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Europäische Kommission - Pressemitteilung

Europäische Tage des offenen Denkmals: 50 Länder gewähren Zugang zu selten geöffneten Monumenten

Brüssel / Straßburg, 9. September 2011 – Im Laufe des kommenden Monats werden voraussichtlich mehr als 20 Millionen Menschen die Gelegenheit zur Besichtigung nutzen, wenn die Europäischen Tage des offenen Denkmals wie jedes Jahr im September in 50 Ländern in ganz Europa zu Tausenden selten geöffneten Denkmälern und einzigartigen Veranstaltungen einladen. Diese auf lokaler Ebene organisierte Initiative wird von der Europäischen Kommission und vom Europarat unterstützt, die damit zur Bewusstseinsbildung auf EU-Ebene beitragen möchte.

Das kulturelle Erbe ist ein wesentlicher Bestandteil unserer kulturellen Vielfalt und unserer gemeinsamen Geschichte. Die Europäischen Tage des offenen Denkmals regen die Menschen dazu an, die Kulturschätze vor ihrer eigenen Haustür zu entdecken. Dadurch wird uns bewusst, dass unser nationales Erbe oft eine europäische Dimension hat. So wurden unsere Vorfahren häufig durch Entwicklungen in anderen Ländern inspiriert, als sie die Häuser bauten und die Gärten anlegten, über die wir uns heute freuen“, sagte Androulla Vassiliou, EU-Kommissarin für Bildung, Kultur, Mehrsprachigkeit und Jugend.

Gabriella Battaini-Dragoni, Generaldirektorin für Bildung, Kultur und kulturelles Erbe, Jugend und Sport beim Europarat, kommentierte: „Die Regierungen halten sehr viel von diesem gemeinsamen Programm. Der große Erfolg über 20 Jahre hinweg rührt daher, dass das Projekt auf lokaler Ebene von Gemeinden und Regionen initiiert wird. Jedes Jahr stellen die verschiedenen Gemeinschaften in ganz Europa fest, dass sie Teil einer kulturellen Familie sind, und feiern ihr gemeinsames europäisches Erbe.“

Die diesjährigen Europäischen Tage des offenen Denkmals warten mit besonders vielen Veranstaltungen und Denkmälern auf. Das Angebot reicht von der weltgrößten Ballonfabrik in Bristol, UK, bis zu einer Open-Air-Aufführung von Les Misérables, die nach dem Meisterwerk von Victor Hugo in der Nähe des belgischen Waterloo inszeniert wird, wo 1815 die gleichnamige Schlacht geschlagen wurde. In Berlin sind geführte Besichtigungen an erhaltenen Abschnitten der Berliner Mauer geplant, die von über 100 Künstlern aus 20 Ländern mit Gemälden und Graffiti gestaltet wurden. Im französischen Straßburg ist eine Ausstellung dem berühmten Erasmus von Rotterdam gewidmet.

Hintergrund

Mehrere Länder arbeiten darauf hin, die europäische Dimension des Ereignisses in den Mittelpunkt zu rücken. Litauen, Norwegen und die Schweiz zeigen „verborgene Schätze“ und laden die Besucher ein, selten gezeigte oder unerwartete Facetten des Kulturerbes zu entdecken, das in Mauern, unter der Erde oder in der Landschaft verborgen ist. Frankreich, die Ukraine, Zypern und Finnland werfen ein Schlaglicht auf „Kulturwege“, um das Bewusstsein für das Erbe an den Schnittstellen des künstlerischen, wissenschaftlichen und kommerziellen Lebens zu schärfen. So wird zum Beispiel in Odessa, Ukraine, erstmals eine Karte der europäischen Weinmuseen ausgestellt.

Parallel dazu findet in 16 europäischen Ländern der Fotowettbewerb „Wiki loves monuments statt, der die Öffentlichkeit zur Wiederentdeckung der kulturellen, historischen und wissenschaftlichen Bedeutung ihrer näheren Umgebung anregen soll. Die europäische Online-Bibliothek Europeana lobt einen Europäischen Preis für Jugendstil aus.

Zur Bilanzierung der diesjährigen Veranstaltungen findet vom 10. bis 12. Oktober im polnischen Breslau das 4. European Heritage Days Forum zum Thema „Das Erbe wertschätzen! Europäisches Kulturerbe und wirtschaftliche Entwicklung“ statt. Auf dem Forum werden politische Entscheidungsträger, Experten für Kulturerbe und die nationalen Koordinatoren der Tage des offenen Denkmals erörtern, welchen Wert das kulturelle Erbe insbesondere in wirtschaftlichen Krisenzeiten für die Wirtschaft in Europa hat. Bogdan Zdrojewski, polnischer Minister für Kultur und nationales Erbe, eröffnet das Forum.

Die erstmals 1985 veranstalteten Europäischen Tage des offenen Denkmals finden seit 1999 als gemeinsame Initiative der Europäischen Union und des Eurorats statt. Die 50 Unterzeichnerstaaten des Europäischen Kulturabkommens stellen im Rahmen der Europäischen Tagen des offenen Denkmals neue Kulturschätze aus und öffnen historische, normalerweise nicht zugängliche Gebäude für die Öffentlichkeit. Im Mittelpunkt der kulturellen Veranstaltungen stehen lokale Fähigkeiten und Traditionen, Architektur und Kunstwerke, doch vor allem soll das gegenseitige Verständnis der Bürgerinnen und Bürger untereinander gestärkt werden.

Mehr zum Thema:

www.ehd.coe.int

http://www.4ehf.pl

Kontakt:

Dennis Abbott (+32 229-59258)

Dina Avraam (+32 229-59667)

Europarat: Giuseppe Zaffuto (+33 686 32 10 24)


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