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Fischerei: Kommission schlägt völliges Verbot des Abtrennens von Haifischflossen an Bord vor

European Commission - IP/11/1384   21/11/2011

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Europäische Kommission – Pressemitteilung

Fischerei: Kommission schlägt völliges Verbot des Abtrennens von Haifischflossen an Bord vor

Brüssel, den 21. November 2011 – Die Europäische Kommission hat heute vorgeschlagen, das so genannte „Finning“ von Haifischen an Bord von Schiffen ausnahmslos zu verbieten. Beim Hai-Finning werden die Flossen vom – oftmals noch lebendigen – Hai abgetrennt und dann der Haifischkörper ohne Flossen zurück ins Meer geworfen. Die Kommission schlägt vor, dass ab dem jetzigen Zeitpunkt alle Schiffe, die in EU-Gewässern fischen, und alle EU-Schiffe in allen Teilen der Welt Haie mit ihren Flossen am Körper anlanden müssen. Zur Erleichterung der Lagerung und Bearbeitung an Bord wird den Fischern gestattet, die Haifischflossen einzuschneiden und an den Haikörper zu falten. Ziel der neuen Vorschriften ist ein besserer Schutz für die gefährdeten Haipopulationen in allen Weltmeeren.

Mit dem heutigen Vorschlag werden die bestehenden EU-Rechtsvorschriften 1 für das Hai-Finning verschärft, die bisher mit Ausnahmegenehmigung und unter bestimmten Bedingungen erlauben, dass die Flossen an Bord abgetrennt und Flossen und Körper in unterschiedlichen Häfen angelandet werden. Nach dem Vorschlag der Kommission soll dies nicht mehr möglich sein. Daraufhin können die EU-Mitgliedstaaten auch keine speziellen Fangerlaubnisse mehr erteilen, die es den Schiffen unter ihrer Flagge erlauben, Finning an Bord zu betreiben.

Maria Damanaki, EU-Kommissarin für maritime Angelegenheiten und Fischerei, erklärte: „Durch schließen dieser Lücke im EU-Recht wollen wir der schrecklichen Praxis des Hai-Finning endgültig einen Riegel vorschieben und Haie viel besser schützen. Die Kontrolle wird erleichtert, und es wird schwieriger, das Finning zu vertuschen. Ich sehe der Annahme des Vorschlags durch den Rat und das Europäische Parlament mit Zuversicht entgegen, so dass er möglichst bald zu geltendem Recht wird.“

Hintergrund

Die meisten Haie sind besonders durch Überfischung gefährdet, weil sie langsam wachsen, spät die Geschlechtsreife erreichen und bei jeder Geburt nur eine geringe Zahl Nachkommen produzieren. In den letzten Jahren ist die dramatisch gestiegene Nachfrage nach Haiprodukten, insbesondere nach Flossen, zu einer ernsten Bedrohung für einige Hai-Populationen geworden.

Die geltende Verordnung über das Abtrennen von Haifischflossen enthält zwar ein allgemeines Verbot des Finning, erlaubt aber unter bestimmten Bedingungen die Erteilung einer Ausnahmegenehmigung zum Abtrennen der Flossen an Bord und zum Anlanden von Flossen und Körper in unterschiedlichen Häfen. Allerdings darf dabei das Gewicht der Flossen 5 % des Lebendgewichts der gefangenen Haie nicht überschreiten.

Doch es hat sich gezeigt, dass diese Maßnahme nicht wirksam genug ist. Da Flossen und Körper in unterschiedlichen Häfen angelandet werden können, müssen sich Inspektoren auf die Logbuch-Aufzeichnungen verlassen, um herauszufinden, ob das Verhältnis eingehalten wurde. Außerdem variiert das Gewichtsverhältnis von Flossen zum Körper je nach Haifischart und Methoden beim Abtrennen der Flossen. Aus diesen Gründen ist das Hai-Finning schwer aufzudecken, geschweige denn in Gerichtsverfahren zu beweisen. Und nicht zuletzt wird die Erhebung wissenschaftlicher Daten erschwert, wodurch wiederum Bestandsbewirtschaftung und ‑schutz beeinträchtigt werden. Daher schlägt die Kommission eine Änderung der Verordnung vor. Der Vorschlag geht aus einer öffentlichen Konsultation darüber hervor, auf welche Weise das Finning-Verbot am besten gestärkt werden kann.

Die spanischen und portugiesischen Gefrierschiffe werden von den neuen Vorschriften am stärksten getroffen, da Spanien und Portugal die meisten Erlaubnisse für die Verarbeitung von Haifischflossen an Bord erteilen. Indem erlaubt wird, die Haifischflossen einzuschneiden und an den Körper zu falten, werden die berechtigten Bedenken des Fischereisektors hinsichtlich der Lagerung und der Bearbeitung berücksichtigt.

Die EU ist auf internationaler Ebene im Einklang mit dem Verhaltenskodex für verantwortungsvolle Fischerei der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) und vor allem im Rahmen des Internationalen Aktionsplans für Haifische, der im Jahr 1999 von der FAO verabschiedet wurde, mehrere Vereinbarungen zum Haischutz eingegangen. Der FAO-Aktionsplan bildet die Grundlage für die Mitteilung der Kommission über einen Aktionsplan der Europäischen Gemeinschaft für die Erhaltung und Bewirtschaftung der Haibestände von 2009, in der sich die EU verpflichtet, alle erforderlichen Maßnahmen zur Erhaltung der Haie und zur Verringerung von Abfällen und Rückwürfen bei Haifängen zu ergreifen (siehe IP/09/220 ).

Nächste Schritte

Der Vorschlag wird nun dem Europäischen Parlament und dem Rat zur endgültigen Verabschiedung vorgelegt und wird bald danach in Kraft treten.

Weitere Informationen:

Kontaktpersonen:

Oliver Drewes +32 229-92421

Lone Mikkelsen +32 229-60567

1 :

Verordnung (EG) Nr. 1185/2003 des Rates über das Abtrennen von Haifischflossen an Bord von Schiffen


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