Navigation path

Left navigation

Additional tools

Entwicklungshilfe: überwältigende Hilfsbereitschaft der Europäer

European Commission - IP/11/1390   23/11/2011

Other available languages: EN FR DA ES NL IT SV PT FI EL CS ET HU LT LV MT PL SK SL BG RO

Europäische Kommission – Pressemitteilung

Entwicklungshilfe: überwältigende Hilfsbereitschaft der Europäer

Brüssel, 23. November 2011 –Einer neueren Umfrage zufolge bleibt Hilfe für die Armen für die Europäer weiterhin eine Priorität. 84 % der Teilnehmer einer neuen Eurobarometer-Umfrage sprechen sich dafür aus, dass Entwicklungshilfe geleistet wird, damit weltweit ein Beitrag zur Armutsbekämpfung geleistet wird. Die Mehrzahl der EU-Bürger (84 %) begrüßt ferner, dass die EU bei der Entwicklungszusammenarbeit (EZ) die verantwortungsvolle Staatsführung und die Menschenrechte in den Entwicklungsländern verstärkt in den Mittelpunkt stellt, wie Kommissar Piebalgs in seinem jüngsten entwicklungspolitischen Vorschlag „Agenda für den Wandel” anregte.

Der selben Umfrage zufolge sind die Europäer bereit, sich aktiv an der Hilfe für in Armut lebende Menschen zu beteiligen – die Hälfte der EU-Bürger sind bereit, im Alltag beim Einkauf tiefer in die Tasche zu greifen (z. B. für Fair-Trade-Produkte), wenn sie wissen, dass dies Entwicklungsländern zugute käme.

EU-Entwicklungskommissar Andris Piebalgs erklärte: „Die Europäer geben den Politikern in der EU und darüber hinaus ein klares Signal: Selbst in wirtschaftlich schwierigen Zeiten sind sie fest entschlossen, anderen Menschen aus der Armut zu helfen. Diese Großzügigkeit muss sich auch auf der politischen Ebene widerspiegeln. Wir müssen effizienter und transparenter handeln, um die Ergebnisse unserer Hilfe sichtbar zu machen und zu zeigen, was mit unseren Mitteln erreicht wird. Das hochrangige Forum zur Wirksamkeit der Entwicklungszusammenarbeit, das nächste Woche in Busan, Südkorea, stattfindet, wird eine ausgezeichnete Gelegenheit bieten, der Frage nachzugehen, wie wir unsere Hilfe noch wirksamer machen können, und ich bin froh, dass die Bürger uns in diesem Anliegen unterstützen.“

Die Jugend Europas – stärkster Verbündeter der Armen in der Welt

Die jungen Europäer (15- bis 24-Jährige) haben in der Eurobarometer-Umfrage ausdrücklich ihre Unterstützung für die Entwicklungspolitik bekräftigt. 90 % sind der Auffassung, es sei wichtig, armen Menschen zu helfen, und 41 % halten dies für „sehr wichtig“, während dies in der Altersgruppe der über 40-Jährigen lediglich bei 35 % der Fall ist. Die jungen Menschen zeigen auch das stärkste persönliche Engagement für die Sache: 53 % der Jugendlichen und 60 % der Studierenden wären bereit, mehr für Produkte (z. B. aus fairem Handel) zu zahlen, wenn dies den armen Menschen in der Welt zugute käme. Auch der Anteil derjenigen, die sich dafür aussprechen, die Entwicklungshilfe wie versprochen aufzustocken, ist unter den jungen Menschen besonders groß (69 % gegenüber einem Mittelwert von 62 % für alle Umfrageteilnehmer).

Sonstige Ergebnisse

  • 62 % der EU-Bürger sind dafür, die Entwicklungshilfe bis 2015 auf mindestens 0,7 % des Bruttonationaleinkommens der EU anzuheben.

  • 70 % meinen, dass Afrika südlich der Sahara weltweit am stärksten auf Hilfe zur Armutsbekämpfung angewiesen ist, gefolgt vom Nahen Osten und Nordafrika (33 %).

  • 80 % sind dafür, die Entwicklungspolitik mit der Politik der EU in anderen Bereichen wie Migration, Handel oder Sicherung der Energieversorgung zu verknüpfen.

  • 42 % sind der Auffassung, dass die Wirksamkeit der Hilfe vor allem durch eine engere Zusammenarbeit mit den Entwicklungsländern selbst gesteigert werden kann, während 36 % sich eher für eine bessere Zusammenarbeit mit anderen Geberländern, wie den USA und Australien, aussprechen.

