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Europäische Kommission – Pressemitteilung

Verbraucher: EU möchte durch Zigaretten verursachte Brände eindämmen und damit jährlich Hunderte von Menschenleben retten

Brüssel, 14. November 2011 – Unbeaufsichtigt brennende Zigaretten gehören in Europa zu den Hauptursachen für Brände mit Todesfolge. Dabei könnte die Zahl solcher tödlichen Unfälle dank des sogenannten RIP-Verfahrens (Reduced Ignition Propensity“, etwa: verminderte Zündneigung) nachweislich um mehr als 40 % gesenkt werden. Von RIP-Zigaretten geht ein geringeres Brandrisiko aus, denn sie verlöschen von selbst, wenn nicht an ihnen gezogen wird. Dieses Verfahren gibt es bereits in mehreren Ländern außerhalb Europas (USA, Kanada und Australien) und seit April 2010 auch im EU-Mitgliedstaat Finnland.

Am 17. November 2011 werden die Verweise auf die neuen Sicherheitsbestimmungeni im EU-Amtsblatt veröffentlicht. Ab dann ist dieses Verfahren für alle in der Europäischen Union verkauften Zigaretten vorgeschrieben. Für die Durchsetzung der neuen Brandschutzanforderungen sind die nationalen Behörden zuständig.

Dazu erklärte der für Gesundheit und Verbraucher zuständige EU-Kommissar John Dalli: „Eine wirklich sichere Zigarette gibt es nicht. Am sichersten ist es ohnehin, überhaupt nicht zu rauchen! Wer dennoch rauchen möchte, soll wissen, dass nach den neuen Sicherheitsbestimmungen die Tabakindustrie künftig nur mehr Zigaretten mit verminderter Zündneigung herstellen darf. Dies müsste Hunderte von Menschen vor dieser Brandgefahr schützen.“

Schutz der Bürger vor Brandgefahr

Nach Angaben aus den Mitgliedstaaten für die Jahre 2003-2008 ereignen sich in der EU jährlich über 30 000 Brände, die durch Zigaretten verursacht werden; dabei sterben mehr als 1 000 Menschen und mehr als 4 000 werden verletzt. In Finnland ging die Zahl der Opfer von Bränden, die durch Zigaretten ausgelöst wurden, um 43 % zurück; umgerechnet auf die gesamte EU würde dies bedeuten, dass jedes Jahr an die 500 Menschenleben gerettet werden könnten.

In diesem Zusammenhang sei nachdrücklich darauf hingewiesen, dass in Europa der Tabakmissbrauch das wichtigste vermeidbare Gesundheitsrisiko darstellt, das EU-weit Jahr für Jahr schätzungsweise mehr als eine halbe Million Todesopfer fordert. Die Kommission setzt sich weiterhin für ein „rauchfreies Europa“ ein, u. a. im Rahmen der EU-Kampagne „Ex-Raucher sind nicht aufzuhalten“ (siehe IP/11/710 und MEMO/11/405).

Was bedeuten die neuen Sicherheitsbestimmungen konkret?

Neu an den künftig geltenden Bestimmungen ist die Forderung nach verminderter Zündneigung, so dass unbeaufsichtigt brennende Zigaretten keine Brände mehr verursachen. Die Hersteller von Zigarettenpapier lassen inzwischen an zwei Stellen der Zigarette zwei dickere Papierringe ein. Wenn der brennende Tabak einer Zigarette, an der nicht gezogen wird, auf einen dieser Ringe stößt, erlischt die Zigarette mangels ausreichender Sauerstoffzufuhr. RIP-Zigaretten haben somit eine verminderte Abbrenndauer, wodurch das Risiko sinkt, dass sie Möbel, Bettzeug oder andere entzündliche Materialien in Brand setzen.

Hintergrund

Erarbeitet wurden die neuen Bestimmungen im Rahmen der Richtlinie über die allgemeine Produktsicherheitii, nach der Hersteller nur sichere Produkte in Verkehr bringen dürfen.

Die Europäische Kommission hat im Jahr 2008 nach Gesprächen mit den Mitgliedstaaten, der Tabak- und der Papierindustrie sowie Nichtregierungsorganisationen zunächst die Sicherheitsanforderungeniii festgelegt und anschließend dem Europäischen Komitee für Normung (CEN) den Auftrag erteilt, entsprechende Normen zu erarbeiten, die die nationalen Behörden dann verwenden werden, um die Einhaltung der Brandschutzbestimmungen zu überprüfen.

Weitere Informationen unter

http://ec.europa.eu/consumers/safety/prod_legis/index_en.htm

http://ec.europa.eu/consumers/safety/news/index_en.htm

http://ec.europa.eu/health/tobacco/policy/index_en.htm

Kontakt:

Frédéric Vincent (+32 229-87166)

Aikaterini Apostola (+32 229-87624)

i :

Norm EN 16156:2010: Zigaretten – Beurteilung der Zündneigung – Sicherheitsanforderung; und: Norm EN ISO 12863:2010: Normprüfverfahren zur Beurteilung der Zündneigung von Zigaretten

ii :

ABl. L 11 vom 15.1.2002, S. 4.

iii :

Beschluss 2008/264/EG der Kommission, ABl. L 83 vom 26.3.2008, S.35.


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