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International tätige KMU schneiden besser ab

European Commission - IP/10/895   06/07/2010

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IP/10/895

Brüssel, 6 Juli 2010

International tätige KMU schneiden besser ab

25 % der kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) in der EU haben in den letzten drei Jahren ein- oder mehrmals exportiert. Dies geht aus einer neuen Studie der Europäischen Kommission hervor, die heute veröffentlicht wird. Im internationalen Bereich tätige KMU meldeten einen Beschäftigungszuwachs von 7 %, wohingegen die Arbeitsplätze in den nicht international tätigen KMU nur um 1 % zunahmen. Auch besteht ein enger Zusammenhang zwischen internationaler Ausrichtung und Innovation: 26 % der international tätigen KMU brachten Produkte oder Dienstleistungen auf den Markt, die in ihrer Branche und in ihrem Land neu waren; von den anderen Kleinunternehmen taten dies nur 8 %. Allerdings sind diese internationalen Aktivitäten hauptsächlich auf die Länder des europäischen Binnenmarkts ausgerichtet, und nur etwa 13 % der europäischen KMU betätigen sich auch auf Märkten außerhalb der EU. Die europäischen Unternehmen sind stärker im internationalen Bereich aktiv als KMU in den USA oder Japan. Dies sind einige der Ergebnisse der Studie zur „Internationalisierung der europäischen KMU“. In dieser Studie werden der Internationalisierungsgrad der europäischen KMU sowie die größten Hindernisse und Vorteile einer solchen Internationalisierung aufgezeigt.

Der für Unternehmen und Industrie zuständige Kommissionsvizepräsident Antonio Tajani erklärte: „Trotz der Chancen, die der erweiterte Binnenmarkt und die Globalisierung insgesamt bieten, sind die europäischen KMU nach wie vor weitgehend von ihren Heimatmärkten abhängig. Es ist wichtig, dass vor allem unsere kleineren Unternehmen vermehrt im grenzüberschreitenden und internationalen Handel tätig werden, um ihr Wachstum und ihre Wettbewerbsfähigkeit zu stärken und dadurch ihre Zukunftsfähigkeit zu sichern.“

Für die Studie wurden 26 verschiedene Wirtschaftszweige untersucht. Den höchsten Prozentsatz an international tätigen KMU findet man in den Bereichen Großhandel, Bergbau, verarbeitendes Gewerbe und Kfz-Handel. Bei den Dienstleistungen liegt er im Bereich „Forschung“ besonders hoch. Den größten Anteil an KMU mit Exportaktivitäten haben die Wirtschaftszweige Bergbau (58 %), verarbeitendes Gewerbe (56 %), Großhandel (54 %), Forschung (54 %), Kfz-Handel (53 %), Vermietungsdienstleistungen (39 %) und Verkehr und Kommunikation (39 %).

Es besteht ein direkter Zusammenhang zwischen Internationalisierung und Leistungsstärke der KMU.

1. Wichtigste Ergebnisse der Untersuchung:

  • 25 % der KMU in den 27 Mitgliedstaaten der EU haben in den letzten drei Jahren ein- oder mehrmals exportiert.

  • Handelspartner sind dabei hauptsächlich die anderen Länder der EU – 76 % aller KMU mit Exportaktivitäten sind auf den EU-Binnenmarkt ausgerichtet.

  • Es besteht ein direkter Zusammenhang zwischen Internationalisierung und Größe des Unternehmens. Je größer das KMU, desto höher sein Internationalisierungsgrad.

  • Es gibt eine negative Korrelation zwischen der Einwohnerzahl des Landes, in dem ein KMU angesiedelt ist, und dem Umfang seiner internationalen Aktivitäten.

2. Internationale tätige KMU schneiden besser ab

  • International tätige KMU schaffen mehr Arbeitsplätze: Im internationalen Bereich tätige KMU meldeten 7 %, nicht international tätige KMU hingegen nur 1 % mehr Arbeitsplätze.

  • International tätige KMU sind innovativer: 26 % der international tätigen KMU brachten Produkte oder Dienstleistungen auf den Markt, die in ihrer Branche und in ihrem Land neu waren; von den anderen KMU taten dies nur 8 %.

  • Importe sind der erste Schritt zum Exportgeschäft: KMU, die sowohl importieren als auch exportieren, haben ihre internationalen Aktivitäten zweimal häufiger mit Importen begonnen (39 %) als mit Exporten (18 %).

  • Öffentliche Förderung wird kaum wahrgenommen: Lediglich 16 % der KMU wissen, dass es öffentliche Förderprogramme für die Internationalisierung gibt, und nur wenige nutzen diese Förderung.

  • Die europäischen KMU sind im internationalen Bereich aktiver als KMU in den USA oder Japan. Insgesamt sind europäische Unternehmen aktiver als vergleichbare Unternehmen in Japan oder den USA, und dies gilt sogar dann, wenn man nur die Exporte in Länder außerhalb der EU betrachtet.

3. Empfehlungen für eine KMU-Förderpolitik

  • Eine breitere Kenntnis und Nutzung der öffentlichen Förderprogramme ist anzustreben.

  • Der Zugang zu Unterstützungsmaßnahmen für Kleinstunternehmen sollte erleichtert werden: Gerade sie brauchen Förderprogramme am dringendsten und würden den größten Nutzen daraus ziehen.

  • Innovation und Internationalisierung hängen eng zusammen. Daher würde es sich anbieten, die Maßnahmen zur Förderung von Innovation und Internationalisierung zu koordinieren oder sogar die für die Umsetzung dieser Maßnahmen jeweils zuständigen Stellen zusammenzulegen.

  • Importe sind der erste Schritt zum Exportgeschäft. Öffentliche Förderprogramme sollten dieser Tatsache Rechnung tragen.

Hintergrund:

Ziel der Studie war es, eine aktuelle und umfassende Übersicht über den Internationalisierungsgrad der europäischen KMU zu erstellen. Daten und Schlussfolgerungen dieser Studie basieren auf einer Befragung von 9 480 KMU in 33 europäischen Ländern, die im Frühjahr 2009 durchgeführt wurde. In der Studie wurden alle Tätigkeitsbereiche untersucht, bei denen die KMU in einem festen Geschäftsverhältnis mit einem ausländischen Partner standen: Exporte, Importe, ausländische Direktinvestitionen, internationale Vergabe von Unteraufträgen und internationale technische Zusammenarbeit. Die Ergebnisse vermitteln ein detailliertes Bild der Situation, aufgeschlüsselt nach Land, Größe der KMU (Kleinst-, kleine und mittlere Unternehmen) und Wirtschaftszweig (untersucht wurden 26 verschiedene Gruppen von Wirtschaftszweigen).

Weiterführende Informationen finden Sie unter:

http://ec.europa.eu/enterprise/policies/sme/market-access/internationalisation/index_en.htm 


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