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Digitale Agenda: Laut Kommissionsbericht können soziale Netze viel mehr tun, um die Privatsphäre Minderjähriger zu schützen

European Commission - IP/11/1124   30/09/2011

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Europäische Kommission – Pressemitteilung

Digitale Agenda: Laut Kommissionsbericht können soziale Netze viel mehr tun, um die Privatsphäre Minderjähriger zu schützen

Brüssel, 30. September 2011 – Nur zwei von neun Websites zur sozialen Vernetzung (Habbo Hotel und Xbox Live) haben Standardeinstellungen, bei denen die persönlichen Profile Minderjähriger nur von ihren genehmigten Kontakten eingesehen werden können – das hat eine neue Testrunde ergeben, die im Auftrag der Europäischen Kommission durchgeführt wurde.

Immerhin geben die meisten getesteten Websites den Kindern und Jugendlichen altersgerechte Informationen, stellen speziell für Minderjährige verfasste Anleitungen und/oder Lernmaterialien zur Verfügung und beantworten Hilfsanfragen. Sieben Websites beantworteten Hilfsanfragen, die meisten davon innerhalb eines Tages.

Zwei Websites (Dailymotion und Windows Live) garantieren, dass Minderjährige standardmäßig nur von Freunden mit öffentlichen oder privaten Mitteilungen kontaktiert werden können. Bei allen getesteten Websites kann jedermann Freundschaftsanfragen an Minderjährige schicken. In sechs sozialen Netzen können die Profile Minderjähriger durch „Freunde von Freunden“ direkt eingesehen werden. Alle getesteten Websites haben eine verkürzte, kinderfreundliche Fassung ihrer allgemeinen Geschäftsbedingungen.

Neelie Kroes, die für die Digitale Agenda zuständige Vizepräsidentin der Kommission, erklärte dazu: „Junge Leute haben online viel Spaß und finden große Vorteile in sozialen Netzen, sind sich aber häufig der Risiken – z. B. der Gefahr unsittlicher Belästigungen – nicht ausreichend bewusst. Soziale Netze müssen ihre Verantwortung gegenüber diesen Kindern und Jugendlichen sehr ernst nehmen. Ich habe die Absicht, dieses Thema im weiteren Jahresverlauf mit einer umfassenden Strategie aus Schutz- und Befähigungsmaßnahmen anzugehen, um das Internet zu einem sichereren Ort für Kinder zu machen.“

In dem Bericht geht es insbesondere um die Umsetzung der „Grundsätze für sichere soziale Netze in der EU“ (Safer Social Networking Principles for the EU) durch Blog-Plattformen (Skyrock) und Spieleplattformen (Xbox Live), Foto- und Video-Plattformen (YouTube, Dailymotion, Flickr), virtuelle Welten (Habbo Hotel, Stardoll) sowie andere Plattformen, die Funktionen zur sozialen Vernetzung bieten (Windows Live) oder das Erstellen persönlicher Profile und das Einstellen von Blogeinträgen, Fotos und Neuigkeiten erlauben (Yahoo! Pulse). Die Tests fanden von März bis Juni 2011 statt.

Dieser jüngste Bericht ergänzt den bereits im Juni 2011 veröffentlichten Bericht über die Umsetzung der Grundsätze durch weitere vierzehn Websites zur sozialen Vernetzung (siehe IP/11/762).

Im Zusammenhang mit ihrem in der Digitalen Agenda für Europa (siehe IP/10/581, MEMO/10/199 und MEMO/10/200) gesetzten Ziel, das Vertrauen in das Internet zu erhöhen, überprüft die Kommission derzeit den Schutz Minderjähriger im Online-Umfeld vor Risiken wie „Grooming“ (unsittliches Anfreunden mit Kindern) und „Cyber-Bullying“ (Schikanierung und Ausübung psychologischen Drucks). Die Kommission wird die Ergebnisse der beiden Umfragen zur Umsetzung der Grundsätze für sichere soziale Netze in einer umfassenden Initiative berücksichtigen, die sie im weiteren Jahresverlauf zu ergreifen gedenkt, um Kinder auf den Umgang mit den neuen Technologien vorzubereiten und sie dabei besser zu schützen.

