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Brüssel, den 30. Juni 2010

Tourismus: Europa soll als Reiseziel internationaler Spitzenreiter bleiben

Die Europäische Kommission hat heute eine Mitteilung1 mit der Zielvorgabe vorgelegt, dass Europa das weltweit wichtigste touristische Reiseziel bleiben soll. Mit 370 Millionen Besuchern aus aller Welt konnte Europa im Jahr 2008 mehr als 40 % der internationalen Reisenden auf sich verbuchen – eine Position, die gehalten werden muss. Allerdings hat das Auf und Ab der Weltwirtschaft auch im Tourismus Spuren hinterlassen und eine Verhaltensänderung bei Touristen und auf den Ursprungsmärkten bewirkt. In ihrem Papier, in dem Themen wie die Saisonabhängigkeit und die alternde Bevölkerung herausgestellt werden, legt die Kommission die Grundzüge einer Politik dar, mit der dieser für die europäische Wirtschaft so wichtige Wirtschaftszweig unterstützt werden soll, und schlägt Initiativen zur Förderung seiner Wettbewerbsfähigkeit, seiner nachhaltigen und qualitätsorientierten Entwicklung und der Außenwirkung Europas als herausragendem Reiseziel vor.

Vizepräsident Antonio Tajani, als Mitglied der Kommission zuständig für die Bereiche Unternehmen und Industrie, zu denen auch der Binnenmarkt für Waren zählt, äußerte sich wie folgt: „Mit dem Vertrag von Lissabon wurde dem europäischen Tourismus zum ersten Mal ein gemeinschaftlicher Rahmen gegeben. So können wir nun eine Politik entwickeln, mit der das vielfältige Potenzial, das unser Tourismusgewerbe inner- und außereuropäischen Touristen gleichermaßen zu bieten hat, ausgeschöpft wird. Zudem müssen wir dafür sorgen, dass der europäische Tourismus bei innovativen Lösungen Vorreiter bleibt. Dies wiederum führt zu mehr Arbeitsplätzen und einem nachhaltigeren und differenzierteren Angebot im Fremdenverkehr. Das wird nicht leicht sein; wir wollen aber, dass Europa weltweit das Reiseziel Nr. 1 bleibt. Die heute vorgelegte Mitteilung enthält 21 Maßnahmen, mit denen die europäische Tourismusindustrie auf einen erfolgversprechenden Weg ins 21. Jahrhundert gebracht wird.“

Der Tourismus spielt in unserer Wirtschaft eine wichtige Rolle und zählt als Wirtschaftszweig 1,8 Millionen Unternehmen, von denen viele zu den kleinen und mittleren Unternehmen gehören. Außerdem sorgt er für 5,2 % der Arbeitsplätze und trägt mehr als 5 % zum europäischen BIP bei.

Für die zahlreichen Herausforderungen und Chancen der kommenden Jahre braucht es ein einheitliches Vorgehen auf europäischer Ebene, das die besonderen Gegebenheiten der Mitgliedstaaten auf sämtlichen Ebenen respektiert. Den europäischen Reisezielen wird zunehmend von anderen Ländern Konkurrenz gemacht. Allerdings kann Europa selbst Touristen aus diesen neu entstehenden Märkten anziehen.Der demografische Trend zeigt, dass es in einigen Jahren mehr ältere Touristen geben wird; also müssen wir unser touristisches Angebot und unsere Infrastruktur zielgerichtet darauf vorbereiten. Unsere touristischen Angebote müssen außerdem nachhaltiger sein und beispielsweise die Anstrengungen zur Bekämpfung des Klimawandels und die Wasser- und Energieabhängigkeit berücksichtigen. Die sich rasch weiterentwickelnden Informations- und Kommunikations­technologien bieten ebenfalls neue Chancen, die genutzt werden müssen.

Damit Europa weltweit das Reiseziel Nr. 1 bleibt, schlägt die Kommission in ihrer Mitteilung 21 Maßnahmen vor, unter anderem die Folgenden (sämtliche Maßnahmen sind im MEMO/10/289 nachzulesen):

1. Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit des Tourismus in Europa

  • Die Innovationstätigkeit muss angekurbelt werden, so dass der Wirtschaftszweig und seine Unternehmen sich neuen Trends im Verbraucherverhalten anpassen und überholte Muster überwinden können. In diesem Zusammenhang unterstützt die Europäische Kommission die Idee einer gemeinsamen Plattform „IKT und Tourismus“ der wichtigsten Interessengruppen des Tourismus (Reisebüros, Hotels, usw.).

  • Die Tourismussaison sollte verlängert werden.

  • Es soll eine Art Austauschprogramm für Jugendliche, Senioren, einkommensschwache Familien und Menschen mit Behinderungen für Reisen in der Nebensaison eingerichtet werden. Außerdem könnte ein Mechanismus zum Informationsaustausch auf europäischer Ebene zu einer besseren Koordinierung der Schulferien zwischen den Mitgliedstaaten beitragen.

  • Es wird eine stabilere sozioökonomische Wissensgrundlage gebraucht, um die laufenden Forschungsaktivitäten im Bereich Tourismus besser koordinieren zu können. Eine virtuelle Europäische Beobachtungsstelle für den Tourismus könnte mittelfristig ein Netz zur Koordinierung und Analyse in der Tourismusforschung entstehen lassen, das außerdem als Quelle für EU-weite Informationen über die Entwicklungen in der Tourismusindustrie dienen könnte.

2. Förderung der Bemühungen um einen nachhaltigen, verantwortungsvollen Qualitätstourismus

  • Einrichtung eines Austauschs bewährter Verfahren zwischen den Netzen regionaler und nachhaltiger Reiseziele zwecks Entwicklung nachhaltiger Managementindikatoren.

  • Entwicklung eines Gütesiegels für „Qualitätstourismus“, mit dem verbesserte Dienstleistungen europäischer Unternehmen und Reiseziele ausgezeichnet werden können.

  • Entwicklung eines Gütezeichens auf der Grundlage nachhaltiger Managementindikatoren zur Förderung von Reisezielen, die umweltbezogene, soziale und wirtschaftliche Kriterien erfüllen.

  • Vorschlag einer Charta zur Einführung von Kriterien für einen nachhaltigen und verantwortungsvollen Tourismus, auf deren Grundlage Unternehmen und Reisezielen ein europäischer Preis verliehen werden kann.

3. Konsolidierung des Images und der Außenwirkung Europas als ein aus nachhaltigen Qualitätsreisezielen bestehendes Ganzes

  • Die Schaffung und Werbung für eine Marke „Europa“ in enger Zusammenarbeit mit den Mitgliedstaaten trägt zu einer besseren Abgrenzung gegenüber anderen internationalen Reisezielen bei.

  • Die Zusammenarbeit mit nationalen Organisationen und der Europäischen Tourismusindustrie für Angebote des europäischen Tourismus über das Portal www.visiteurope.com sollte verbessert werden.

4. Bestmögliche Nutzung des Potenzials der politischen Maßnahmen und der Finanzinstrumente der EU zur Entwicklung des Tourismus

Es besteht eine natürliche Verbindung zwischen dem Tourismus und anderen Politikfeldern. Daher wird die Kommission die Integration und Koordination von Politikfeldern verbessern, die sich auf den Tourismus auswirken, etwa Fahrgastrechte, Verbraucherschutz und Binnenmarkt.

Weiterführende Informationen finden Sie unter:

http://ec.europa.eu/enterprise/sectors/tourism/index_en.htm

1 :

KOM(2010) 352.


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