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Europäische Kommission – Pressemitteilung

EU kündigt engere Zusammenarbeit mit der Anna-Lindh-Stiftung im Rahmen eines neuen gemeinsamen Programms zur Wiederbelebung der arabischen Zivilgesellschaft an

Brüssel, 22. November 2011 – Der für die Erweiterung und die Nachbarschaftspolitik zuständige EU-Kommissar Stefan Füle legte heute die Modalitäten einer tiefgreifenderen und engeren Partnerschaft mit der Anna-Lindh-Stiftung dar. Die Initiative dient der Wiederbelebung der Zivilgesellschaften im südlichen Mittelmeerraum und der Stärkung ihrer Kapazitäten im Hinblick auf den Übergang zur Demokratie. Der Kommissar startet ein neues gemeinsames Dreijahres-Programm mit der Stiftung, das parallel zum aktuellen Mandat der EU-Anna-Lindh-Stiftung läuft. Die EU ist mit rund 20 Mio. EUR, die seit der Gründung der Stiftung im Jahr 2005 bereitgestellt wurden, bereits der führende Geber.

Kommissar Füle sprach in Brüssel anlässlich eines Treffens mit über 100 Teilnehmern, darunter Mitglieder der 2003 eingesetzten „Gruppe der Weisen“ (die Gründungsväter der Stiftung), führende Akteure der Zivilgesellschaft aus der Region Europa-Mittelmeer, Mitglieder des Anna-Lindh-Beirats sowie politische Vertreter und Diplomaten aus Ländern Europas, Nordafrikas und des Nahen Ostens. Das Treffen war einberufen worden, um eine Bilanz der Tätigkeit und der Strategien der Stiftung zu ziehen und neue Leitlinien zu erörtern. In seiner Eröffnungsrede betonte der Kommissar die Notwendigkeit einer engeren Zusammenarbeit mit unseren Partnern, die im Zuge des „arabischen Frühlings“ auf sich verändernde Bedürfnisse reagieren müssen.

“Angesichts der neuen politischen Realitäten, denen die Europäische Union in der Mittelmeerregion gegenübersteht, sind wir bei unserem Bestreben, die sich verändernden und umgestaltenden Gesellschaften in ihrem legitimen Kampf um Reformen und Demokratie zu unterstützen, mehr denn je auf Partner wie die Anna-Lindh-Stiftung angewiesen. Wir verfolgen für die Region die gleichen Ziele wie die Stiftung. Um diese Ziele zu erreichen, müssen die gemeinsam mit unseren Partnern durchgeführten Maßnahmen klar, kohärent und gut aufeinander abgestimmt sein.

In den vergangenen sechs Jahren haben wir die Arbeit der Anna-Lindh-Stiftung finanziell und politisch unterstützt und die Bevölkerung dieser Region konnte von diesen Investitionen profitieren. Ich freue mich, heute ankündigen zu können, dass wir diese Unterstützung durch ein neues, von der Stiftung verwaltetes Dreijahres-Programm vertiefen wollen, das auf die Mobilisierung und Wiederbelebung der Zivilgesellschaften in den Ländern des südlichen Mittelmeerraums und die Stärkung ihrer Kapazitäten für die Teilnahme am demokratischen Übergang ausgerichtet ist.“

Dieses neue zusätzliche Programm ergänzt das Dreijahres-Arbeitsprogramm für den Zeitraum 2012-2014 und wird sich zunächst auf Initiativen in Tunesien, Libyen und Ägypten konzentrieren. Selbstverständlich kann es auf andere Länder in der Region ausgeweitet werden.

Zu den neuen Programmzielen zählen Maßnahmen – beispielsweise Schulungen und Austausch auf regionaler Ebene – die die Akteure der Zivilgesellschaft beim Aufbau neuer demokratischerer Gesellschaften unterstützen sollen. Außerdem werden Frühwarnsysteme zur Interpretation und Analyse der sich verändernden interkulturellen und sozialen Trends geschaffen. Der Schwerpunkt der Initiative, die Anfang 2012 anlaufen soll, wird auf den Sektoren Medien, Kultur und Bildung liegen.

Hintergrund

Die Anna-Lindh-Stiftung (ALF) ist die erste gemeinsame Einrichtung der Partnerschaft Europa-Mittelmeer. Sie hat den Auftrag, Menschen aus dem gesamten Mittelmeerraum zusammenzubringen, den gegenseitigen Respekt der Kulturen zu verbessern und die Zivilgesellschaft bei ihrem Einsatz für die gemeinsame Zukunft der Region zu unterstützen.

