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Die Hälfte der Europäer wäre bereit, für einen Arbeitsplatz umzuziehen

European Commission - IP/10/932   13/07/2010

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IP/10/932

Brüssel, 13. Juli 2010

Die Hälfte der Europäer wäre bereit, für einen Arbeitsplatz umzuziehen

Die Europäische Kommission hat heute einen Bericht mit einem konsolidierten Überblick über die Rechte der Europäer vorgelegt, die in einem anderen EU-Staat leben und arbeiten. Darüber hinaus enthält der Bericht eine aktualisierte Darstellung der rechtlichen Entwicklungen im vergangenen Jahrzehnt. Derzeit leben 2,3 % der EU-Bürger in einem anderen Mitgliedstaat als ihrem eigenen. Jedoch zeigen die ebenfalls heute veröffentlichten Ergebnisse einer neuen Eurobarometer-Umfrage, dass 17 % der Europäer beabsichtigen, irgendwann in der Zukunft im Ausland zu arbeiten, und dass 48 % bereit wären, in einem anderen Land auf Arbeitsuche zu gehen, wenn sie arbeitslos würden.

„Das Recht, in einem anderen europäischen Land zu leben und zu arbeiten, ist eines der Grundrechte der EU, das aber derzeit viel zu wenige Menschen in Anspruch nehmen“, erklärte László Andor, EU-Kommissar für Beschäftigung, Soziales und Integration. „Die Mobilität der Arbeitskräfte kann dazu beitragen, die Arbeitslosigkeit zu verringern, indem Menschen und verfügbare Arbeitsplätze zusammengebracht werden. Den Europäern ist dies zwar bewusst, sie sehen sich aber nach wie vor Hindernissen gegenüber, wenn sie sich in ganz Europa nach Arbeitsplätzen umschauen. Deshalb wollen wir es für sie einfacher machen, ihr Recht auf Freizügigkeit in Europa wirklich zu leben – dies ist einer der Schwerpunkt unserer Strategie Europa 2020.“

Mitteilung über die Freizügigkeit der Arbeitnehmer

Die heute veröffentlichte strategische Mitteilung „Bekräftigung der Freizügigkeit der Arbeitnehmer“ bietet eine aktualisierte Darstellung der Rechte der Wanderarbeitnehmer in der EU und berücksichtigt dabei auch die rechtlichen Entwicklungen des letzten Jahrzehnts. Geklärt wird, welche Auswirkungen bestimmte Urteile des Gerichtshofs der Europäischen Union haben und wie sie auf diese Rechte anzuwenden sind. Gleichzeitig wird mit der Mitteilung eine Sensibilisierung für die Rechte der Wanderarbeitnehmer angestrebt.

Die Freizügigkeit der Arbeitnehmer ist unter rechtlichem Gesichtspunkt ein Erfolg, aber damit das Recht, sich in ganz Europa frei zu bewegen und in einem anderen europäischen Land zu leben, in der Praxis voll und ganz in Anspruch genommen werden kann, sind noch Verbesserungen notwendig. Die Europäische Kommission beabsichtigt, im Rahmen der neuen Binnenmarktstrategie (im Anschluss an die Vorlage des Monti-Berichts) die EU-interne Mobilität zu erleichtern und zu fördern.

Die Arbeit der Kommission zur Erleichterung und Förderung der Mobilität innerhalb der EU ist auch Teil ihrer neuen Zehnjahresstrategie Europa 2020. Besonders die Leitinitiative „Agenda für neue Kompetenzen und neue Beschäftigungs­möglichkeiten”, die von der Kommission in der zweiten Jahreshälfte 2010 angenommen werden soll, zielt darauf ab, die Erwerbsquote zu erhöhen sowie Angebot und Nachfrage auf dem Arbeitsmarkt u. a. durch Arbeitsmobilität besser aufeinander abzustimmen.

Eurobarometer-Umfrage zur geografischen und beruflichen Mobilität

Eine heute veröffentlichte Eurobarometer-Umfrage macht die Einstellungen der Europäer zur Arbeitsmobilität deutlich. Die zentralen Ergebnisse der Umfrage:

  • Die meisten Europäer sind der Ansicht, dass es für die europäische Integration förderlich ist, in eine andere Region oder ein anderes Land zu ziehen, die Hälfte denkt, dass es gut ist für die Wirtschaft, den Arbeitsmarkt und den Einzelnen, aber deutlich weniger Menschen glauben, dass es gut ist für die Familien.

  • 10 % der Europäer geben an, dass sie in der Vergangenheit schon aus beruflichen Gründen im Ausland – innerhalb oder außerhalb der EU – gelebt haben, 13 % zu Aus- oder Weiterbildungszwecken. 41 % haben Freunde oder Verwandte, die im Ausland gearbeitet oder studiert haben.

  • 17 % der Europäer beabsichtigen, irgendwann in der Zukunft im Ausland zu arbeiten, mit einer Spanne von 51 % in Dänemark bis lediglich 4 % in Italien. 34 % stufen die Chancen, Arbeit zu finden, im Ausland besser ein als zu Hause.

  • Arbeitslosigkeit ist ein gewichtiger Umzugsgrund: 48 % der Europäer wären bereit, in eine andere Region oder in ein anderes Land zu ziehen, wenn sie arbeitslos würden.

Hintergrund

Alle EU-Bürger haben das Recht, in einem anderen Mitgliedstaat zu leben und zu arbeiten, ohne wegen ihrer Staatsangehörigkeit diskriminiert zu werden. Trotz vieler Fortschritte gibt es jedoch noch immer rechtliche, verwaltungstechnische und praktische Hindernisse, die der Ausübung dieses Rechts entgegenstehen. Zu den weiteren Faktoren, die die grenzüberschreitende Mobilität beeinflussen, gehören Probleme im Zusammenhang mit der Wohnungssituation, der Sprache, der Beschäftigung von Ehe- und Lebenspartnern, der etwaigen Rückkehr, historischen „Barrieren“ sowie der Anerkennung von Mobilitätserfahrungen, insbesondere in KMU.

Die Kommission hat diese Fragen zu einem Schwerpunktthema im Rahmen ihrer Strategie Europa 2020 gemacht.

Mit der Eurobarometer-Spezial-Umfrage zur geografischen und beruflichen Mobilität werden die Einstellungen der Europäer zur Mobilität in Europa und ihre persönlichen Mobilitätserfahrungen erforscht. Außerdem sollen die Motive untersucht werden, die zur Mobilität veranlassen oder davon abhalten. Ähnliche Umfragen wurden 2005 und 2007 durchgeführt.

Weitere Informationen

Mitteilung: „Bekräftigung der Freizügigkeit der Arbeitnehmer: Rechte und wesentliche Entwicklungen“
http://ec.europa.eu/social/main.jsp?langId=en&catId=89&newsId=847&furtherNews=yes

Eurobarometer-Spezial-Umfrage zur geografischen und beruflichen Mobilität – vollständiger Bericht

http://ec.europa.eu/public_opinion/archives/ebs/ebs_337_en.pdf

Eurobarometer-Spezial-Umfrage zur geografischen und beruflichen Mobilität – zusammenfassender Bericht

http://ec.europa.eu/public_opinion/archives/ebs/ebs_337_sum_de.pdf

Arbeiten in einem anderen EU-Land

http://ec.europa.eu/social/main.jsp?langId=de&catId=25

EURES – das europäische Portal zur beruflichen Mobilität

http://eures.europa.eu


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