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Europäische Kommission – Pressemitteilung

Digitale Agenda: weiterer Handlungsbedarf beim Schutz von Kindern – Bericht der Kommission

Brüssel, den 13. September 2011 – In einem heute von der Europäischen Kommission vorgelegten Bericht wird untersucht, wie die Mitgliedstaaten EU-Empfehlungen umsetzen und damit gewährleisten, dass Kinder die Möglichkeiten der digitalen Welt vertrauensvoll und sicher nutzen können. Die Mitgliedstaaten und die Industrie unternehmen zunehmende Anstrengungen zur Umsetzung der EU-Empfehlungen aus den Jahren 1998 und 2006 zum Schutz von Minderjährigen, die audiovisuelle und Online-Dienste nutzen. Insgesamt sind die getroffenen Maßnahmen jedoch unzureichend.

Aus dem Bericht geht konkret hervor, dass die EU-Staaten keine angemessenen Maßnahmen treffen oder jeweils unterschiedliche Konzepte verfolgen, wenn es darum geht, illegale oder schädliche Inhalte zu melden und zu bekämpfen sowie sicherzustellen, dass Kinder altersgerechte Inhalte abrufen, die sozialen Netzwerke für Kinder sicherer zu machen und Kinder vor schädlichen Videospielen zu schützen. Beispielsweise bestehen zahlreiche Unterschiede zwischen den Mitgliedstaaten in der Art und Weise, wie Hotlines die Legalität oder potenzielle Schädlichkeit der ihnen gemeldeten Inhalte überprüfen, deren Quelle feststellen und diese den zuständigen Behörden mitteilen. Auch nutzen die EU-Staaten unterschiedliche Alterseinstufungssysteme und technische Mittel, um zu gewährleisten, dass Websites und Spiele stets altersgerecht sind. Der Bericht zeigt, dass der Schutz von Kindern in diesen Bereichen deutlich verbessert werden kann. Die Kommission wird sich im weiteren Verlauf des Jahres im Rahmen einer breit angelegten Initiative zur Schulung und zum Schutz von Kindern beim Umgang mit neuen Technologien mit diesen Fragen befassen.

Neelie Kroes, die für die Digitale Agenda zuständige Vizepräsidentin der Kommission, erklärte hierzu: „Kinder gehen heute schon in jüngerem Alter online und verbringen mehr Zeit im Web, wobei sie eine aufregende Welt digitaler Möglichkeiten entdecken. Wir müssen jedoch dringend unsere Anstrengungen und unsere Zusammenarbeit zur Schulung und zum Schutz von Kindern in dieser sich stetig wandelnden digitalen Welt intensivieren. Wir müssen Eltern und Lehrern das zur Wahrnehmung ihrer Verantwortlichkeiten notwendige Vertrauen geben. Die Strategie, die ich im weiteren Verlauf dieses Jahres vorlegen werde, geht diese Probleme frontal an.“

In dem Bericht werden Maßnahmen u. a. in folgenden Bereichen empfohlen:

Schädliche und illegale Inhalte: Steigerung der Bekanntheit von Hotlines und Verbesserung der einschlägigen Infrastrukturen im Interesse einer effizienteren Entfernung illegaler Inhalte.

Soziale Netzwerke und Privatsphäre: Sensibilisierung für Risiken und Schutzmöglichkeiten.

Altersklassifizierung und Einstufungssysteme: Umfassendere Nutzung von Alterseinstufungssystemen (wie PEGI) für Online-Spiele; Entwicklung von Verhaltenskodizes und anderen Möglichkeiten zur Sensibilisierung des Einzelhandels für die Alterseinstufung, um zu verhindern, dass Spiele an Kinder unter der entsprechenden Altersstufe verkauft werden.

Hintergrund

Das Internet kinderfreundlicher zu machen ist eine der Prioritäten der Digitalen Agenda für Europa (siehe IP/10/581, MEMO/10/199 und MEMO/10/200).

