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Klimawandel: Kommission leitet Konsultation zur weiteren Senkung der Industriegasemissionen ein

European Commission - IP/11/1078   26/09/2011

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Europäische Kommission – Pressemitteilung

Klimawandel: Kommission leitet Konsultation zur weiteren Senkung der Industriegasemissionen ein

Brüssel, den 26. September 2011 – Die Europäische Kommission hat heute eine öffentliche Konsultation zur Verstärkung der EU-Maßnahmen zur Verminderung der Emissionen fluorierter Gase eröffnet. Dabei handelt es sich um eine Gruppe von Industriegasen, die besonders stark zur globalen Erwärmung beitragen.

Nach einem heute angenommenen Beurteilungsbericht der Kommission1 hat die geltende Verordnung über fluorierte Gase („F-Gase“) erhebliche Auswirkungen, jedoch werden die F-Gasemissionen ohne weitere Maßnahmen voraussichtlich langfristig auf dem heutigen Niveau bleiben.

In dem Beurteilungsbericht wird festgestellt, dass großer Spielraum für eine weitere kosteneffiziente Emissionsminderung besteht, die vor allem darum möglich ist, weil immer mehr F-Gase in verschiedenen Sektoren durch Alternativen ersetzt werden können, die weniger oder gar nicht zum Klimawandel beitragen. Die EU könnte bis 2030 ihre heutigen Emissionen fluorierter Gase möglicherweise um bis zu zwei Drittel reduzieren, heißt es.

Die für Klimapolitik zuständige EU-Kommissarin Connie Hedegaard erklärte hierzu: „Die EU-Verordnung über fluorierte Gase hat den Trend zu steigenden Emissionen erfolgreich gebrochen und die technologische Innovation vorangetrieben. Dennoch sind für den Übergang zu einer wettbewerbsfähigen, emissionsarmen EU-Wirtschaft bis 2050 ehrgeizige Maßnahmen erforderlich, um die Emissionen aus allen Bereichen zu verringern. Es ist deutlich, dass es erheblichen Spielraum für die kosteneffiziente Verminderung von F-Gasemissionen gibt, und ich habe vor, nächstes Jahr nach der öffentlichen Konsultation neue Legislativmaßnahmen vorzuschlagen.“

Die Konsultation läuft bis 19. Dezember 2011 und richtet sich an alle Interessenvertreter.

Die potenziellen Politikoptionen, zu denen befragt wird, umfassen neue freiwillige Vereinbarungen, das Verbot neuer Produkte und Einrichtungen sowie ein Programm zum Ausstieg aus der Vermarktung von FKW auf dem EU-Markt.

Der Beurteilungsbericht der Kommission zur Verordnung über F-Gase aus dem Jahr 2006 zeigt, dass diese Maßnahme kombiniert mit einer Richtlinie über die Verwendung von fluorierten Gase in mobilen Klimaanlagen bereits dazu beiträgt, dass die EU und ihre Mitgliedstaaten die Emissionsminderungsziele gemäß dem Kyoto-Protokoll erreichen. Mit der politischen Strategie sollte erwartungsgemäß fast die Hälfte der zu erwartenden F-Gasemissionen bis 2050 verhindert werden, vorausgesetzt, dass Mängel bei ihrer Umsetzung und Durchsetzung beseitigt werden. Die Kommission fordert daher die Mitgliedstaaten auf, ihre Bemühungen in diesem Bereich zu verstärken.

Trotz der erheblichen Auswirkungen der aktuellen Rechtsvorschriften wird jedoch nicht erwartet, dass die Gesamtmenge der F-Gasemissionen gegenüber dem heutigen Niveau langfristig sinken wird. Das liegt an der wachsenden Zahl von Geräten wie Klima- und Kühlanlagen. Allerdings wird die Verwendung von Alternativen in diesem Bereichen stetig machbarer.

Derzeit handelt es sich bei rund 2 % der EU-Treibhausgasemissionen um F-Gase. Wenn die F-Gasemissionen ohne zusätzliche Maßnahmen auf dem heutigen Niveau stagnieren, könnte dieser Anteil in Zukunft erheblich steigen.

Hintergrund

Das Kyoto-Protokoll deckt drei Arten von fluorierten Treibhausgasen ab: teilhaloginierte Fluorchlorkohlenwasserstoffe (HFKW), perfluorierte Kohlenwasserstoffe (FKW) und Schwefelhexafluorid (SF6). Pro Tonne sind die Auswirkungen der einzelnen F-Gase auf die globale Erwärmung 140 bis 23 900 Mal stärker2 als die von Kohlendioxid (CO2), dem häufigsten Treibhausgas.

F-Gase werden zunehmend in einer Reihe von industriellen Anwendungen wie Klimaanlagen (HFKW), Kühlgeräten und Feuerlöschern (HFKW und FKW), Elektronik, in der Arzneimittel- und Kosmetik-Herstellung (FKW), der Herstellung von Magnesium und Aluminium sowie von Hochspannungsschaltern (SF6) genutzt.

Im Jahr 2006 wurden zwei unterschiedliche Rechtsakte angenommen, die diesen Trend umkehren sollten, um der EU und den Mitgliedstaaten beim Erreichen ihrer Emissionsziele nach dem Kyoto-Protokoll zu helfen:

  • Die Richtlinie 2006/EG/40 gilt für mobile Klimaanlagen und verbietet ab 2011 die Verwendung von F-Gasen mit einem hohen globalen Erwärmungs­potenzial.

  • Die Verordnung (EG) Nr. 842/2006 deckt alle anderen Verwendungs­möglichkeiten bestimmter F-Gase ab, wobei der Schwerpunkt auf den wichtigsten ortsfesten Anwendungen wie Kühlung und Klimaanlagen liegt. Ziel ist es, Leckagen von Einrichtungen mit solchen Gasen zu verhindern. Im Gegensatz zur Richtlinie für mobile Klimaanlagen enthält die Verordnung nur wenige Einschränkungen für die Verwendung von F-Gasen.

Weitere Informationen

Weitere Informationen und die Möglichkeit zur Beteiligung an der Konsultation finden Sie unter der folgenden Adresse:

http://ec.europa.eu/clima/policies/f-gas/index_en.htm

Kontaktperson:

Isaac Valero Ladron +32 229-64971

1 :

Bericht der Kommission über die Anwendung, die Auswirkungen und die Angemessenheit der Verordnung über bestimmte fluorierte Treibhausgase (Verordnung (EG) Nr. 842/2006), KOM (2011) 581

2 :

Gemessen über einen Zeitraum von 100 Jahren.


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