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Europäische Kommission – Pressemitteilung

Sozialerhebung: Zweifel am Ende der Krise halten an, doch es herrscht weiterhin Zuversicht, dass die EU positiven Einfluss nehmen kann

Brüssel, 29. November 2011 – Laut einer aktuellen Eurobarometer-Umfrage sorgt sich mehr als ein Drittel aller derzeit erwerbstätigen Bürgerinnen und Bürger in Europa (35 %) um den Arbeitsplatz. Diese Zahl hat sich damit seit 2009 leicht erhöht (plus 2 Prozentpunkte). In einer Phase, in der Europa mit enormen wirtschaftlichen Herausforderungen konfrontiert ist, vertritt – wie bestimmte soziale Schlüsselindikatoren zeigen – eine breite Mehrheit der Befragten die Auffassung, dass die EU insgesamt in jüngster Zeit Rückschritte gemacht hat. Im Einzelnen äußern sich 71 % der Europäerinnen und Europäer pessimistisch im Hinblick auf ein baldiges Ende der Wirtschaftskrise, und 87 % (d. h. mehr Menschen als im Jahr 2009) sind der Meinung, dass die Armut zugenommen hat.

Allerdings hat die allgemeine pessimistische Einschätzung, was die Gesellschaft generell – und ein schnelles Ende der Wirtschaftskrise – anbelangt, bei der Mehrzahl der Befragten nicht zu einer schlechteren Einschätzung ihrer eigenen Zukunftsaussichten geführt. Im Vergleich zum Jahr 2009 vertrauen 2011 mehr Menschen darauf, dass sie ihre Arbeit behalten; zwei Drittel der Befragten sind zuversichtlich, dass sie in zwei Jahren eine Arbeitsplatz haben werden, und mehr als 60 % denken, dass sie im Fall eines Arbeitsplatzverlusts wahrscheinlich relativ schnell eine neue Beschäftigung finden könnten. 24 % der zurzeit Erwerbstätigen würden im Fall von Arbeitslosigkeit auch die Gründung eines eigenen Unternehmens in Erwägung ziehen. Die größten Sorgen um ihren Arbeitsplatz machen sich aktuell die Bürgerinnen und Bürger in Spanien (72 %), Griechenland (63 %) und Litauen (61 %).

Die Menschen in Europa sind im Allgemeinen der Auffassung, dass sich die Arbeit der EU auf die Beschäftigungs- und Sozialpolitik in ihrem Land positiv auswirkt: 52 % denken, dass die EU die Beschäftigungspolitik positiv beeinflusst, und 51 % sagen dies in Bezug auf die Sozialpolitik (am höchsten sind die Werte mit 74 bzw. 71 % in der Slowakei). Diese Zahlen liegen wesentlich höher, wenn spezifische Fragen gestellt werden. Die Rolle der EU sehen 70 % der Befragten positiv, was die Erleichterung einer Berufstätigkeit in verschiedenen EU-Mitgliedstaaten angeht; 67 % bestätigen die positive Rolle der EU im Hinblick auf die Verbesserung des Zugangs zu allgemeiner und beruflicher Bildung, 59 % im Hinblick auf die Vereinfachung von Unternehmensgründungen und 58 % im Hinblick auf die Festlegung EU-weiter Mindeststandards in Bezug auf die Arbeitsbedingungen. Bei der Frage nach der Bewältigung der sozialen und beschäftigungspolitischen Herausforderungen befürworten die Befragten das Konzept der Flexicurity, wie etwa regelmäßige Schulungen zur Verbesserung der Berufsaussichten; die Hälfte der Befragten widerspricht indes der Aussage, dass viele Menschen zu früh in den Ruhestand gehen.

Zwischen den einzelnen Mitgliedstaaten zeigen sich jedoch große Unterschiede. Zuversicht und Optimismus sind in einigen Staaten erheblich stärker ausgeprägt als in anderen. Die Zuversicht, dass die EU positiven Einfluss nehmen kann, ist in den Ländern geschwunden, in denen die Wirtschaftsaussichten derzeit am schlechtesten sind, also Spanien, Griechenland, Portugal und Zypern. In Spanien, dem extremsten Fall, ging der Anteil der Befragten, die sagen, dass die EU bei der Schaffung neuer Beschäftigungsmöglichkeiten und der Bekämpfung der Arbeitslosigkeit eine positive Rolle spielt, im Vergleich zum Jahr 2009 mit 44 % erheblich zurück (minus 40 Prozentpunkte).

Generell besteht der Wunsch nach mehr und besseren Informationen über den künftigen Arbeitsmarkt; 58 % der Befragten wünschen sich Informationen zu Aus- und Weiterbildungsentscheidungen und zu zukunftsträchtigen Berufen. In Bezug auf die EU-Fonds zeigen die Umfrageergebnisse, dass sich die EU bei ihrer Sozial- und Beschäftigungspolitik unter anderem darauf konzentrieren muss, die Mittel aus dem ESF (Europäischer Sozialfonds) und dem EGF (Europäischer Fonds für die Anpassung an die Globalisierung) effektiv einzusetzen, damit der Hoffnungsschwund in Ländern mit anhaltend hohen Arbeitslosenquoten gestoppt und die Entwicklung umgekehrt wird. Fast die Hälfte der Europäerinnen und Europäer (45 %) kennen den Europäischen Sozialfonds (ESF) (plus 5 % seit Mitte 2010). Am bekanntesten ist er in der Slowakei (67 %), in Portugal (64 %) und in Lettland (60 %); am wenigsten kennt man ihn in Dänemark (19 %). Der Bekanntheitsgrad des EGF auf EU-Ebene ist etwas geringer (29 %). Während heute im Vergleich zum Jahr 2009 mehr Europäerinnen und Europäer den ESF kennen, ist es für das europäische Selbstvertrauen – und nicht zuletzt für die EU selbst – äußerst wichtig, dass die Menschen in Europa wahrnehmen, welche Anstrengungen die EU zur Bewältigung der zurzeit als beängstigend empfundenen Probleme unternimmt.

Weitere Informationen:

Eurobarometer Spezial 377: Europäische Beschäftigungs- und Sozialpolitik

http://ec.europa.eu/public_opinion/archives/eb_special_379_360_en.htm#377

Kontakt:

Cristina Arigho (+32 229 85399)

Maria Javorova (+32 229 98903)


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