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Europäische Kommission - Pressemitteilung

Klimawandel: Umfrage zeigt stärkere Besorgnis der Öffentlichkeit und Bewusstsein für die wirtschaft­lichen Vorteile des Handelns

Brüssel, den 7. Oktober 2011 – Über zwei Drittel der Europäer betrachten den Klimawandel als sehr ernstes Problem, und fast 80 % sind der Ansicht, dass Maßnahmen zu seiner Bekämpfung der Wirtschaft und Beschäftigung förderlich sein können – so die Ergebnisse einer heute veröffentlichten Eurobarometer-Sonderumfrage.

Die im Juni 2011 durchgeführte Umfrage1 ergab, dass die europäische Öffentlich­keit über den Klimawandel stärker beunruhigt ist als im Jahr 2009 – und dass der Klimawandel mehr Anlass zur Sorge bereitet als die wirtschaftliche Lage.

Außerdem wird der Umfrage zufolge in den 27 Mitgliedstaaten weitverbreitet davon ausgegangen, dass sich die Europäische Union bis Mitte des Jahrhunderts zu einer klimafreundlichen Gesellschaft mit geringem CO2-Ausstoß entwickeln wird.

Connie Hedegaard, EU-Kommissarin für Klimapolitik, erklärte: „Dies ist ein ermutigendes Zeichen. Wie die Umfrage zeigt, erkennen die europäischen Bürgerinnen und Bürger, dass wir nicht nur vor Herausforderungen wirtschaftlicher Art stehen. Sie zeigt, dass die deutliche Mehrheit der Europäer von ihren Politikern und Wirtschaftsführern erwarten, das ernste Klimaproblem jetzt in Angriff zu nehmen. Frappierend ist, dass sich die Öffentlichkeit über den Klimawandel noch größere Sorgen macht als im Vorfeld der Kopenhagener Klimakonferenz. Insbesondere die Tatsache, dass mehr als ¾ der Europäer die Verbesserung der Energieeffizienz als Mittel zur Schaffung neuer Arbeitsplätze betrachten, ist ein deutliches Signal an die Entscheidungsträger in Europa. Meines Erachtens werden auch wir in der Kommission durch diese Umfrage darin bestärkt, weiterhin für ambitionierte und konkrete klimapolitische Maßnahmen in Europa zu kämpfen.“

Die wichtigsten Ergebnisse der Umfrage:

  • 68 % der Befragten betrachten den Klimawandel als sehr ernstes Problem (gegenüber 64 % im Jahr 2009). Insgesamt 89 % halten ihn für ein ernstes Problem („sehr ernst“ oder „ziemlich ernst“). Auf einer Skala von 1 bis 10 wurde der Klimawandel mit 7,4 bewertet (gegenüber 7,1 im Jahr 2009).

  • Insgesamt wurde der Klimawandel als das zweitgrößte Problem angesehen, mit dem die Menschheit konfrontiert ist (nach Armut, Hunger und Mangel an Trinkwasser, die als ein zusammenhängendes Problem betrachtet wurden). Einer von fünf Befragten hielt den Klimawandel für das größte Problem. 51 % (gegenüber 47 % im Jahr 2009) gaben an, der Klimawandel sei das größte oder eines der größten Probleme, gegenüber 45 %, die dasselbe von der Wirtschaftslage sagten.

  • 78 % stimmten der Aussage zu, dass die Bekämpfung des Klimawandels und die Verbesserung der Energieeffizienz zur Förderung der Wirtschaft und der Beschäftigung in der EU beitragen können (gegenüber 63 % im Jahr 2009). In allen Mitgliedstaaten waren mindestens zwei von drei Befragten dieser Ansicht.

  • 68 % sprachen sich dafür aus, die Besteuerung stärker am Energieverbrauch auszurichten. In jedem Mitgliedstaat war eine Mehrheit für eine solche Verlagerung.

  • Die Öffentlichkeit erwartet, dass sich Europa bis 2050 zu einer klimafreund­lichen Gesellschaft entwickelt, eine Vision, die die Kommission früher in diesem Jahr in ihrem Fahrplan für eine wettbewerbsfähige CO2-arme Wirtschaft entworfen hat.2 Knapp neun von zehn Befragten (88 %) erwarten, dass Europa bis 2050 mehr erneuerbare Energieträger einsetzen wird; 87 % gehen davon aus, dass Europa energieeffizienter sein wird, und 73 % glauben, dass der Antrieb von Pkw effizienter sein wird als heute.

  • Die Bekämpfung des Klimawandels wird vor allem als Aufgabe der nationalen Regierungen, der EU und der Wirtschaft betrachtet. Nur 21 % waren der Auffassung, selber eine persönliche Verantwortung zu tragen, doch weitere 23 % erklärten spontan, dass alle Akteure (sie selbst mit eingeschlossen) eine gemeinsame Verantwortung haben.

  • Nur knapp über die Hälfte der Befragten (53 %) gaben an, sie hätten in den vergangenen sechs Monaten Maßnahmen irgendeiner Art zur Bekämpfung des Klimawandels getroffen. Dieser Anteil erhöhte sich jedoch, als gefragt wurde, was im Einzelnen unternommen worden war: So erklärten 66 %, sie hätten ihre Haushaltsabfälle reduziert und recycelt, was die am stärksten verbreitete Maßnahme darstellt.

Der vollständige Bericht von Eurobarometer ist abrufbar unter

http://ec.europa.eu/public_opinion/archives/eb_special_379_360_en.htm#372

Kontaktperson :

Isaac Valero Ladron (+32 2 296 49 71)

1 :

Eurobarometer-Sonderumfrage 372: Klimawandel.

2 :

Fahrplan für den Übergang zu einer wettbewerbsfähigen CO2-armen Wirtschaft bis 2050. KOM(2011) 112.


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