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Europäische Kommission – Pressemitteilung

Drohende Hungerkrise in der Sahelzone: Europäische Kommission handelt jetzt, um Leben zu retten

Brüssel, 18. November 2011 – Der Dienst für humanitäre Hilfe und Katastrophenschutz der Europäischen Kommission (ECHO) stockt umgehend seine Finanzmittel für die afrikanische Sahelzone auf, um eine halbe Million Menschen, die angesichts der sich rasch verschärfenden Nahrungsmittelkrise vom Hungertod bedroht sind, zu retten.

Bereits jetzt sind sieben Millionen Menschen von der Lebensmittelknappheit in Niger, Tschad, Mali, Mauretanien, Nigeria und Burkina Faso betroffen und in vielen Regionen gibt es größere Ausfälle bei der Nahrungsmittelproduktion. Aufgrund dieser Zahlen ist im kommenden Jahr mit massiven Problemen bei der Nahrungsmittelversorgung zu rechnen.

Die Kommission hat daher beschlossen, die 45 Mio. EUR, die sie den Ländern der Sahelregion in diesem Jahr bereits zur Verfügung gestellt hat, durch weitere humanitäre Hilfe in Höhe von 10 Mio. EUR aufzustocken. So können zusätzlich zu den 6,2 Millionen Menschen, die unsere Finanzhilfen bereits jetzt erreichen, in der bevorstehenden dreimonatigen Dürreperiode weitere 500 000 Männer, Frauen und Kinder in den bedürftigsten Haushalten der am schlimmsten betroffenen Gebiete von Anfang an geschützt werden.

„Indem wir jetzt handeln und so der zu erwartenden Krise vorbeugen, können wir das schreckliche Leiden vermeiden, das dieses Jahr andere Teile Afrikas getroffen hat“ , sagt Kristalina Georgieva, EU-Kommissarin für internationale Zusammenarbeit, humanitäre Hilfe und Krisenreaktion.

„Die konkreten Auswirkungen und das tatsächliche Ausmaß der Notlage werden erst in einigen Monaten sichtbar sein, wenn die Ärmsten der Armen weder genügend Nahrungsmittelvorräte noch das Geld haben werden, um die immer teurer werdenden Lebensmittel zu kaufen. Die Preise fangen bereits jetzt an zu steigen.“

„Die Lage wird noch dadurch verschärft, dass die bereits vom Hunger geschwächte Bevölkerung seit der letzten Krise im Jahr 2010 nicht genügend Zeit hatte, sich zu erholen. Diesen Teufelskreis wollen wir durchbrechen, aber ein einziger Geldgeber allein wird nicht in der Lage sein, diese riesige Herausforderung zu bewältigen. Ich rufe alle auf, zu reagieren, bevor dieser Notstand sich zu einer Krise ausweitet.“

Hintergrund

Große Teile der Bevölkerung in der Sahelregion sichern ihr Überleben vor allem durch Regenfeldbau und Viehwirtschaft. Die schlechte Saison 2011/2012 sowohl im Ackerbau als auch in der Weidewirtschaft, mit nur sporadischem Niederschlag und lokalen Dürren, gibt Anlass zu größter Besorgnis. Zudem werden die gestiegenen Weltmarktpreise für Reis negative Auswirkungen auf den Umfang der Reiseinfuhren und die Preise in Westafrika haben. Das bedeutet konkret, dass sich viele der ärmsten Haushalte die benötigten Nahrungsmittel bald nicht mehr leisten können und rasch von Hunger bedroht sein werden. Schätzungen zufolge wird 2012 die Ernährungssicherheit von insgesamt 7 Millionen Menschen in der Region stark gefährdet sein.

Niger und Mauretanien haben bereits den Notstand ausgerufen, nationale Aktionspläne vorbereitet und um internationale Hilfe gebeten. Es ist wichtig, in der Region das Bewusstsein für die Notwendigkeit frühzeitiger nationaler und regionaler Maßnahmen zur Risikominderung weiter zu stärken.

ECHO hat im Jahr 2007 einen Globalplan für die Sahelregion angenommen, um stärker für Ernährungsfragen zu sensibilisieren, die Wirksamkeit von Maßnahmen zur Ernährungssicherung verdeutlichen und dafür zu sorgen, dass diese Fragen stärker in den Mittelpunkt gerückt werden. Er ist seitdem eine führende Kraft bei den humanitären Maßnahmen gegen die Unterernährung in der Sahelregion. ECHO hat seit 2007 mehr als 235 Mio. EUR für den Kampf gegen Hunger in der Sahelregion bereitgestellt und verwaltet diese Mittel von seinen Büros in Tschad, Niger, Burkina Faso und Dakar aus.

Weitere Informationen

Website von EU-Kommissarin Georgieva:

http://ec.europa.eu/commission_2010-2014/georgieva/index_en.htm

Humanitäre Hilfe der Europäischen Kommission:

http://ec.europa.eu/echo/index_en.htm

Kontakt:

David Sharrock (+32 229-68909)

Irina Novakova (+32 229-57517)


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