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IP/10/885

Brüssel, 5. Juli 2010

Kommission ermittelt Hindernisse für effizienteren und faireren Handel und Vertrieb in Europa

Die Kommission hat heute einen Bericht angenommen, in dem zentrale Themen ermittelt werden, die einen effizienteren und faireren Binnenmarkt in Handel und Vertrieb potenziell behindern, und leitet nun mit Blick auf die Festlegung der künftigen politischen Prioritäten auf diesem Gebiet eine Konsultation der Öffentlichkeit zu dem Bericht ein. Folgende, den Einzelhandelssektor potenziell behindernde zentrale Themen ermittelt: verringerte Erreichbarkeit von Läden zur Deckung des Grundbedarfs, mangelnde Information über das Einzelhandelsangebot jenseits der lokalen Märkte, langsames Wachstum des elektronischen Handels, potenziell missbräuchliche Vertragspraktiken innerhalb der Lieferkette des Einzelhandels, mangelnde Transparenz in Bezug auf Gütezeichen, unzureichendes Funktionieren des Arbeitsmarktes im Einzelhandel und sehr unterschiedliche Ansätze in Bezug auf einen umweltfreundlichen Handel und Vertrieb in der EU. Konsultationsschluss ist der 10. September 2010. Die Antworten Konsultation werden in die Maßnahmen einfließen, die die Kommission im Herbst als Teil der Binnenmarktakte vorschlagen wird.

Hierzu der für Binnenmarkt und Dienstleistungen zuständige EU-Kommissar Michel Barnier: „In Handel und Vertrieb sind fast 18 Mio. Menschen in der europäischen Wirtschaft beschäftigt. Durch die Beseitigung von Schwierigkeiten, mit denen Handel und Vertrieb mit zu kämpfen haben, können wir mehr Wirtschaftswachstum schaffen. Aus diesem Grund führe ich eine umfassende Konsultation zu diesem Bericht durch, auf deren Grundlage ich im Herbst konkrete Vorschläge unterbreiten werde.“

Handel und Vertrieb umfassen alle Stellen, wo wir als Verbraucher unsere Lebensmittel und andere Produkte kaufen: vom Laden um die Ecke bis zu Einkaufszentren oder zum Online-Handel.

Basierend auf einem neuartigen Marktüberwachungskonzept werden in dem heute angenommenen Bericht und dem zugehörigen Arbeitspapier der Kommissionsdienststellen die Triebkräfte des europäischen Handels- und Vertriebssektors anhand seiner Verflechtung mit Hundertausenden von Lieferanten und dem Endverbrauchermarkt sowie die sich daraus ergebenden wirtschaftlichen, sozialen und ökologischen Folgen untersucht. Auf dieser Grundlage werden in dem Bericht eine Reihe von Themen herausgestellt, die möglicherweise verhindern, dass der EU-Einzelhandelssektor sein Potenzial voll ausschöpft. Dazu zählen:

  • Unterschiedliche, möglicherweise zu restriktive Planungssysteme für Handel und Vertrieb, ein unter Umständen schlecht funktionierender Gewerbeimmobilienmarkt in der EU und mangelndes Wachstum des elektronischen Handels erschweren den Verbrauchern den Zugang zu Handel und Vertrieb.

  • Die Gefahr unfairer Handelspraktiken zwischen den einzelnen Akteuren der Lieferkette und die unterschiedlichen Reaktionen auf diese Praktiken können Gewinne und Innovationsfähigkeit, vor allem für KMU, beeinträchtigen.

  • Mangelnde Information und Transparenz der Preisgestaltung führen möglicherweise dazu, dass die Verbraucher weniger Auswahl haben und mehr für bestimmte Produkte zahlen müssen. Mangels Informationen über Gütezeichen können die Bürger die Produkte, die sie kaufen möchten, nicht sachkundig auswählen. Besser informierte Verbraucher könnten leichter nachhaltigen Verbrauchsmustern folgen.

  • Arbeitsrecht und Tarifverträge unterscheiden sich in der EU und innerhalb der einzelnen Länder stark und ihre Durchsetzung ist inadäquat, wie die Existenz einer Schattenwirtschaft in diesem Sektor zeigt. Zusammen mit den Diskrepanzen zwischen den IKT [Informations- und Kommunikationstechnologien]-Kenntnissen der Beschäftigten und dem IKT-Bedarf der Händler beeinträchtigt dies die Wirtschaftsleistung von Handel und Vertrieb in der EU.

  • Der Mangel an gemeinsamen Methoden zur Bewertung der Umweltauswirkungen der Lebenszyklen von Produkten und eine fragmentierte Anwendung der Bestimmungen in der EU hindern den Handels- und Vertriebssektor daran, rasch gemeinsame nachhaltige Logistiksysteme zu entwickeln sowie seinen Energieverbrauch zu senken und die Entstehung von Abfällen zu vermeiden.

Die Kommission fordert nun alle interessierten Kreise auf, zu diesem neuen systemischen Ansatz für die Binnenmarktpolitik und zu den festgestellten Problemen Stellung zu nehmen, denen in den Maßnahmen der Kommission Vorrang eingeräumt werden sollte. Reaktionen auf den Bericht sind der Kommission bis zum 10. September 2010 zu übermitteln.

Die diese zentralen Themen betreffenden Maßnahmen werden in der für Herbst 2010 geplanten Binnemarktakte vorgestellt.

Hintergrund

Angesichts ihrer Bedeutung für die EU-Wirtschaft (4,2 % des BIP der EU, 17,5 Millionen Beschäftigte und 20 % der europäischen KMU) leisten Handel und Vertrieb einen wesentlichen Beitrag zur Wettbewerbs- und Innovationsfähigkeit der EU. Außerdem bietet der Handels– und Vertriebssektor Beschäftigungsmöglichkeiten vor allem für junge Menschen, Frauen und Geringqualifizierte. Seine Rolle als Motor der Beschäftigung ist vor allem in diesen Krisenzeiten von Bedeutung. Auch auf die Umwelt wirkt sich die Tätigkeit des Handels– und Vertriebssektors erheblich aus, da er einer der größten Nutzer von Logistik- und Transportdiensten sowie Energie und einer der größten Abfallproduzenten ist.

Siehe auch MEMO

Weitere Auskünfte finden Sie unter:

http://ec.europa.eu/internal_market/retail/index_de.htm


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