Hintergrund

Die Eurobarometer-Umfrage zur Zukunft der Entwicklungshilfe (Eurobarometer Spezial Nr. 375: „Making a difference in the world: Europeans and the future of development aid“) wurde im September 2011 in den 27 EU-Mitgliedstaaten durchgeführt. 26 856 Europäer (Alter: ab 15 Jahren aufwärts) wurden im persönlichen Gespräch befragt. Mit dieser Umfrage sollen im Vorfeld der hochrangigen Treffens zur Wirksamkeit der Entwicklungszusammenarbeit in Busan, Südkorea (29. November – 2. Dezember) die Ansichten der Öffentlichkeit zur Frage der Entwicklungshilfe und der Zukunft der Entwicklungszusammenarbeit sondiert werden.

Hochrangiges Forum zur Wirksamkeit der Entwicklungszusammenarbeit in Busan

Das vierte hochrangige Forum zur Wirksamkeit der Entwicklungszusammenarbeit in Busan, Südkorea, wird eine ausgezeichnete Gelegenheit bieten, die Bemühungen zur Verbesserung der EZ-Wirksamkeit fortzusetzen und die Partnerschaften zwischen Entwicklungsländern, Gebern und NRO, aber auch mit den Schwellenländern und dem Privatsektor auszubauen.

Das Forum wird auch Gelegenheit bieten zu erörtern, welche Fortschritte im Hinblick auf frühere – in Paris und Accra getroffene – globale Zusagen erzielt wurden, und diese zu vertiefen, um sicherzustellen, dass die Millenniums‑Entwicklungsziele bis 2015 erreicht werden.

Agenda für den Wandel

Im Oktober 2011 legte die Europäische Kommission die „Agenda für den Wandel“ in der EU-Entwicklungspolitik vor. Diesen Vorschlägen zufolge soll die EU zur Minderung der Armut einen strategischeren Ansatz verfolgen und unter anderem die Mittel für die Entwicklungszusammenarbeit zielgerichteter zuweisen.

Diese sollen künftig größtenteils in Bereiche fließen, die von entscheidender Bedeutung für ein langfristiges breitenwirksames Wachstum sind, und vor allem Ländern zugutekommen, die am stärksten auf Außenhilfe angewiesen sind und in denen mit der größten Wirkung zu rechnen ist. Um mehr Mittel für die Entwicklungsfinanzierung zu mobilisieren, wird die EU neue Wege beschreiten und beispielsweise Zuschüsse und Darlehen kombinieren. Außerdem wird die Kommission die EU und ihre Mitgliedstaaten aufrufen, Strategien und Programme gemeinsam auszuarbeiten und im Rahmen dieser sogenannten „gemeinsamen Programmierung“ die Arbeitsteilung zu verbessern, um die Wirkung der Entwicklungszusammenarbeit zu erhöhen.

Die EU als Geber

Die Europäische Union als Ganzes (Mitgliedstaaten plus EuropeAid, Fonds unter Kommissionsverwaltung) ist weltweit der größte Geber öffentlicher Entwicklungshilfe und hilft Menschen in mehr als 150 Ländern. Im Jahr 2010 stellte sie mit insgesamt 53,8 Mrd. EUR mehr als 50 % der weltweiten Entwicklungshilfe bereit. Die Europäische Kommission verwaltet jährlich Entwicklungshilfemittel im Umfang von 11 Mrd. EUR und ist damit der zweitgrößte Geber der Welt.

Weitere Informationen

MEMO/11/815 – Background: Special Eurobarometer 'Making a difference in the world – Europeans and development aid'

Die gesamte Sonderumfrage Nr. 375 von Eurobarometer kann im Internet eingesehen werden:

http://ec.europa.eu/public_opinion/whatsnew2011_en.htm

Agenda für den Wandel:

http://ec.europa.eu/europeaid/what/development-policies/documents/agenda_for_change_de.pdf

Website der GD Entwicklung und Zusammenarbeit – EuropeAid:

http://ec.europa.eu/europeaid/index_en.htm

Website des EU-Kommissars für Entwicklung, Andris Piebalgs:

http://ec.europa.eu/commission_2010-2014/piebalgs

Kontakt:

Catherine Ray (+32 229-69921)

Wojtek Talko (+32 229-78551)


Side Bar

My account

Manage your searches and email notifications


Help us improve our website