Navigation path

Left navigation

Additional tools

Other available languages: EN FR

Europäische Kommission – Pressemitteilung

Besuch der EU-Kommissare Füle und De Gucht in Istanbul: Stärkung der erneuerten EU-Agenda für die Zusammenarbeit mit der Türkei

Brüssel, 16. November 2011 – Der EU-Kommissar für Erweiterung und europäische Nachbarschaftspolitik, Štefan Füle, und der EU-Kommissar für Handel, Karel De Gucht, reisen vom 17. bis 18. November zu Gesprächen nach Istanbul. Im Mittelpunkt des gemeinsamen Besuchs wird die neue positive Agenda für die Zusammenarbeit zwischen der Europäischen Union und der Türkei stehen.

Beide Kommissare werden mit Vertretern der türkischen Regierung, der Wirtschaft und der Zivilgesellschaft zusammentreffen.

„Wir werden uns in unseren Gesprächen vor allem auf die zahlreichen Gemeinsamkeiten zwischen der EU und der Türkei konzentrieren“, sagte Kommissar Füle vor der Abreise. „Wir arbeiten in so vielen Bereichen zusammen, wir sind auf so vielfältige Weise miteinander verknüpft – deswegen steht die Zusammenarbeit zwischen der EU und der Türkei auf einer soliden Grundlage. Aber wir brauchen eine erneuerte Agenda, die vor allem darauf abzielt, unseren Beziehungen im Allgemeinen und dem Beitrittsprozess im Besonderen neuen Schwung zu verleihen.“

Kommissar De Gucht erklärte: „Die Handelsbeziehungen zwischen der EU und der Türkei wachsen stetig – nicht zuletzt dank der Zollunion zwischen der EU und der Türkei. Die Türkei ist mittlerweile der siebtgrößte Handelspartner der EU und ich bin davon überzeugt, dass es hier noch ein riesiges ungenutztes Potenzial gibt. Ich werde gemeinsam mit meinen türkischen Partnern nach Wegen suchen, diese außerordentlich wichtigen Handelsbeziehungen zu verbessern und effektiver zu machen.“

Die Türkei hat 2005 Beitrittsverhandlungen mit der EU aufgenommen, seitdem wurde jedoch nur eine begrenzte Zahl von Verhandlungskapiteln geöffnet. Kommissar Füle wird in den Gesprächen mit dem Stellvertretenden Ministerpräsidenten Ali Babacan, dem Minister für Europäische Angelegenheiten Egemen Bagis und dem Wirtschaftsminister Zafer Caglayan detaillierter auf die neue positive Agenda eingehen, zusammen mit Kommissar De Gucht, der sich auf die gemeinsamen Bemühungen zum weiteren Ausbau der Handelsbeziehungen zwischen der EU und der Türkei konzentrieren wird.

Die neue positive Agenda wurde erstmals im Fortschrittsbericht 2011 erwähnt und seitdem hat Štefan Füle mehrfach betont, dass diese den Beitrittsprozess nicht ersetzen, sondern ergänzen soll.

Beide Kommissare werden an der vom türkischen Unternehmer- und Industrieverband (TUSKON) und dem European Policy Centre (EPC) organisierten Konferenz „Turkey-EU: Common Interests Revisited“ teilnehmen und dort Vorträge halten. Auf dieser Konferenz sollen die gemeinsamen Interessen der Türkei und der EU in verschiedenen Bereichen – von der Wirtschaft bis hin zu Außenpolitik und Demokratie – erörtert und Wege erkundet werden, die Beziehungen in diesen Bereichen voranzubringen.

Hintergrund

EU – Türkei: Schlüsseldaten

September 1959 – Die Türkei bewirbt sich um eine assoziierte Mitgliedschaft in der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft (EWG).

September 1963 – Ein Assoziierungsabkommen („Ankara-Abkommen“) wird unterzeichnet, das auf die Errichtung einer Zollunion zwischen der Türkei und der EWG abzielt und eine mögliche Mitgliedschaft in Aussicht stellt.

April 1987 – Die Türkei beantragt die Vollmitgliedschaft in der EWG.

1995 – Der Assoziationsrat Türkei-EU bringt das Abkommen über eine Zollunion zwischen der Türkei und der EU zum Abschluss.

Dezember 1999 – Der Türkei wird der Status eines EU-Kandidatenlandes zuerkannt.

Dezember 2004 – Der Europäische Rat legt die Bedingungen für die Aufnahme von Beitrittsverhandlungen mit der Türkei fest.

Oktober 2005 – Die Beitrittsverhandlungen mit der Türkei werden aufgenommen.

Dezember 2006 – Der Rat beschließt, dass insgesamt acht Verhandlungskapitel nicht geöffnet werden können und kein Kapitel vorläufig geschlossen werden kann, bis die Türkei ihrer Verpflichtung nachgekommen ist, das Zusatzprotokoll zum Assoziierungsabkommen vollständig und ohne Diskriminierungen umzusetzen.

Handel zwischen der EU und der Türkei: Zahlen und Fakten

Die EU ist sowohl bei den Importen als auch bei den Exporten der wichtigste Handelspartner der Türkei. Die Türkei ist für die EU der siebtgrößte Importmarkt und der fünftgrößte Exportmarkt. 2010 hat die EU Waren und Dienstleistungen im Wert von 42 Mrd. EUR aus der Türkei importiert, vor allem Maschinen und Fahrzeuge, aber auch Fertigwaren wie Textilien. Die EU hat im Jahr 2010 Waren und Dienstleistungen im Wert von 61 Mrd. EUR in die Türkei exportiert, vor allem Maschinen und Fahrzeuge, Chemieerzeugnisse und Fertigwaren. Zwischen 2008 und 2010 beliefen sich die Direktinvestitionen (DI) aus der Türkei in der EU auf 2,1 Mrd. EUR, während die DI-Zuflüsse aus der EU in die Türkei im gleichen Zeitraum bei 14,7 Mrd. EUR lagen.

Weitere Informationen:

Beziehungen zwischen der Europäischen Union und der Türkei

http://ec.europa.eu/enlargement/candidate-countries/turkey/index_en.htm

Handelsbeziehungen zwischen der Europäischen Union und der Türkei

http://ec.europa.eu/trade/creating-opportunities/bilateral-relations/countries/turkey/

Kontakt:

Peter Stano (+32 229-57484)

John Clancy (+32 229-53773)

Anca Paduraru (+32 229-66430)

Helene Banner (+32 229-52407)


Side Bar

My account

Manage your searches and email notifications


Help us improve our website