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Europäische Kommission – Pressemitteilung

Mentorinnen sollen Jungunternehmerinnen unterstützen

Brüssel, 15. November 2011. Die Europäische Kommission gibt heute den Startschuss für ein neues Europäisches Mentoring-Netz zur Unterstützung von Unternehmerinnen durch den Austausch von Know-how und Erfahrung. Frauen stellen lediglich 34,4 % der Selbständigen in Europa. Damit ihr Anteil steigt, werden erfolgreiche Geschäftsfrauen Unternehmerinnen unterstützen, die vor zwei bis vier Jahren ein Unternehmen gegründet haben. Die Mentorinnen werden diese Jungunternehmerinnen konkret bei der Leitung und Vergrößerung ihrer Unternehmen in dieser frühen, wichtigen Phase des Geschäftsbetriebs beraten und ihnen bei der Entwicklung der erforderlichen Sozialkompetenzen („soft skills“) zur Seite stehen. Das Netz wird 17 europäische Länder umfassen; 170 Mentorinnen werden mitarbeiten.

Das Unternehmertum passt gut zu den Lebensentwürfen von Frauen, weil es ihnen vor allem die nötige Flexibilität gibt, um Privat- und Berufsleben, insbesondere was Arbeitszeit und -ort angeht, miteinander zu vereinbaren. Darüber hinaus könnten viele Frauen, die aufgrund der Wirtschaftskrise arbeitslos geworden sind, ihre Fähigkeiten und ihr Wissen nutzen, ihr eigenes Unternehmen gründen und sich ihren Arbeitsplatz selbst schaffen.

Antonio Tajani, Vizepräsident der Europäischen Kommission und zuständig für Industrie und Unternehmen, erklärte dazu: „Kreativität und unternehmerisches Potenzial von Frauen sind eindeutig die am wenigsten erschlossenen Quellen für Wirtschaftswachstum und neue Arbeitsplätze. Sie sollten in Europa stärker genutzt werden. In Krisenzeiten können wir es uns nämlich nicht leisten, auf dieses Potenzial zu verzichten. Wenn es mehr Unternehmerinnen gibt, werden Frauen wirtschaftlich eine größere Rolle spielen und dementsprechend ihren Beitrag zum Wachstum leisten.“

Weitere Informationen:

http://ec.europa.eu/enterprise/policies/sme/promoting-entrepreneurship/women/index_en.htm

Hintergrund

Auswahl der Mentorinnen und Mentoren

Die Mentoren werden unter Geschäftsfrauen (oder Geschäftmännern) ausgewählt, die seit mindestens fünf Jahren ein KMU besitzen und erfolgreich führen, und die besonderen Herausforderungen kennen, mit denen Unternehmerinnen konfrontiert sind. Sie müssen ferner bereit sein, ihr Wissen und ihr Know-how auf freiwilliger Basis (d. h. ohne Bezahlung) mit ihren Schützlingen zu teilen, sich mindestens ein Jahr lang regelmäßig mit ihnen zu treffen und mindestens zwei Jungunternehmerinnen zu betreuen.

Die Mentorinnen und Mentoren erörtern regelmäßig mit ihren Schützlingen aktuelle sowie strategische Fragen der Unternehmensführung. Sie unterstützen sie auch dabei, die erforderlichen Kenntnisse und Fertigkeiten sowie entsprechendes Selbstvertrauen und die richtige Einstellung aufzubauen bzw. zu erwerben. Um Interessenskonflikte zu vermeiden, dürfen Mentorinnen und Mentoren keine wirtschaftlichen Interessen an den Unternehmen ihrer Schützlinge haben.

Das Potenzial von Unternehmerinnen zur Steigerung des Wirtschaftswachstums und zur Schaffung von Arbeitsplätzen:

  • In den USA legte die Women Presidents’ Organisation (WPO) die neuesten Zahlen zu den 50 am schnellsten wachsenden, im Besitz von Frauen befindlichen bzw. von Frauen geführten Unternehmen in Nordamerika vor. Die 50 führenden Unternehmen erwirtschafteten 2010 zusammen 4,1 Mrd. USD (im Schnitt 82,7 Mio. USD) mit insgesamt 24 650 Beschäftigten (der projizierte Durchschnittswert für 2011 liegt bei 557 Beschäftigten je Unternehmen).

  • Die britische Regierung führt in ihrem WES-Bericht von 2008 (über das europäische Netz zur Förderung der Unternehmertätigkeit von Frauen) aus, dass Frauen die größte unterrepräsentierte Gruppe sind, was die Beteiligung an Unternehmen angeht. Lediglich 15 % der 4,7 Millionen Unternehmen im Vereinigten Königreich werden mehrheitlich von Frauen geführt, und wenn Frauen genauso viele Unternehmen gründeten wie Männer, würden im Vereinigten Königreich jedes Jahr zusätzlich 150 000 Unternehmen entstehen. Wenn das Vereinigte Königreich das Niveau der Unternehmertätigkeit von Frauen in den USA erreichte, würde dort die Zahl der Unternehmen um 900 000 steigen.

  • In Schweden erwirtschafteten 2008 die mehr als 131 000 von Frauen geführten Unternehmen über 35 Mrd. EUR Gesamtumsatz mit rund 358 000 Beschäftigten, an die mehr als 6 Mrd. EUR an Löhnen und Gehältern ausgezahlt wurden.

Frauen führen Unternehmen anders als Männer, deshalb sind frauenspezifische Fördermaßnahmen erforderlich:

  • Erstens messen (61 % der) Frauen den familiären Gegebenheiten mehr Bedeutung bei, wenn sie die Gründung eines Unternehmens planen (bei den Männern sind es nur 49 %). Sie wägen die Erfolgschancen sehr sorgfältig ab und prüfen jede mögliche Misserfolgsursache genau, bevor sie ihr Eigenheim als Bürgschaft und/oder die Familienersparnisse als Kapital einsetzen, um ihr Unternehmen zu gründen.

  • Zweitens behalten Frauen in den meisten Fällen ihren früheren Arbeitsplatz, wenn sie beschließen, ein Unternehmen zu gründen, und üben beide Tätigkeiten eine Zeitlang parallel aus. In dieser Hinsicht kann man sagen, dass Frauen vorsichtiger als Männer sind und ihr Risikobewusstsein stärker ausgeprägt ist.

  • Drittens übernehmen Frauen bestehende Unternehmen nach einem längeren Prüfzeitraum als Männer, sobald sie sich mit den Tätigkeiten des Unternehmens vertraut gemacht haben (mögliche Gründe sind Erbschaft, Trennung oder Scheidung von einem Geschäftspartner usw.).

  • Die vierte Besonderheit betrifft die Finanzierung: Neugründungen von Frauen benötigen weniger Kapital als die von Männern und verfügen über weniger Eigenkapital.

  • Schließlich verzeichnen Unternehmerinnen verglichen mit Männern ein langsameres, aber stetigeres Wachstum. Das bedeutet oft ein geringeres Risiko.

Das Europäische Mentoring-Netz für Unternehmerinnen ist eine der Maßnahmen, die bei der Überarbeitung des „Small Business Act“ für Europa 2011 vorgeschlagen wurden. Es wird 17 Länder umfassen (Albanien, Belgien, Zypern, die ehemalige jugoslawische Republik Mazedonien, Griechenland, Ungarn, Irland, Italien, Montenegro, die Niederlande, Rumänien, Serbien, die Slowakei, Slowenien, Spanien, die Türkei und das Vereinigte Königreich).

Kontakt:

Carlo Corazza +32 229-51752


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