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Forschung und Innovation: Neue Resultate aus Modellrechnungen zeigen Verbindung zwischen natürlichen Ressourcen und bewaffneten Konflikten.

Commission Européenne - IP/11/1090   28/09/2011

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Europäische Kommission - Pressemitteilung

Forschung und Innovation: Neue Resultate aus Modellrechnungen zeigen Verbindung zwischen natürlichen Ressourcen und bewaffneten Konflikten.

Brüssel, 28. September 2011 – Die Gemeinsame Forschungsstelle (JRC) hat ein statistisches Modellierungsinstrument entwickelt, mit dessen Hilfe das Risiko des Auftretens von Konflikten in Entwicklungsländern analysiert werden kann. Durch Kombination von Online-Nachrichten mit geografischen Satellitendaten stellt das Instrument eine Verbindung zwischen natürlichen Ressourcen und dem Risiko eines Konflikts her. Wichtige Fortschritte sind die sehr detaillierte Erhebung der Daten (zumeist auf einen Quadratkilometer genau) und die Tatsache, dass die Modellierung auf der Schwere der Konflikte beruht. Im Test hat das Modell erfolgreich die Korrelation zwischen ressourcenreichen Gebieten und dem Auftreten von Konflikten bestimmt. Dieser Ansatz ist von potenziellem Nutzen für die Planung der Europäischen Kommission in den Bereichen Entwicklungshilfe und Krisenprävention.

Dazu Máire Geoghegan-Quinn, Kommissarin für Forschung, Innovation und Wissenschaft: „Dieses von europäischen Forschern in der Gemeinsamen Forschungsstelle entwickelte neue Instrument leistet einen entscheidenden Beitrag zu Ressourcenbewirtschaftung und Konfliktprävention in Entwicklungsländern. Wenn die Faktoren und Bedingungen, die zu Spannungen und Unsicherheit führen, besser verstanden werden, können bessere Entscheidungen über Hilfs- und Krisenpräventionsmechanismen getroffen werden.“

Das Modell ermöglicht einen statistischen Vergleich von Konfliktereignissen und georeferenzierten Datensätzen, beispielsweise zu natürlichen Ressourcen (einschließlich mineralischer Rohstoffe), Bodenbedeckung, Bevölkerungsverteilung und Wirtschaftstätigkeit, Elektrifizierungsraten, Gelände und sonstigen geografischen Daten.

Die ersten Ergebnisse zeigen, dass eine Verbindung zwischen Konflikten und der Nähe zu Mineralienbergwerken und Weideland besteht und dass die Wahrscheinlichkeit von Konflikten in den Gebieten, in denen es in der Vergangenheit Konflikte gab, größer ist. Aus den von der JRC erhobenen Daten geht ferner hervor, dass es bei zahlreichen Konflikten, über die in den Medien berichtet wird, um Nahrungsmittel geht: Viehdiebstahl, Konflikte zwischen Hirten und Bauern, Plünderungen und Konflikte wegen des Zugangs zu Wasser.

Das Modell wurde im Rahmen des Projekts „Global Atlas and Information Centre for Conflicts and Natural Resources” entwickelt, dessen Schwerpunkt auf 18 Ländern aus vier Regionen lag: Afrikanische Region der Großen Seen, Horn von Afrika, Westafrika und Zentralasien. Analysiert wurden Berichte über mehr als 1500 Konflikte.

Die durch das Modell ermittelten Informationen sind frei verfügbar unter

www.jrc.ec.europa.eu/conflicts-atlas.

Hintergrund

Das Projekt „Global Atlas and Information Centre for Conflicts and Natural Resources” wird aus dem Stabilitätsinstrument der Europäischen Union finanziert. Die JRC hat umfassende georeferenzierte Datensätze verwendet. Einige dieser Datensätze wurden vollständig von der JRC erstellt, vor allem der JRC Conflict Event Dataset. Dieser Datensatz wurde erstellt unter Verwendung eines fortgeschrittenen Information-Mining-Systems, des „European Media Monitor System” (EMM) der JRC, indem zur Bewertung des Auftretens von Konflikten zehntausende von Online-Nachrichtenartikeln analysiert wurden. Zu den gesammelten Informationen zählen geografischer Ort, Schwere, geschätzte Zahl der Opfer und Dauer jedes Konflikts.

Die Daten zu anderen mit Konflikten zusammenhängenden Faktoren wie ökonomischen, demografischen und entwicklungspolitischen Bedingungen wurden bestehenden Datenbanken entnommen. Durch statistische Modellierung wurden die Hauptfaktoren bestimmt und im Bericht erläutert, anhand deren Intensität und Ort bewaffneter Konflikte erklärt oder vorhersagt werden können.

Die JRC

Die Gemeinsame Forschungsstelle (JRC) ist der interne Wissenschaftliche Dienst der Europäischen Kommission. Sie hat den Auftrag, die Konzeption, Entwicklung, Umsetzung und Überprüfung der Politik der Europäischen Union durch nachfrageorientierte wissenschaftlich-technische Arbeiten zu unterstützen. Die JRC dient dem gemeinsamen Interesse der Mitgliedstaaten, ist jedoch unabhängig von privaten oder staatlichen Einzelinteressen.

Im Rahmen der multidisziplinären Arbeit der JRC zur Nahrungsmittelsicherheit werden die einschlägigen Forschungsgebiete und globalen Herausforderungen behandelt: Umwelt, Klimawandel, Energie, Biotechnologie, technologische Zukunftsforschung und globale Sicherheit. Dank ihres wissenschaftlichen Fachwissens – vom Bereich der Bodenqualität und der Überwachung von Dürren und Überschwemmungen über Methoden zur Detektion von genetisch veränderten Organismen bis hin zu neuen Zuchttechniken, Vorhersage von Ernteerträgen und Krisenüberwachung – unterstützt die JRC Rechtsvorschriften, Aktionspläne und Programme der EU.

Weitere Informationen:

Der Bericht „Armed Conflicts and Natural Resources” kann hier heruntergeladen werden: http://publications.jrc.ec.europa.eu/repository/handle/111111111/22464

Informationen über Konflikte und natürliche Ressourcen:

Global Atlas & Information Centre for Conflicts and Natural Resources

Überwachung der Ernährungssicherheit bei der JRC:

http://mars.jrc.ec.europa.eu/mars/About-us/FOODSEC

Siehe auch:

European Media Monitor System

Stabilitätsinstrument

Ansprechpartner:

Michael Jennings +32 2 29 63388

Monika Wcislo +32 2 29 55604


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