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Sicherere Galileo-Dienste: Europäisches Parlament unterstützt Vorschlag der Kommission

European Commission - IP/11/1029   13/09/2011

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Europäische Kommission – Pressemitteilung

Sicherere Galileo-Dienste: Europäisches Parlament unterstützt Vorschlag der Kommission

Brüssel, 13. September – Heute stimmte das Europäische Parlament dem Vorschlag der Kommission zu, in dem der Zugang zum öffentlich-staatlichen Dienst (Public Regulated Service – PRS) für Galileo, das globale Satellitennavigations­system der EU, geregelt wird. Der PRS sorgt dank äußerst stabiler verschlüsselter Signale dafür, dass unabdingbare Transporte, Notfall- und Polizeieinsätze sowie Grenzkontrollen und Friedensmissionen unter sicheren Bedingungen organisiert und reibungslos durchgeführt werden können. Diese verbesserten Signale bieten Schutz vor Bedrohungen wie das sogenannte Spoofing, durch das Leitsignale für Fahrzeuge und Schiffe gestört und die Positionssignale, z. B. an einen Polizei- oder Rettungswagen, verfälscht werden. Der PRS bewährt sich besonders in Krisensituationen, in denen Notfall- und Sicherheitsdienste nicht ausfallen dürfen.

Kommissionsvizepräsident Antonio Tajani, zuständig für Industrie und Unternehmertum, erklärte hierzu: „Die Europäische Kommission begrüßt dieses wichtige Abstimmungsergebnis und freut sich, dass das Europäische Parlament der Förderung des Galileo-Projekts zugestimmt hat. Wir müssen unbedingt dafür sorgen, dass die Rettungs- und Notfalldienste auch im Krisen- und Katastrophenfall oder bei terroristischer Bedrohung voll einsatzfähig bleiben.“

Hintergrund

Mit Galileo wird ein hochmodernes, globales Satellitennavigationssystem aufgebaut, das eine zuverlässige und äußerst präzise weltweite Positions­bestimmung ermöglicht Bei den fünf angebotenen Diensten handelt es sich um den öffentlich-staatlichen Dienst (PRS), den offenen Dienst, den Such- und Rettungsdienst, den sicherheitskritischen Dienst („Safety-of-Life Service“) sowie den kommerziellen Dienst.

Nach der Abstimmung im Europäischen Parlament wird der Vorschlag an den Rat weitergeleitet. Wird er angenommen, könnte der PRS zusammen mit zwei weiteren Galileo‑Diensten (dem offenen Dienst und dem Such- und Rettungsdienst) ab 2014 zur Verfügung stehen, wenn Galileo seinen Betrieb aufnimmt.

PRS ist öffentlichen Stellen vorbehalten

Bei Galileo handelt es sich um ein ziviles System unter ziviler Kontrolle. Über die Nutzung Einsatz des PRS und den jeweiligen Anwendungsbereich entscheidet jeder einzelne Mitgliedstaat. Die Nutzung des PRS wird kontrolliert und bleibt auf autorisierte staatliche Stellen in den EU-Mitgliedstaaten und die europäischen Institutionen beschränkt. Nicht-EU-Länder oder internationale Organisationen können den Dienst gegebenenfalls in Anspruch nehmen, wenn sie entsprechende Abkommen mit der EU abschließen.

Geschäftschancen und bessere Dienstleistungen für die Bürger

Die Herstellung der PRS-Empfänger wird der europäischen Industrie und ihren Unternehmen neue Geschäftsmöglichkeiten bieten. Die Bürgerinnen und Bürger Europas werden durch bessere und sicherere Notfall- und Sicherheitsdienste indirekt von PRS profitieren.

Strenge Kontrolle sorgt für Vertrauen

Jeder Mitgliedstaat, der den PRS nutzen möchte, muss eine „zuständige PRS‑Behörde“ einrichten. Diese Stelle wird die Endnutzer sowie die Herstellung der PRS-Empfänger beaufsichtigen. Sie wird auch dafür sorgen, dass die eindeutig festgelegten Sicherheitsstandards eingehalten werden.

Durch die Koordinierung auf europäischer Ebene wird für ein abgestimmtes Vorgehen und die Einhaltung des erforderlichen hohen Sicherheitsniveaus gesorgt.

Allgemeine Hintergrundinformationen

Durch Galileo und seine Dienste werden viele Branchen der europäischen Wirtschaft unterstützt: Stromnetzbetreiber, Logistikunternehmen, Finanzmärkte und Schifffahrtsindustrie werden ebenso wie Rettungsdienste und friedenserhaltende Missionen vom unentgeltlichen offenen Dienst, vom öffentlich-staatlichen Dienst (PRS) und vom Such- und Rettungsdienst profitieren.

Außerdem erlangt Europa durch Galileo Unabhängigkeit beim Einsatz einer Technologie, deren Bedeutung in Bereichen wie etwa der Stromversorgung und der Telekommunikation immer mehr zunimmt. Galileo dürfte der europäischen Wirtschaft über einen Zeitraum von 20 Jahren durch Mehreinnahmen in der Industrie und durch seinen Nutzen für Öffentlichkeit und Gesellschaft ein Plus von 90 Mrd. EUR einbringen. Die mit der Unabhängigkeit verbundenen Vorteile sind dabei noch gar nicht berücksichtigt.

Die ersten drei Galileo-Dienste werden in den Jahren 2014–2016 mit einer Anfangskonstellation von mindestens 24 Satelliten bereitgestellt: ein offener Dienst (2014), ein öffentlich-staatlicher Dienst (2016) und ein Such- und Rettungsdienst (2014). Zu einem späteren Zeitpunkt wird noch ein kommerzieller Dienst hinzukommen, mit dem zwei verschlüsselte Signale für einen höheren Datendurchsatz und genauere authentifizierte Daten kombiniert werden.

EGNOS (European Geostationary Navigation Overlay Service) ist der Vorläufer von Galileo und steht für Geostationärer Navigations-Ergänzungsdienst für Europa, das europäische System zur Verstärkung von GPS-Signalen. Der offene EGNOS‑Dienst ist seit Oktober 2009 operativ, und kürzlich startete die Kommission den sicherheitskritischen EGNOS-Dienst für die Luftfahrt (siehe IP/11/247).

Weitere Informationen:

http://ec.europa.eu/enterprise/policies/satnav/

Kontakt:

Carlo Corazza +32 229-51752

Andrea Maresi +32 229-90403


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