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Drogenbericht 2011: Kommissarin Malmström ruft zur Wachsamkeit bei den synthetischen Drogen auf und fordert verstärkte Bemühungen zur Bekämpfung des Drogenhandels

Commission Européenne - IP/11/1347   15/11/2011

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Europäische Kommission – Pressemitteilung

Drogenbericht 2011: Kommissarin Malmström ruft zur Wachsamkeit bei den synthetischen Drogen auf und fordert verstärkte Bemühungen zur Bekämpfung des Drogenhandels

Brüssel, 15. November 2011 – Der heute von der Europäischen Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht (EBDD) veröffentlichte Jahresbericht 2011 belegt, dass der Drogenkonsum in Europa relativ stabil ist. Positiv ist, dass der Kokainkonsum seinen Höhepunkt erreicht zu haben scheint unter der Cannabiskonsum unter jungen Menschen weiter zurückgeht. Doch die Anzeichen von Stabilität beim Konsum der traditionelleren Drogen werden durch eine neue Gefährdung zunichte gemacht die zunehmende Verfügbarkeit synthetischer Drogen, das rasche Auftauchen neuer Substanzen und der weitverbreitete Mehrfachkonsum (der kombinierte Konsum verschiedener Drogen). In dem Bericht wird auch auf den möglichen Zusammenhang zwischen dem Ausbruch von HIV-Infektionen und intravenösem Drogenkonsum hingewiesen.

Cecilia Malmström, EU-Kommissarin für Inneres, kommentierte die Ergebnisse des Berichts folgendermaßen: „Ich begrüße den jüngsten Bericht der Europäischen Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht. Obwohl der Bericht positive Trends in Bezug auf den Konsum von Kokain und Cannabis erkennen lässt, müssen wir insbesondere im Hinblick auf den Konsum neuer, synthetischer Substanzen wachsam bleiben. Die Strafverfolgungsbehörden müssen weiterhin gegen die kriminellen Vereinigungen vorgehen, die hinter dem Drogenhandel stecken. Die Kommission wird den eingeschlagenen Weg entschlossen fortsetzen. Deshalb werde ich auch in Kürze Vorschriften über die Beschlagnahmung und Einziehung von Vermögenswerten, die aus dem Drogenhandel und anderen schweren Straftaten stammen, vorschlagen.“

Hintergrund

Etwa 14,5 Millionen Europäer (zwischen 15 und 64 Jahren) geben an, einmal in ihrem Leben Kokain probiert zu haben; etwa 4 Millionen Personen haben im vergangenen Jahr Kokain konsumiert. Die jüngsten Umfragen zum Kokainkonsum zeigen einen positiven Trend in den Ländern mit dem traditionell höchsten Konsum. Berichten aus Dänemark, Spanien, Italien und dem Vereinigten Königreich zufolge (vier der fünf Länder mit dem höchsten Verbrauch) ist der Kokainkonsum unter jungen Menschen im Alter zwischen 15 und 34 Jahren leicht zurückgegangen.

Etwa 78 Millionen Europäer, d.h. jeder fünfte Erwachsene im Alter zwischen 15 und 64 Jahren, geben an, einmal in ihrem Leben Cannabis probiert zu haben; etwa 22,5 Millionen Personen haben im vergangenen Jahr Cannabis konsumiert. Damit ist Cannabis auch weiterhin die in Europa am häufigsten konsumierte illegale Droge. Allerdings bestätigen die jüngsten europäischen Daten eine allgemeine Stabilisierung oder einen rückläufigen Trend beim Cannabiskonsum unter jungen Erwachsenen.

Dem Bericht zufolge findet bei den Ausgangsstoffen, d.h. den für die Herstellung von illegalen Drogen verwendeten chemischen Stoffen, ein Katz-und-Maus-Spiel statt. Es wird aufgezeigt, welche raffinierten Techniken die Hersteller synthetischer Drogen anwenden, um die Vorschriften zur Verhinderung der missbräuchlichen Verwendung der Ausgangsstoffe zu umgehen. Sie verwenden die Ausgangsstoffe aus „Vor-Ausgangsstoffen” zur Herstellung synthetischer Drogen oder sie tarnen die Ausgangsstoffe als chemische Stoffe, die keiner Kontrolle unterliegen, und wandeln sie nach der Einfuhr wieder um. Die jüngsten Fluktuationen auf dem Ecstasy-Markt veranschaulichen dieses Phänomen eindrücklich.

Das rasche Auftauchen neuer unkontrollierter psychoaktiver Substanzen, die häufig als „legal Highs“ verkauft werden, stellt eine zunehmende Herausforderung dar. Nachdem der EBDD und Europol 2010 die Rekordzahl von 41 neuen Drogen (im Vergleich zu 24 im Jahr 2009) gemeldet wurden, zeigen die vorläufigen Daten für 2011 keinerlei Anzeichen für einen Rückgang. Für 2011 wurden bislang 39 Substanzen über das Europäische Frühwarnsystem (EWS) gemeldet. Die jüngste Momentaufnahme der EBDD (Juli 2011) der Online-Verkäufer von legal Highs zeigte eine Rekordzahl von 600 Online-Shops, in denen nach Angaben der Verkäufer psychoaktive Produkte verkauft werden, und offenbarte eine große Vielzahl neuer Produkte.

Der Heroinkonsum hat nach wie vor den größten Anteil an drogenbedingten Krankheiten und Todesfällen in der EU. Nach Schätzungen der EBDD konsumieren mehr als 1,3 Millionen Personen in der EU und Norwegen regelmäßig Opiate. Etwa die Hälfte der Drogenkonsumenten in Europa, die sich einer Therapie unterziehen, bezeichnen Opiate als ihr größtes Drogenproblem. In dem Bericht wird auf die Gefahr des Konsums anderer Opiate als Heroin und weist auf den möglichen Zusammenhang zwischen dem Ausbruch von HIV-Infektionen und intravenösem Drogenkonsum hingewiesen.

Um gegen den Drogenhandel wirksamer vorzugehen, beabsichtigt die Kommission darüber hinaus, neue Vorschriften über die Beschlagnahmung und Einziehung von Vermögenswerten vorzuschlagen. Die Vertriebskette hinter dem Drogenhandel wird häufig von kriminellen Vereinigungen organisiert. Ihr Handeln ist auf Profit ausgelegt. Deshalb sollten wir diese Straftäter nicht nur mit Gefängnisstrafen belegen. Wir sollten ihnen ihre finanziellen Gewinne, ihre Autos, ihr Eigentum entziehen, damit sich die organisierte Kriminalität langfristig nicht mehr lohnt.

Weitere Informationen:

Der Bericht und das vollständige EBBD-Pressepaket in 22 Sprachen:

www.emcdda.europa.eu/events/2011/annual-report

Website von EU-Innenkommissarin Cecilia Malmström

http://ec.europa.eu/commission_2010-2014/malmstrom/welcome/default_de.htm

Website der GD Inneres:

http://ec.europa.eu/dgs/home-affairs/index_en.htm (in englischer Sprache)

Ansprechpartner:

Michele Cercone (+32 2 298 09 63)

Tove Ernst (+32 2 298 67 64)


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