Seit sie 2005 ihre Arbeit aufnahm, hat die ALF eine Reihe bereichsübergreifender Maßnahmen gestartet und unterstützt, die sich auf die gegenseitige Wahrnehmung von Menschen aus unterschiedlichen Kulturen und unterschiedlichen Glaubens sowie auf den Aufbau eines regionsweiten Netzes von über 4000 Organisationen der Zivilgesellschaft und Nichtregierungsorganisationen erstrecken www.annalindhreview.org). Die ALF will durch ihre Tätigkeit zur Entwicklung einer interkulturellen Strategie für die Region Europa-Mittelmeer beitragen, indem sie Entscheidungsträgern und Institutionen Empfehlungen an die Hand gibt und sich für gemeinsame Werte einsetzt.

Gegenseitigen Respekt fördern

Das Hauptaugenmerk der ALF liegt auf der Überwindung von Missverständnissen und Stereotypen, die sich auf die Beziehungen zwischen den Gesellschaften in der Region und auch innerhalb der Gesellschaften auswirken – eine Aufgabe, die im zurückliegenden Jahrzehnt von größter Bedeutung war. Als Beitrag zur Schaffung eines Raums von Wohlstand, Koexistenz und Frieden arbeitet die ALF daran, das Vertrauen in den Dialog wiederherzustellen, die Kluft zwischen unterschiedlichen Wahrnehmungen zu überwinden sowie Vielfalt und Koexistenz zu fördern.

Die ALF erleichtert und fördert Maßnahmen der Zivilgesellschaft in der Region Europa-Mittelmeer in vorrangigen Bereichen, die es Einzelnen und Gruppen ermöglichen, gemeinsame Werte zu teilen und zusammenzuleben. Das Stiftungsprogramm ist schwerpunktmäßig auf Maßnahmen in Bereichen ausgerichtet, die für den Dialog über soziale und die Menschen betreffende Fragen von grundlegender Bedeutung sind: Bildung und Jugend, Kultur und Kunst, Städte und Migration, Werte, Religion und Spiritualität, Frieden und Koexistenz, Medien und die öffentliche Meinung.

In dem Bewusstsein, dass die Herausforderungen des interkulturellen Dialogs in der Union für den Mittelmeerraum eine wissenschaftliche und soziale Bewertung erfordern, übernimmt die ALF auch die Aufgabe, die Entwicklung von Werten und interkulturellen Entwicklungen in der Region zu beobachten. Im September 2010 wurde der erste Anna-Lindh-Bericht über interkulturelle Entwicklungen veröffentlicht (www.annalindhreport.org).

Erleichterung von Maßnahmen vor Ort

Die Stiftung entwickelt in jedem ihrer vorrangigen Bereiche in Zusammenarbeit mit internationalen Partnern breit angelegte Programme und gewährt im Wege ihrer offenen Aufforderungen zur Einreichung von Vorschlägen Zuschüsse für Projekte, die die Mitglieder ihrer 43 Netze der Zivilgesellschaft zusammenbringen. Die Stiftung erleichtert ferner die Konzeption gemeinsamer Maßnahmen und Projekte der Mitglieder auf nationaler oder regionaler Ebene und unterstützt Maßnahmen zur Förderung des interkulturellen Dialogs zwischen Menschen auf lokaler Ebene. Die ALF startet unter Beteiligung ihrer Netze regionsweite Initiativen nach dem Vorbild von „1001 Actions for Dialogue”(2008) und „Restore the Trust, Rebuild Bridges” (2009). Beim ersten Anna-Lindh-Forum (2010) kamen in Barcelona über 700 Menschen zusammen.

Zu den langfristigen internationalen und regionalen Partnern der ALF zählen die „Allianz der Zivilisationen“ der Vereinten Nationen, die Arabische Liga, der Europarat, UNESCO, ALECSO, ISESCO, EMUNI und die Parlamentarische Versammlung Europa-Mittelmeer.

Finanzielle Unterstützung der Anna-Lindh-Stiftung durch die EU:

2005-2008: 5 Mio. EUR

2008-2011: 7 Mio. EUR

2011-2014: 7 Mio. EUR

Weitere Informationen:

www.euromedalex.org

Kontakt:

Peter Stano (+32 2 295 74 84)

Anca Paduraru (+32 2 296 64 30)


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