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Europäische Kommission – Pressemitteilung

Fusionskontrolle: Kommission gibt grünes Licht für Übernahme von Skype durch Microsoft

Brüssel, 7. Oktober 2011 – Die Europäische Kommission hat die geplante Übernahme des Anbieters für Internet-Telefonie und -Videokommunikation Skype durch die Microsoft Corporation nach der EU-Fusionskontrollverordnung freigegeben, denn die Transaktion wird den Wettbewerb weder im Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) insgesamt noch in einem wesentlichen Teil desselben erheblich behindern.

Im Bereich Endkundenkommunikation ergab die Untersuchung, dass sich die Tätigkeiten der Unternehmen hauptsächlich bei Videokommunikationsdiensten überschneiden, da Microsoft hier mit seinem Windows Live Messenger tätig ist. Im Hinblick auf andere zahlreiche Wettbewerber, darunter Google, ergeben sich für diesen wachsenden Markt jedoch keine wettbewerbsrechtlichen Bedenken.

Die Prüfung bestätigte ferner, dass Skype bei Produkten für Unternehmenskommunikation nur eine geringe Marktpräsenz aufweist und nicht direkt mit Lync, dem Produkt für Unternehmenskommunikation von Microsoft konkurriert, das vor allem von großen Unternehmen genutzt wird.

Die Untersuchung der Kommission zielte außerdem auf mögliche konglomerale Effekte ab, da Skype und Microsoft auf benachbarten Märkten aktiv sind.

Das Übernahmevorhaben war bei der Kommission am 2. September 2011 zur Genehmigung im EWR angemeldet worden.

Hintergrund

Die in den USA ansässige Microsoft Corporation ist vorrangig im Bereich Konzeption, Entwicklung und Vertrieb von Computersoftware, Betriebssystemen und verbundenen Dienstleistungen tätig.

Skype Global S.a.r.l. erbringt Kommunikationsdienstleistungen über das Internet. Skype-Software kann für Sofortnachrichten, Telefon- und Videokommunikation genutzt werden.

Im Hinblick auf konglomerale Effekte prüfte die Kommission die Möglichkeiten von Microsoft, (i) die Interoperabilität von Skype mit konkurrierenden Produkten zu verschlechtern und/oder (ii) seine eigenen Produkte und insbesondere sein marktführendes Windows-Betriebssystem mit Skype zu verbinden, und dadurch die Wettbewerbsfähigkeit anderer Marktteilnehmer zu schwächen.

Im Hinblick auf Endkundenkommunikationsdienste kam die Kommission zu dem Schluss, dass Microsoft keinen Anreiz haben wird, die derzeitige Interoperabilität von Skype zu verschlechtern, denn es ist essenziell für Microsoft, dass die Skype Produkte auf so vielen Plattformen wie möglich verfügbar sind, um damit die Skype-Marke aufrechtzuerhalten und zu verbessern. Was das Risiko einer Bindung oder Kopplung angeht, stellt die Kommission fest, dass die meisten Verbraucher, die einen PC erwerben, auf dem Skype bereits installiert ist, schon als Skype-Nutzer registriert sind und dann in der Regel eine andere Version als die vorinstallierte auf den PC laden. Daher wird sich durch die geplante Übernahme nichts an der derzeitigen Situation ändern.

Was die Produkte für Unternehmenskommunikation angeht, stellte die Kommission fest, dass Skype gegenwärtig nicht auf Unternehmen ausgerichtet ist, weswegen seine Interoperabilität für Wettbewerber kein entscheidender Faktor ist und bei der von Skype mit Produkten von Microsoft kein sogenanntes "must-have"- Produkt entstehen wird. Des Weiteren steht Lync mit anderen starken Akteuren auf dem Markt für Unternehmenskommunikation wie Cisco im Wettbewerb.

Die Kommission prüfte auch andere Wege, wie Microsoft mit dem großen Kundenstamm von Skype auf den Märkten für Unternehmenskommunikation eine Hebelwirkung erzeugen könnte, verneinte aber in dem für die Prüfung der vorliegenden Transaktion relevanten Zeitrahmen mögliche negative Wettbewerbsauswirkungen.

Fusionskontrollvorschriften und -verfahren

Die Kommission ist seit 1989 damit beauftragt, Fusionen und Übernahmen von Unternehmen zu prüfen, deren Umsatz bestimmte Schwellenwerte übersteigt (siehe Artikel 1 der Fusionskontrollverordnung). Sie hat die Aufgabe, dafür zu sorgen, dass Zusammenschlüsse den wirksamen Wettbewerb weder im gesamten EWR noch in einem wesentlichen Teil desselben erheblich behindern.

Der weitaus größte Teil der Zusammenschlüsse ist wettbewerbsrechtlich unbedenklich und wird nach einer Routineprüfung genehmigt. Nach der Anmeldung muss die Kommission in der Regel innerhalb von 25 Arbeitstagen entscheiden, ob sie den Zusammenschluss genehmigt (Phase I) oder ein eingehendes Prüfverfahren einleitet (Phase II).

Eine nichtvertrauliche Fassung des heutigen Beschlusses wird veröffentlicht unter:

http://ec.europa.eu/competition/elojade/isef/case_details.cfm?proc_code=2_M_6281

Kontakt:

Amelia Torres (+32 229-54629)

Marisa Gonzalez Iglesias (+32 229-51925)


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