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Fusionskontrolle: Kommission leitet eingehendes Prüfverfahren für den geplanten Erwerb von Synthes durch Johnson and Johnson ein

European Commission - IP/11/1306   04/11/2011

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Europäische Kommission - Pressemitteilung

Fusionskontrolle: Kommission leitet eingehendes Prüfverfahren für den geplanten Erwerb von Synthes durch Johnson and Johnson ein

Brüssel, 4. November 2011 – Die Europäische Kommission hat für die geplante Übernahme von Synthes Inc. durch Johnson and Johnson ein eingehendes Prüfverfahren nach der EU‑Fusionskontrollverordnung eingeleitet. Die beiden in den USA ansässigen Unternehmen stellen orthopädische Medizinprodukte her. Der Beschluss über die Einleitung des Verfahrens greift dem Ergebnis der Prüfung nicht vor. Die Kommission muss nun innerhalb von 90 Arbeitstagen (d. h. bis zum 19. März 2012) entscheiden, ob der Zusammenschluss den wirksamen Wettbewerb im Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) 1 erheblich behindern würde.

Der für Wettbewerbspolitik zuständige Vizepräsident der Kommission Joaquín Almunia erklärte: „Durch den geplanten Zusammenschluss würde auf einigen Märkten, auf denen bereits ein hoher Konzentrationsgrad herrscht, ein weiterer Wettbewerber wegfallen. Die Kommission muss für die Wahrung des wirksamen Wettbewerbs sorgen, um die Innovationstätigkeit zu erhalten und Nachteile für die Patienten zu verhindern.“

Johnson and Johnson und Synthes sind in der Herstellung und/oder im Vertrieb von Traumaprodukten (für die Behandlung von Knochenbrüchen) und Wirbelsäulenprodukten (für die Behandlung von Deformitäten der Wirbelsäule) sowie in den Bereichen Schulterersatz (für die Rekonstruktion von Schultergelenken), kranio-maxillofaziale Chirurgie (für die Gesichts- und Schädelchirurgie) und chirurgische Antriebsmaschinen (Bohrsysteme, Bohrer, Fräser, Sägen) tätig.

Wie eine erste Prüfung der Kommission ergab, würden sich bei dem geplanten Erwerb zwei führende Hersteller von Implantaten und Instrumenten für die Wirbelsäulenbehandlung zusammenschließen. Dies würde zum einen die Position von Synthes als derzeitigem Marktführer in den Bereichen Traumaprodukte und Produkte für die kranio-maxillofaziale Chirurgie und zum anderen die Marktstellung von Johnson and Johnson im Bereich Implantate und Instrumente für Schultergelenke in einer erheblichen Zahl von EWR‑Staaten stärken.

Beim derzeitigen Verfahrensstand befürchtet die Kommission, die verbleibenden Wettbewerber könnten auf vielen Märkten möglicherweise nicht mehr in der Lage sein, ausreichenden Wettbewerbsdruck auf das aus dem Zusammenschluss hervorgehende Unternehmen auszuüben.

Der Wegfall eines starken Konkurrenten könnte sich auch negativ auf die Innovationstätigkeit auswirken und für Patienten eine geringere Auswahl sowie höhere Preise für die betreffenden orthopädischen Medizinprodukte zur Folge haben. Daher gibt die Übernahme zum jetzigen Zeitpunkt Anlass zu ernsten wettbewerbsrechtlichen Bedenken.

Die Kommission wird die Auswirkungen des Zusammenschlusses nun eingehend prüfen, um festzustellen, ob sich diese ersten Bedenken bestätigen.

Fusionskontrollvorschriften und -verfahren

1989 wurde die Kommission damit betraut, Fusionen und Übernahmen zwischen Unternehmen zu prüfen, deren Umsatz bestimmte Schwellenwerte übersteigt (vgl. Artikel 1 der Fusionskontrollverordnung). Die Kommission genehmigt den weitaus größten Teil der Zusammenschlüsse nach einer einmonatigen Prüfung (Phase I). Wenn jedoch wettbewerbsrechtliche Bedenken bestehen, muss ein eingehendes Prüfverfahren eingeleitet werden (Hauptprüfverfahren – Phase II). Die Einleitung eines solchen umfassenden Prüfverfahrens greift jedoch dem Ergebnis der Untersuchung in keiner Weise vor.

Derzeit führt die Kommission zwei weitere Hauptprüfverfahren durch. Eines betrifft den geplanten Erwerb der Festplattensparte des japanischen Unternehmens Hitachi durch das US‑amerikanische Unternehmen Western Digital Corporation (siehe IP/11/660, Frist: 30. November 2011), im anderen geht es um die geplante Übernahme von NYSE Euronext durch Deutsche Börse AG (siehe IP/11/948, Frist: 22. Dezember 2011).

Weitere Informationen unter:

http://ec.europa.eu/competition/elojade/isef/case_details.cfm?proc_code=2_M_6266

Kontakt :

Amelia Torres +32 229-54629

Marisa Gonzalez Iglesias +32 229-51925

1 :

Der EWR umfasst die EU sowie Island, Liechtenstein und Norwegen.


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