Chemin de navigation

Left navigation

Additional tools

Neuer Leistungsanzeiger der Innovationsunion: Trotz Fortschritten in vielen Mitgliedstaaten liegen die Hauptwettbewerber vor der EU

Commission Européenne - IP/11/114   01/02/2011

Autres langues disponibles: FR EN DA ES NL IT SV PT FI EL CS ET HU LT LV MT PL SK SL BG RO

IP/11/114

Brüssel, 1. Februar 2011

Neuer Leistungsanzeiger der Innovationsunion: Trotz Fortschritten in vielen Mitgliedstaaten liegen die Hauptwettbewerber vor der EU

Der EU gelingt es nicht, den Innovationsleistungsrückstand gegenüber ihren internationalen Hauptwettbewerbern, den USA und Japan, zu überwinden. Obwohl die Entwicklungen in den meisten EU-Mitgliedstaaten trotz der Wirtschaftskrise viel versprechend sind, sind die Fortschritte zu langsam. Zwar hat die EU nach wie vor einen klaren Vorsprung gegenüber den aufstrebenden Volkswirtschaften Indiens und Russlands, Brasilien macht jedoch stetige Fortschritte und China holt schnell auf. Innerhalb der EU ist die Leistung Schwedens am beeindruckendsten, gefolgt von Dänemark, Finnland und Deutschland. Das Vereinigte Königreich, Belgien, Österreich, Irland, Luxemburg, Frankreich, Zypern, Slowenien und Estland bilden (in dieser Reihenfolge) die nächste Gruppe. Dies sind einige der wichtigsten Schlussfolgerungen des heute von der Europäischen Kommission veröffentlichten Leistungsanzeigers der Innovationsunion (IUS) 2010. Es handelt sich um die erste Ausgabe im Rahmen der Initiative „Innovationsunion“ (IP/10/1288), die den bisherigen Europäischen Innovationsanzeiger (EIS) ersetzt. Der Anzeiger fließt in den vor kurzem veröffentlichten Jahreswachstumsbericht (IP/11/22) ein. Er soll den Mitgliedstaaten bei der Feststellung von Stärken und Schwächen behilflich sein und ihre Innovationsleistung durch ihre nationalen Reformprogramme der Strategie Europa 2020 verbessern.

„Der Anzeiger macht deutlich, dass wir unsere Anstrengungen, Europa innovativer zu machen, verstärken müssen, damit wir unsere wichtigsten Konkurrenten einholen und wieder den Weg zu einem soliden und nachhaltigen Wachstum einschlagen können,“ betonte der Vizepräsident der Kommission und Kommissar für Unternehmen und Industrie, Antonio Tajani.

„Dieser neue und bessere Leistungsanzeiger der Innovationsunion hebt den dringenden Innovationsbedarf in Europa hervor. Innovation ist für eine erfolgreiche moderne Wirtschaft so wichtig wie Wasser für das Leben. Sie steht im Zentrum der Gestaltung der Wirtschaftspolitik und ist die wichtigste Möglichkeit der Volkswirtschaften, um Arbeitsplätze zu schaffen. Der heute vorgelegte Anzeiger ist also ein wesentlicher Baustein der Strategie Europa 2020. Wir wollen, dass die Mitgliedstaaten ihn umfassend nutzen, damit sie auf ihre Stärken aufbauen und ihre Schwächen angehen können,“ sagte Máire Geoghegan-Quinn, Kommissarin für Forschung, Innovation und Wissenschaft.

Der Anzeiger 2010 enthält 25 Indikatoren im Zusammenhang mit Forschung und Innovation und deckt die 27 EU-Mitgliedstaaten sowie Kroatien, Serbien, die Türkei, Island, ehemalige jugoslawische Republik Mazedonien, Norwegen und die Schweiz ab. Die Indikatoren lassen sich in drei Kategorien unterteilen:

  • Potenzial“, d. h. die wesentlichen Bausteine, die Innovation ermöglichen (Humanressourcen, Finanzierung und Förderung, offene, hervorragende und attraktive Forschungssysteme);

  • Tätigkeit der Unternehmen“, die zeigt, wie innovativ Europas Unternehmen sind (Investitionen der Unternehmen, Vernetzung und unternehmerische Initiative, intellektuelles Kapital) und

  • Erträge“, die zeigen, welche Vorteile für die Gesamtwirtschaft sich daraus ergeben (Innovatoren, gesamtwirtschaftliche Auswirkungen).

Der Vergleich der Indikatoren für die EU-27, die USA und Japan zeigt, dass die EU-27 das Innovationsgefälle gegenüber ihren wichtigsten Konkurrenten nicht schließen kann.

