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Kartellrecht: Pkw-Preise fielen 2009 nur leicht – Reparatur- und Wartungspreise stiegen trotz Krise weiter

Commission Européenne - IP/10/913   09/07/2010

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IP/10/913

Brüssel, 9. Juli 2010

Kartellrecht: Pkw-Preise fielen 2009 nur leicht – Reparatur- und Wartungspreise stiegen trotz Krise weiter

Laut dem jüngsten Bericht der Europäischen Kommission über die Automobilpreisentwicklung fielen die Preise in der Europäischen Union 2009 real leicht und näherten sich innerhalb des EU-Binnenmarkts an. Gleichzeitig lag der Preisanstieg bei Reparatur- und Wartungsdiensten sowie bei Ersatzteilen weiterhin über der Inflationsrate, was zeigt, wie wichtig die seit dem 1. Juni für den Sektor geltenden strengeren Wettbewerbsvorschriften sind. Die relativ stabilen Pkw-Preise, die 2009 zu verzeichnen waren, sind stark auf die Anreize für den Pkw-Kauf zurückzuführen, mit denen in vielen Ländern die Auswirkungen der Rezession abgeschwächt werden sollten.

„Es ist erfreulich, dass die Verbraucher in Europa auch weiterhin von einem starken Wettbewerb auf den Automobilmärkten profitieren. Gleichzeitig finde ich es bedenklich, dass die Preise für Reparaturen und Ersatzteile während der Wirtschaftskrise weiter gestiegen sind. Es war somit die richtige Entscheidung, den Wettbewerb auf dem Anschlussmarkt zu stärken. Dies sollte den Weg zu effizienteren Dienstleistungen ebnen, die den europäischen Verbrauchern zugute kommen“, erklärte der für Wettbewerb zuständige Vize-Kommissionspräsident Joaquín Almunia.

Der EU-Preisindex für Pkw (der die von den Kunden gezahlten nominalen Preise einschließlich Rabatten, Mehrwertsteuer und Anmeldegebühren widerspiegelt) stieg um 1,1 %, während die Verbraucherpreise insgesamt um 1,7 % stiegen, woraus sich ein Rückgang der realen Pkw-Preise von 0,6 % ableiten lässt.

Gemessen in der jeweiligen Landeswährung fielen die realen Verbraucherpreise für Pkw 2009 in 24 der 27 Mitgliedstaaten. In den Niederlanden waren die Preise stabil, während sie im Vereinigten Königreich und Schweden um 7,7 % bzw. 2,7 % stiegen. Allerdings profitierten die Pkw-Käufer in letzteren beiden Ländern 2008 von einem ungewöhnlich starken Rückgang der Preise (-9,7 % bzw. -5,0 %), so dass sich die Situation für die Verbraucher im Vergleich zu Anfang 2008 immer noch besser darstellt. Im Vereinigten Königreich sind die Preisschwankungen auch durch das Ende der vorübergehenden Mehrwertsteuererhöhung im Januar 2010 bedingt.

Der Rückgang bei den realen Preisen war vor allem in Slowenien (-13,4 %), Litauen (-11,1 %), der Slowakei (-11,0 %), Rumänien (-10,1 %), der Tschechischen Republik (-9,4 %), Malta (-9,2 %) und Bulgarien (-9,1 %) zu verzeichnen. Er ist möglicherweise darauf zurückzuführen, dass die meisten neuen Mitgliedstaaten 2009 stärker von der Wirtschaftskrise getroffen wurden als die EU als Ganzes. Auf den großen Märkten gingen die realen Preise am spürbarsten in Spanien zurück (‑4,7 %). Hingegen fiel die Preissenkung in Italien, Deutschland und Frankreich gemäßigter aus (-1,1 %, -1,0 % bzw. -0,6 %).

Insgesamt bestätigt der Rückgang der realen Pkw-Preise in der EU einmal mehr die für die Verbraucher positive Langzeitentwicklung der Preise, die sich aus der globalen Überproduktion und dem engen Wettbewerb zwischen den Automobilherstellern ergibt.

Die auf den Herstellerpreislisten basierenden Preisdifferenzen zwischen den Mitgliedstaaten verkleinerten sich 2009 beträchtlich. Im Durchschnitt ging die Standardabweichung von 9,8 % auf 8,5 % zurück (-1,3 %), außer in der Eurozone, wo sie leicht von 6,0 % auf 6,5 % (+0,5 %) anstieg. Dies ist hauptsächlich auf die größere Nachfrage bei Kleinwagen zurückzuführen, die durch großzügige Verschrottungsprämien in einigen Ländern ausgelöst wurde.

Insgesamt bleiben die Preisunterschiede bei Pkw eher gering. Der Vergleich des EU-weiten Streuungsindikators für einen Korb mit 16 Produkten, von Butter bis zu Weißbrot, ergab für das Jahr 2008 34,4 %1.

Im Gegensatz hierzu lag der Preisanstieg bei Reparaturen/Wartungen sowie Ersatzteilen weiterhin über der Inflationsrate (real +1,5 % bzw. 0,7 %).

