2011 von Kommissarin Georgieva eröffnet.

Weitere Informationen:

Website von EU-Kommissarin Georgieva:

http://ec.europa.eu/commission_2010-2014/georgieva/index_en.htm

Humanitäre Hilfe und Katastrophenschutz der Europäischen Kommission:

http://ec.europa.eu/echo/index_en.htm

Kontakt :

David Sharrock (+32 229-68909)

Irina Novakova (+32 229-57517)


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