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Europäische Kommission – Pressemitteilung

Luftverkehr: Schlüsselziele des europäischen Flugverkehrsmanagements stehen laut Fortschrittsberichten in Frage

Brüssel, 25. November 2011 – Die heute veröffentlichten Fortschritts­berichte zum einheitlichen europäischen Luftraum, der bis 2030 über ein europaweites Flugverkehrsmanagementsystem verfügen soll, schlagen Alarm. „Wir laufen Gefahr, in Rückstand zu geraten, so dass wir den zunehmenden Luftverkehr nicht mehr bewältigen können, der bis 2030 auf fast das Doppelte ansteigen wird.“, erklärte der für Verkehr zuständige Vizepräsident Siim Kallas. „2012 ist das Entscheidungsjahr für den einheitlichen europäischen Luftraum. Es steht viel auf dem Spiel.“ Trotz der bisherigen Anstrengungen geht aus der „Ampelbewertung“ der Kommission hervor, dass die große Mehrheit der Mitgliedstaaten im orangefarbenen oder roten Bereich liegt und kritische Ziele für 2012 zu verfehlen droht (siehe die beigefügten „Ampeltabellen“).

2012 ist ein kritisches Jahr für den einheitlichen europäischen Luftraum, in dem vier Hauptziele zu erreichen sind:

  • Einführung des Leistungssystems, mit dem Schlüsselziele für das Flugverkehrsmanagement festgelegt werden (Beginn Anfang 2012);

  • Inbetriebnahme von neun „funktionalen Luftraumblöcken“ (bis Ende 2012);

  • Tätigwerden des Netzmanagers für das Flugverkehrsmanagement (bereits benannt: Eurocontrol);

  • Beginn der Einführungsphase von SESAR, der technischen Komponente des einheitlichen europäischen Luftraums (ab 2014), mit Abschluss der FuE-Phase und Bereitstellung neuer Ausrüstungen und Techniken.

In den heute von der Kommission veröffentlichten „Ampelbewertungen“, die auf zwei Fortschrittsberichten beruhen, kommt die Besorgnis in Bezug auf zwei Hauptkomponenten zum Ausdruck, die im Mittelpunkt des projektierten einheitlichen europäischen Luftraums stehen: das Leistungssystem und die funktionalen Luftraumblöcke.

1. Leistungssystem

Ergebnis: Nur 5 von 27 Mitgliedstaaten (Belgien, Dänemark, Litauen, Luxemburg und die Niederlande) erreichen ein „Grün“ und sind bei beiden Zielen (Kosten und Kapazität/Verspätungen) für den Zeitraum 2012-14 im Zeitplan. Die Kommission hat den Mitgliedstaaten heute die Empfehlung übermittelt, diese Ziele zu überarbeiten. Falls nötig, könnte die Kommission einen verbindlichen Beschluss fassen, mit dem die betreffenden Mitgliedstaaten aufgefordert werden, bestimmte Korrektur­maßnahmen zu treffen. Es bleibt jedoch nicht mehr viel Zeit dafür, die Ziele ohne Rückgriff auf diese Maßnahme zu erreichen.

Bei der derzeitigen Planung der Mitgliedstaaten wird das EU-weite Kapazitäts­ziel von 0,5 Minuten Verspätung je Flug im Jahr 2014 verfehlt. Bei Zielerreichung würden aufgrund geringerer Verspätungen im Zeitraum 2012–14 rund 920 Mio. EUR eingespart.

Die nationalen Leistungspläne gewährleisten auch nicht die Erreichung des EU-weiten Ziels für die Kosteneffizienz des Flugverkehrsmanagements von 2,4 % im Jahr 2014. Dies hätte bedeutende Auswirkungen sowohl auf die Luftraumnutzer als auch hinsichtlich der Glaubwürdigkeit des Vorhabens, einen einheitlichen europäischen Luftraum zu schaffen. Um das Ziel zu erreichen, sind zusätzliche Maßnahmen erforderlich, mit denen über den gesamten dreijährigen Bezugszeitraum (2012–14) 250 Mio. EUR eingespart werden.

2. Funktionale Luftraumblöcke (FAB)

Ergebnis: Alle funktionalen Luftraumblöcke (FAB), ausgenommen lediglich der dänische/schwedische FAB, sind im orangefarbenen oder roten Bereich und geben Grund zur Besorgnis. Die Kommission fordert die Mitgliedstaaten dringend auf, ihre diesbezüglichen Aktivitäten zu forcieren. Werden keine entsprechenden Maßnahmen auf nationaler Ebene getroffen, könnte die Kommission gezwungen sein, die Legislativpakete zum einheitlichen europäischen Luftraum wieder aufzuschnüren und eine radikalere Lösung durchzusetzen.

Weitere Informationen zu den beiden Fortschrittsberichten, den Leistungszielen und funktionalen Luftraumblöcken siehe MEMO/11/831.

Zahlen und Fakten: Der einheitliche europäische Luftraum

Die Kapazität des Luftraums und der Flughäfen in Europa ist möglicherweise bald erschöpft. Ohne maßgebliche Investitionen in die Modernisierung des europäischen Flugverkehrsmanagement­systems („einheitlicher europäischer Luftraum“) werden der Luftraum in Europa und unsere Flughäfen vollkommen überlastet sein.

  • Derzeit ist ein jährliches Aufkommen von 1,4 Mrd. Fluggästen an 440 Flughäfen zu bewältigen.

  • 26 000 Flüge am Tag durchqueren den europäischen Luftraum.

  • Jährlich werden 10 Mio. Flüge durchgeführt; diese Zahl steigt jedes Jahr um bis zu 5 %.

  • In 20 Jahren werden 16,9 Mio. Flüge zu bewältigen sein. 2030 werden dann so viele Flüge in Europa durchgeführt, wie Beijing Einwohner hat.

Die Herausforderung: Flüge, die komfortabel, sicher und pünktlich sind.

  • Das Problem: Das Flugverkehrsmanagementsystem ist überholt; einige der Basistechnologien stammen aus den 1950-er Jahren.

  • Die Lösung: Modernisierung des europäischen Luftraums durch Realisierung einer europaweiten Flugsicherung (einheitlicher Luftraum), Modernisierung eines fragmentierten Systems von 27 nationalen Lufträumen durch Errichtung eines kohärenten europaweiten Flugverkehrsmanagementsystems.

  • a) Verdreifachung der Luftraumkapazität

  • b) Verbesserung der Sicherheit um den Faktor 10

  • c) Verminderung der Umweltauswirkungen um 10 %

  • d) Verringerung der Kosten des Flugverkehrsmanagements um 50 %.

Schaffung des einheitlichen europäischen Luftraums – Europäische Kommission, Mitgliedstaaten, EUROCONTROL, SESAR und Luftfahrtsektor

ANNEX 1

European Commission "Traffic light assessment" of progress on functional airspace blocks.

Target: All 9 FABs to be fully operational by end 2012.

Result: All FABs in orange or red zones except for one (Denmark/Sweden)

ANNEX 2

European Commission "traffic light assessment" of Member State performance plans for ATM cost and capacity (delays)

Target: Performance scheme meeting EU-wide targets to start early 2012.

Result: Only 5 Member States have submitted performance plans which would enable the EU wide targets to be met. All others are in the orange or red zones.

Ansprechpartner:

Helen Kearns (+32 2 298 76 38)

Dale Kidd (+32 2 295 74 61)


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