Hintergrund

Bei den „Grundsätzen für sichere soziale Netze in der EU“ (Safer Social Networking Principles for the EU) handelt es sich um eine 2009 von der Kommission initiierte Selbstregulierungsvereinbarung, die dem Schutz der Kinder im Online-Umfeld dient (siehe IP/09/232).

Bislang haben 21 Unternehmen die Grundsätze unterzeichnet: Arto, Bebo, Dailymotion, Facebook, Giovani, Google, Hyves, Microsoft Europe, MySpace, Nasza-klasa, Netlog, One, Rate, Skyrock, VZnet Netzwerke, Stardoll, Sulake, Tuenti, Yahoo! Europe und Zap. Wer-kennt-wen trat im November 2010 bei, wurde aber in die jetzige Bewertung nicht einbezogen.

Festgestellt wurde im jüngsten Bericht:

  • Nur bei Habbo Hotel und Xbox Live können persönliche Informationen und identifizierbare Angaben standardmäßig nur von den Personen eingesehen werden, die auf der genehmigten Kontaktliste der Benutzer stehen, egal wieviele Informationen sie über sich selbst in ihrem Profil eingestellt haben.

  • Die anderen sieben getesteten Websites zeigen eine beträchtliche Menge an persönlichen Informationen – darunter auch Angaben, die die Benutzer nach der Registrierung hinzugefügt hatten – standardmäßig auch Benutzern an, die nicht auf der genehmigten Kontaktliste stehen. Diese Informationen ermöglichten zwar nicht zwangsläufig eine sofortige Identifizierung von Minderjährigen, könnten aber dazu genutzt werden.

  • In sechs Netzen konnten die Profile Minderjähriger durch „Freunde von Freunden“ direkt eingesehen werden. Unregistrierte Benutzer konnten Zugang zu den Profilen Minderjähriger über deren Blog oder über die von Jugendlichen eingestellten Videos oder Fotos erlangen. Sobald das Blog, persönliche Videos, Bilder, Videokanäle oder Fotosammlungen gefunden worden sind (beispielsweise über eine externe Suchmaschine oder einen per E-Mail zugeschickten Link), wird auch Zugang zu dem Profil des Minderjährigen gewährt.

  • 8 von 9 getesteten Websites stellen Sicherheitsinformationen, Anleitungen und/oder Lehrmaterial mit spezieller Ausrichtung auf Minderjährige bereit (alle außer Windows Live). In Windows Live richteten sich die Informationen eher an Eltern oder Betreuer, waren aber auch für junge Leute leicht verständlich.

  • Dailymotion, Flickr, Habbo Hotel, Yahoo! Pulse, Skyrock, Stardoll und YouTube stellen Sicherheitsinformationen für Kinder und Eltern bereit, die leicht zu finden und zu verstehen sind.

  • Nur bei einer der neun getesteten Websites konnten standardmäßig die Profile Minderjähriger per Namenssuche über das Internet oder externe Suchmaschinen (wie Google, Bing oder Yahoo!) gefunden werden.

Bei mehreren dieser Dienste sind die Benutzerprofile nicht der Hauptzugangspunkt oder Interessenschwerpunkt für die Benutzer. Dies gilt insbesondere für Foto- und Videoplattformen, bei denen die Benutzer vor allem Fotosammlungen oder Videokanäle besuchen, aber nicht unbedingt Benutzerprofile ansehen wollen.

Grundsätze für sichere soziale Netze in der EU und die Bewertung ihrer Umsetzung:

http://ec.europa.eu/information_society/activities/social_networking/eu_action/implementation_princip_2011/index_en.htm

Programm „Sicheres Internet“:

http://ec.europa.eu/information_society/activities/sip/index_en.htm

Website zur Digitalen Agenda:

http://ec.europa.eu/digital-agenda

Website von Neelie Kroes: http://ec.europa.eu/commission_2010-2014/kroes/

Vizepräsidentin Neelie Kroes auf Twitter: http://twitter.com/neeliekroeseu

Ansprechpartner:

Jonathan Todd (+32 2 299 41 07)

Linda Cain (+32 2 299 90 19)


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