Der Erhebung EUKidsOnline (IP/11/479) zufolge haben Neun- bis Zehnjährige, die im Internet surfen, durchschnittlich schon im Alter von sieben Jahren damit begonnen. 33% der jugendlichen Internetnutzer verwenden dazu ein Mobiltelefon oder ein tragbares Gerät. 77 %   der 13- bis 16-Jährigen und 38 % der neun- bis zwölfjährigen Internetnutzer in Europa geben an, ein Profil auf einer Website zur sozialen Vernetzung angelegt zu haben; nach eigenen Angaben ist das Profil von einem Viertel der bei einer solchen Website angemeldeten Nutzer öffentlich. Jede EU-weite Strategie auf diesem Gebiet muss dem globalen und ständigem Wandel unterliegenden Charakter der digitalen Welt Rechnung tragen und flexibel auf neue Herausforderungen reagieren.

Mit den EU-Empfehlungen zum Schutz Minderjähriger aus den Jahren 1998 und 2006 wurde auf den Umstand reagiert, dass die Regulierung auf europäischer und nationaler Ebene nicht immer mit den rasanten Entwicklungen auf dem Gebiet der audiovisuellen und Online-Informationsdienste Schritt halten kann. Auf EU-Ebene (mittels der Richtlinie über audiovisuelle Mediendienste) und in den meisten Mitgliedstaaten bestehen spezifische Regeln nur für den Inhalt audiovisueller Medien. Deshalb ist es umso wichtiger, dass die Mitgliedstaaten und Diensteanbieter sich der neuen Herausforderungen im Jugendschutz bewusst sind und über eine Zusammenarbeit der betroffenen Akteure sowie Mit- oder Selbstregulierung die Schaffung angemessener Rahmenbedingungen fördern.

Der Bericht ist für mehrere in der Digitalen Agenda für Europa aufgezeigten Aktionsbereiche von Bedeutung. Die Kommission hat sich speziell zur „Förderung des mehrseitigen Dialogs und der Selbstregulierung der europäischen und weltweiten Diensteanbieter (z. B. Plattformen für die soziale Vernetzung, Mobilfunkanbieter), insbesondere hinsichtlich der Nutzung ihrer Dienste durch Minderjährige“ verpflichtet (Aktion 37).

Daneben werden die Mitgliedstaaten in der Digitalen Agenda dazu aufgerufen, „bis 2013 Hotlines für die Meldung anstößiger oder schädlicher Online-Inhalte einzurichten, Kampagnen zur Bewusstseinsbildung bezüglich der Online-Sicherheit für Kinder zu organisieren, Online-Sicherheit in Schulen zu unterrichten und Anbieter von Online-Diensten zu bestärken, Maßnahmen der Selbstregulierung hinsichtlich der Online-Sicherheit für Kinder umzusetzen” (Aktion 40).

Daneben fördert die Kommission die Entwicklung qualitativ hochwertiger und altersgerechter Online-Inhalte (IP/11/746). Der Erhebung EUKidsOnline zufolge findet ein Drittel der Neun- bis Zwölfjährigen, dass genug hochwertige Inhalte für ihre Altersgruppe online sind (IP/10/1368).

Nützliche Links:

Bericht der Kommission zum Schutz Minderjähriger – „Schutz der Kinder in der digitalen Welt“ und begleitendes Arbeitsdokument der Kommissionsdienststellen:

http://ec.europa.eu/avpolicy/reg/minors/rec/2011_report/index_en.htm

EU-Programm „Sicheres Internet“: http://ec.europa.eu/saferinternet

Digitale Agenda für Europa:

http://ec.europa.eu/information_society/digital-agenda/index_en.htm

Website zur Digitalen Agenda:

http://ec.europa.eu/information_society/digital-agenda/index_en.htm

Website von Neelie Kroes: http://ec.europa.eu/commission_2010-2014/kroes/

Neelie Kroes auf Twitter: http://twitter.com/neeliekroeseu

Ansprechpartner:

Jonathan Todd (+32 2 299 41 07)

Linda Cain (+32 2 299 90 19)


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