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Europäische Kommission – Pressemitteilung

Horn von Afrika: EU-Kommissarin Georgieva bestätigt weitere humanitäre Hilfe für Dürrekatastrophe

Brüssel, 12. September 2011 – Angesichts der sich verschlimmernden Auswirkungen der Dürre am Horn von Afrika und der offiziellen Ausbreitung der Hungersnot auf eine sechste Region in Südsomalia bestätigt die Europäische Kommission die Bereitstellung von weiteren 60 Mio. EUR für die Soforthilfe. Damit beläuft sich der Gesamtbeitrag der Kommission auf nahezu 160 Mio. EUR.

„Mehr als 13 Millionen Menschen am Horn von Afrika bedürfen dringend humanitärer Hilfe. Die Menschen benötigen Nahrungsmittel, Unterkünfte, Wasser und Schutz,“ so Kristalina Georgieva, EU-Kommissarin für internationale Zusammenarbeit, humanitäre Hilfe und Krisenreaktion. „Es ist schlichtweg inakzeptabel, dass ein Kind im 21. Jahrhundert verhungert. Die zusätzlichen Mittel bestätigen, dass die Menschen in Europa der notleidendsten Bevölkerung am Horn von Afrika zur Seite stehen.“

Die Europäische Union (EU) hat allein im Jahr 2011 mehr als 700 Mio. EUR für die Dürrekatastrophe mobilisiert. Dieser Betrag umfasst Beiträge der Mitgliedstaaten in Höhe von 460 Mio. EUR sowie die Direkthilfe der Kommission. Die Kommissarin, die kürzlich an der internationalen Geberkonferenz der Afrikanischen Union in Addis Abeba teilnahm, betont die Notwendigkeit, die Nothilfe zu koordinieren und nachhaltige Lösungen zur Verknüpfung von Nothilfe und langfristiger Entwicklung zu finden.

Die jetzt bewilligten Mittel stammen aus der Soforthilfereserve der Kommission und wurden vom Europäischen Parlament und dem Rat genehmigt. 40 Mio. EUR wurden auch für Sudan und Südsudan bereitgestellt.

Diese zusätzlichen Mittel dienen der Stärkung der Soforthilfe in Somalia, Äthiopien, Kenia und Dschibuti. In Somalia, wo sich die Hungersnot offiziell auf sechs Regionen im südlichen Teil des Landes ausgebreitet hat und wo mehr als 750 000 Menschen in den kommenden Monaten vom Verhungern bedroht sind, stellt die Europäische Union lebensrettende humanitäre Hilfe in Höhe von 62 Mio. EUR insbesondere für die am stärksten betroffenen Regionen im Süden Zentralsomalias bereit.

In Äthiopien verschlechtern sich die Weidebedingungen und es gibt Hinweise darauf, dass mehr Kinder in die medizinischen Ernährungszentren in den südlichen und südöstlichen Landesteilen aufgenommen werden. Die humanitäre Hilfe der Europäischen Union in Äthiopien beläuft sich auf 46 Mio. EUR – der Großteil davon wird für Nahrungsmittel und Ernährungsmaßnahmen eingesetzt. Im Flüchtlingslager Dolo Ado in der Nähe der somalischen Grenze liegt der Anteil der Kinder, die unter akuter Mangelernährung leiden, bei über 40 Prozent und damit um ein Dreifaches über dem international anerkannten Schwellenwert für Notlagen.

Schätzungen zufolge leiden mehr als 3,7 Millionen Menschen in Kenia unter Ernährungsunsicherheit. Die über 13 Partnerorganisationen geleistete humanitäre Hilfe für Kenia beläuft sich auf rund 44 Mio. EUR für mehr als 2 Millionen Menschen. Mehr als 485 000 Menschen befinden sich derzeit im Flüchtlingslager Dadaab im Norden Kenias. Die Impfraten der neu angekommenen Flüchtlingskinder sind niedrig, wodurch ein erhöhtes Risiko von Krankheitsausbrüchen besteht.

Hintergrund

Ursachen der derzeitigen Dürre am Horn von Afrika sind über mehrere Jahre hinweg ausbleibender Regenfälle und schlechte Ernten. Die Dürre bedroht das Leben von mehr als 13.3 Millionen Menschen und kommt zu den vielen anderen Problemen wie anhaltende Konflikte, Vertreibung der Bevölkerung, Ressourcenknappheit, Klimawandel, fehlende Infrastrukturen und Marktzugang, Wettbewerbsverzerrungen, unzulängliche Regierungsführung sowie hohe Nahrungsmittel- und Kraftstoffpreise noch hinzu.

Die Notlage wird durch die Menschenströme, die vor Konflikt und Hungersnot in den südlichen Regionen Somalias fliehen, verschärft. Mehr als 800 000 Somalier sind De-facto-Flüchtlinge in der Region und 1,5 Millionen Menschen sind Vertriebene innerhalb Somalias.

Der Zugang der humanitären Helfer ist nach wie vor schwierig, insbesondere in den von islamistischen Milizen kontrollierten Gebieten. Dabei liegt die Zahl der Menschen, die humanitäre Soforthilfe benötigen, in Somalia schätzungsweise bei 4 Millionen – praktisch der Hälfte der gesamten Bevölkerung.

Die Sterblichkeitsrate von Kindern unter fünf Jahren, die zu den Binnenvertriebenen gehören und vorübergehend in Mogadischu untergebracht sind, hat einen Höchststand erreicht (15 von 10 000). Die akute Unterernährung liegt in den meisten südlichen Landesteilen bei über 30 Prozent und in den am schlimmsten betroffenen Gebieten über 50 Prozent.

Durch die EU-Mittel werden dringend benötigte Nahrungsmittel, insbesondere für stark unterernährte Kinder bereitgestellt sowie medizinische Versorgung, Zugang zu sauberem Trinkwasser, Sanitärversorgung und andere dringend benötigte Hilfsgüter.

Weitere Schwerpunktmaßnahmen umfassen den Ausbau der Ernährungshilfe für die am meisten von Ernährungsunsicherheit betroffene Bevölkerung, die Unterstützung der Landwirtschaft in Risikogebieten, die weitere Mindestversorgung mit Trinkwasser und den Schutz der Existenzgrundlage von Züchtern.

Weitere Informationen

Website von EU-Kommissarin Georgieva:

http://ec.europa.eu/commission_2010-2014/georgieva/index_en.htm

Humanitäre Hilfe der Europäischen Kommission:

http://ec.europa.eu/echo/index_en.htm

Kontakt :

David Sharrock (+32 229-68909)

Irina Novakova (+32 229-57517)


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