Der größte Abstand ist in der Kategorie „Tätigkeit der Unternehmen“ festzustellen, wo die EU-27 bei den öffentlich-privaten Kopublikationen, den FuE-Ausgaben der Unternehmen und – verglichen mit Japan – den PCT-Anmeldungen (Patentzusammenarbeitsvertrag – Patent Cooperation Treaty) zurückliegt. Daraus geht hervor, dass die Forschungs- und Innovationslücke Europas in erster Linie auf den privaten Sektor zurückzuführen ist. Die Priorität sollte daher die Schaffung regulatorischer und anderer Rahmenbedingungen sein, die den privaten Sektor zu mehr Investitionen bewegen und die Nutzung von Forschungsergebnissen durch die Wirtschaft erleichtern sollen, insbesondere durch ein effizienteres Patentsystem. Die Lücke ist bei den Lizenz- und Patenteinkünften aus dem Ausland besonders groß und wächst schnell. Dies ein wichtiger Indikator für die wirtschaftliche Dynamik. Er zeigt, dass das Wirtschaftsmodell und die Funktionsweise des Binnenmarktes für geschütztes Wissen verbessert werden müssen. Er zeigt ferner, dass die EU weniger wichtige Patente (d. h. solche, die hohe Einkünfte aus Drittländern erzeugen) aufweist als die USA und Japan und sich in Sektoren mit hohem Wachstumspotenzial international nicht gut genug positioniert.

Der nach wie vor deutliche Rückstand bei der Zahl der Personen mit einem tertiären Bildungsabschluss ist bei einem relativ hohen Wachstum in der EU leicht rückläufig.

Bei den öffentlichen FuE-Ausgaben und den Ausfuhren von wissensintensiven Dienstleistungen liegt die EU-27 jedoch vor den USA.

In den letzten fünf Jahren war das stärkste Wachstum der Innovationsindikatoren der EU-27 bei den offenen, hervorragenden und attraktiven Forschungssystemen (internationale wissenschaftliche Kopublikationen, Veröffentlichungen von hoher Verwertbarkeit, Doktoranden aus Drittländern) und dem intellektuellen Kapital Eigentum (Gemeinschaftshandelsmarken, PCT-Anmeldungen und Gemeinschaftsgeschmacksmuster) zu verzeichnen.

Insgesamt kann die EU-27 ihre Führung vor Indien und Russland halten. Die EU-27 büßt jedoch einen Teil ihres Vorsprungs gegenüber Brasilien und vor allem gegenüber China ein. Diese beiden Länder verringern ihren Leistungsrückstand gegenüber der EU weiterhin schnell (siehe Abbildung 1).

Figures and graphics available in PDF and WORD PROCESSED

Figures and graphics available in PDF and WORD PROCESSED

Im Anzeiger werden die Mitgliedstaaten in die folgenden vier Ländergruppen unterteilt (siehe Abbildung 2).

  • Innovationsführer: Dänemark, Finnland, Deutschland und Schweden weisen eine Leistung auf, die deutlich über dem Durchschnitt der EU-27 liegt.

  • Innovationsfolger: Österreich, Belgien, Zypern, Estland, Frankreich, Irland, Luxemburg, die Niederlande, Slowenien und das Vereinigte Königreich haben eine Leistung zu verzeichnen, die annähernd dem Durchschnitt der EU-27 entspricht.

  • Mäßige Innovatoren: Die Leistung Kroatiens, der Tschechischen Republik, Griechenlands, Ungarns, Italiens, Maltas, Polens, Portugals, der Slowakei und Spaniens liegt unter dem Durchschnitt der EU-27.

  • Bescheidene Innovatoren: Die Leistung Bulgariens, Lettlands, Litauens und Rumäniens liegt deutlich unter dem Durchschnitt der EU-27.

Abbildung 2: Innovationsleistung der EU-Mitgliedstaaten

Figures and graphics available in PDF and WORD PROCESSED

Hinweis: Die durchschnittliche Leistung wird anhand eines zusammengesetzten Indikators gemessen, in den Daten für 24 Indikatoren einfließen, für die eine Leistungsziffer zwischen 0 (niedrigstes Leistungsniveau) und 1 (höchstes Leistungsniveau) bestimmt wird. Die durchschnittliche Leistung des Jahres 2010 spiegelt aufgrund einer Verzögerung bei der Datenverfügbarkeit die Leistung von 2008/2009 wider.

Die Leistung der Innovationsführer liegt um mindestens 20 % über dem Wert der EU-27, die der Innovationsfolger beträgt weniger als 20 % über, aber mehr als 10 % unter dem Wert der EU-27, die der gemäßigten Innovatoren liegt unter 10 %, aber nicht unter 50 % des Wertes der EU-27 und die der bescheidenen Innovatoren liegt unter 50 % des Wertes der EU-27.

Hintergrundinformation

Nach der Verabschiedung der Mitteilung über die Innovationsunion im Oktober 2010 wurde der Europäische Innovationsanzeiger (EIS) – ein bewährtes und anerkanntes Instrument für die Bewertung der Innovationsleistung in den EU-Mitgliedstaaten – überarbeitet und in Leistungsanzeiger der Innovationsunion (IUS) umbenannt. Der Leistungsanzeiger der Innovationsunion wird im Auftrag der Generaldirektion Unternehmen und Industrie der Europäischen Kommission vom Maastricht Economic and Social Research and Training Centre on Innovation and Technology (UNU-MERIT) erstellt.

Der vollständige Bericht ist abrufbar unter:

http://ec.europa.eu/enterprise/policies/innovation/facts-figures-analysis/index_de.htm

und http://www.proinno-europe.eu/metrics

Nähere Informationen finden Sie in MEMO/11/56.

Innovationsunion

Europa 2020


Side Bar

Mon compte

Gérez vos recherches et notifications par email


Aidez-nous à améliorer ce site