Die Schaffung von mehr Wettbewerb auf dem Anschlussmarkt ist das Hauptziel des neuen wettbewerbsrechtlichen Rahmens für Kraftfahrzeuge, der im Mai angenommen wurde und seit letztem Monat in Kraft ist. Durch die neuen Vorschriften entfällt der Gruppenfreistellungsvorteil für Hersteller, deren Marktanteil auf den Reparatur- und Wartungsmärkten über 30 % liegt (was derzeit für die meisten gilt), wodurch mehr Handlungsspielraum bei Weigerungen, technische Informationen an unabhängige Werkstätten weiterzugeben, oder der missbräuchlichen Verwendung von Gewährleistungen geschaffen wird (siehe IP/10/619, die begleitende Rede und insbesondere die Verordnung2 und die Leitlinien).

Die Pkw-Neuzulassungen nahmen im zweiten Halbjahr 2009 zu, was in erster Linie durch die in einer Reihe von EU‑Mitgliedstaaten eingeführten Verschrottungsprämien ausgelöst wurde. 2009 wurden insgesamt 14,4 Mio. neue Pkw angemeldet. Dies war jedoch nicht ausreichend, um einen Rückgang des Absatzes von 1,6 % gegenüber 2008 und von 9,5 % gegenüber dem Vorkrisenjahr 2007 zu verhindern.

Der Pkw-Preisbericht ist Teil der Überwachung des Kraftfahrzeugsektors durch die Kommission. Durch den Bericht können die Verbraucher die Preise überall in Europa vergleichen und die Möglichkeiten des EU-Binnenmarkts ausschöpfen.

Der Bericht enthält Informationen zu den Preisen der wichtigsten Pkw-Modelle in den einzelnen Ländern. Ein Memo mit weiteren Analysen der Preisentwicklungen ist auf folgender Website abrufbar:

http://ec.europa.eu/competition/sectors/motor_vehicles/prices/report.html

TABELLE 1

Entwicklung des Preisindexes und der realen Pkw-Preise in % gegenüber dem Vorjahr (Januar 2010 im Vergleich zu Januar 2009)

Die Angaben basieren auf den Pkw-Preisen in der Landeswährung unter Berücksichtigung von Rabatten.

Quelle: Eurostat

Figures and graphics available in PDF and WORD PROCESSED

Länder außerhalb der Eurozone

nominale Pkw-Preise

Gesamtinflation

Reale Pkw-Preise

Bulgarien

-7,3

1,8

-9,1

Tschechische Republik

-9,0

0,4

-9,4

Dänemark

-0,5

1,9

-2,4

Estland

-6,9

-1,0

-5,9

Ungarn

5,6

6,2

-0,6

Lettland

-8,3

-3,3

-5,0

Litauen

-11,4

-0,3

-11,1

Polen

2,8

3,9

-1,1

Rumänien

-4,9

5,2

-10,1

Schweden

5,4

2,7

2,7

Vereinigtes Königreich

11,2

3,5

7,7

Figures and graphics available in PDF and WORD PROCESSED

TABELLE 2

Preisunterschiede für eine Auswahl von Kraftfahrzeugen, die gut verkauft werden

(In % von Preisen in EUR vor Steuern, wobei die teuersten – Mitgliedstaat links – mit den billigsten – rechts – verglichen werden in der Eurozone am 1. Januar 2010). Quelle: Preislisten der Hersteller

Kleine Segmente

A and B:

1/01/2010

1/01/2009

1/01/2008

Peugeot 206/207

39.7% (FR; MT)

32.7%

32.6%

Renault Clio

32.3% (PT; SI)

44.9%

23.4%

Fiat Grande Punto/Punto

29.2% (DE; CY)

30.4%

21.4%

VW Polo

28.1% (DE; SI)

26.8%

25.0%

Ford Fiesta

24.3% (FI; BE/LU)

17.9%

21.4%

Mittleres Segment C:

1/01/2010

1/01/2009

1/01/2008

Peugeot 308

36.0% (FR, MT)

31.7%

37.5%

VW Golf

27.4% (BE; FI)

25.8%

24.3%

Ford Focus

27.9% (DE. FI)

28.7%

27.4%

Renault Mégane

26.8% (FR; SI)

51.6%

17.3%

Audi A3

18.1% (DE, IR)

17.4%

14.5%

Große KFZ Segmente

D, E und F:

1/01/2010

1/01/2009

1/01/2008

VW Passat

28.1% (DE, EL)

24.1%

17.1%

Peugeot 407

20.5% (DE, FI)

39.0%

15.2%

Mercedes C

14.2% (DE, lR)

12.8%

11.9%

Audi A4

13.1% (DE, FI)

17.0%

7.4%

BMW 320D

10.6% (MT, IR)

10.3%

12.0%

1 :

Arbeitspapier der Kommissionsdienststellen KOM (2009) 591: Erhöhung der Preistransparenz in der gesamten Lebensmittelversorgungskette für die Verbraucher und für die Gesetzgeber, S. 15. http://ec.europa.eu/economy_finance/publications/publication16073_en.pdf

2 :

Verordnung (EU) Nr. 461/2010 der Kommission vom 27. Mai 2010.


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