Navigation path

Left navigation

Additional tools

Europäische Kommission – Pressemitteilung

Finanzierungsvorschlag – 5,8 Mrd. EUR für das europäische Erdbeobachtungsprogramm

Brüssel, 30. November 2011 – Heute hat die Europäische Kommission vorgeschlagen, das Programm GMES (Global Monitoring for Environment and Security – Globale Umwelt- und Sicherheitsüberwachung) zur Erdbeobachtung im Zeitraum 2014–2020 außerhalb des EU-Finanzrahmens zu finanzieren. Die dafür erforderlichen Mittel werden auf 5,8 Mrd. EUR geschätzt.

Die Kommission schlägt vor, für GMES einen besonderen Fonds ähnlich dem Europäischen Entwicklungsfonds anzulegen, den alle 27 EU-Mitgliedstaaten gemäß ihrem Bruttonationaleinkommen (BNE) speisen sollen. Dazu wird eine Regierungsübereinkunft zwischen den im Rat vereinten EU-Mitgliedstaaten erforderlich sein. Das Programm wird von der Kommission koordiniert werden, die finanzielle Verwaltung des Programms könnte der Agentur für das Europäische GNSS (GSA) übertragen werden.

Dazu erklärte Vizepräsident Antonio Tajani, das für Industrie und Unternehmertum zuständige Kommissionsmitglied: „Um die ständig zunehmenden Aufgaben im Weltmaßstab zu bewältigen, braucht Europa ein eigenes, gut koordiniertes und zuverlässiges Erdbeobachtungssystem. Das Programm GMES wird der weltraumbezogenen Forschung in Europa erheblichen Auftrieb geben, die Konjunkturbelebung unterstützen und wesentliche Herausforderungen angehen, vor denen die Bürgerinnen und Bürger Europas heute stehen.

Weitere Informationen zur globalen Umwelt- und Sicherheitsüberwachung (GMES):

http://ec.europa.eu/enterprise/policies/space/gmes/index_de.htm.

Hintergrund

GMES – Europas Werkzeug zur Erhöhung der Sicherheit, zur Bekämpfung der Klimawandels und zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit

Mit seinen „Sentinel“-Satelliten liefert GMES Informationen, mit denen sich besser verstehen lässt, wie und in welcher Richtung sich unsere Erde möglicherweise wandelt, und es erlaubt die Überwachung des Zustands der Umwelt auf dem Land, auf dem Meer und in der Atmosphäre. Die Abmilderung des Klimawandels, die Reaktion auf Notfälle, eine bessere Grenzsicherung, die Verbesserung der Sicherheit und die Warnung der Menschen bei Verschlechterung der Atemluft sind Dienste, die auf genaue und rechtzeitige Daten über unsere Erde angewiesen sind. GMES liefert die erforderlichen Daten, einschließlich der Karten für Notfalleinsätze, für die Überwachung der Parameter des Klimawandels, der Temperatur von Ozeanen und Meeren oder über die chemische Zusammensetzung der Atmosphäre. Auch für die Verbesserung der öffentlichen Sicherheit, etwa die Überwachung von Grenzen und die Bekämpfung der Seeräuberei und des organisierten Verbrechens, ist GMES von Bedeutung.

Einer Kosten-Nutzen-Analyse zufolge dürften die aus GMES erwachsenden Vorteile mindestens zweimal so viel wert sein wie die Investitionskosten im Zeitraum bis 2020 und viermal so viel wie die Kosten bis 2030. GMES könnte dem Wirtschaftswachstum und der Schaffung von Arbeitsplätzen durch die Entwicklung innovativer Dienstleistungen und gewerblicher Anwendungen in den nachgelagerten Wirtschaftszweigen gewaltigen Auftrieb verleihen.

Dank seiner europäischen Dimension erschließt GMES Größenvorteile, erleichtert gemeinsame Investitionen in große Infrastrukturen, fördert die Koordinierung von Anstrengungen und Beobachtungsnetzen, ermöglicht die Harmonisierung und wechselseitige Kalibrierung von Daten und gibt in Europa den nötigen Anstoß zum Entstehen von Leistungszentren auf Weltniveau.

Die Harmonisierung und Normung der Geo-Informationen auf EU-Ebene stellt eine wesentliche Aufgabe bei der Verwirklichung vielfältiger politischer Konzepte der Union dar. In vielen Bereichen, die für die Umwelt von Bedeutung sind – z. B. Abmilderung des Klimawandels und Konzepte zur Anpassung –, muss im Weltmaßstab gedacht und vor Ort gehandelt werden. Mit GMES sichert sich die EU ihren eigenen unabhängigen Zugang zu zuverlässigen, nachprüfbaren und nachhaltigen Daten über Umwelt und Sicherheit, und mit GMES trägt sie zu der internationalen Initiative GEOSS (Global Earth Observation System of Systems – Globales Überwachungssystem für Erdbeobachtungssysteme) bei, um globale Beobachtungsdatensätze und -informationen aufzubauen. So vergrößert die EU ihren Einfluss bei internationalen Verhandlungen und Verträgen wie den drei Übereinkommen von Rio, dem Kyoto-Folgevertrag sowie anderen bilateralen Abkommen oder multilateralen Übereinkünften. GMES ist als Beitrag Europas zum Aufbau des Systems globaler Erdüberwachungssysteme (Global Earth Observation System of Systems – GEOSS) anerkannt, das im Rahmen der „Gruppe zur Erdbeobachtung“ (Group on Earth Observations – GEO) entwickelt wird.

Die Kommission gab an, dass angesichts der Beschränkungen des EU‑Haushalts vorgeschlagen werde, GMES von 2014 bis 2020 außerhalb des mehrjährigen Finanzrahmens zu finanzieren. Gleichwohl ist die Kommission dem Erfolg von GMES nach wie vor verpflichtet, und diesbezüglich wird mit der heutigen Mitteilung der Beginn der Debatte mit dem Europäischen Parlament, dem Rat, dem Europäischen Wirtschafts- und Sozialausschuss sowie mit dem Ausschuss der Regionen über die Zukunft des Programms GMES eingeläutet.

Kontakt

Carlo Corazza +32 229-51752


Side Bar

My account

Manage your searches and email notifications


Help us improve our website