Navigation path

Left navigation

Additional tools

Umwelt: Kommission fordert Portugal auf, die Einhaltung der Umweltvorschriften bei Küstenentwicklungsprojekten zu gewährleisten

European Commission - IP/10/829   24/06/2010

Other available languages: EN FR PT

IP/10/829

Brüssel, den 24. Juni 2010

Umwelt: Kommission fordert Portugal auf, die Einhaltung der Umweltvorschriften bei Küstenentwicklungsprojekten zu gewährleisten

Die Europäische Kommission fordert Portugal auf sicherzustellen, dass Projekte zur Küstenentwicklung in empfindlichen Naturgebieten vollständig mit den EU-Umweltvorschriften übereinstimmen. Die Kommission ist besorgt darüber, dass trotz der vorhergesagten negativen Auswirkungen Planungsgenehmigungen für zwei umfangreiche Projekte in geschützten Naturgebieten in den Bezirken Alcácer/Grândola im Norden von Alentejo gewährt wurden, die das Gebiet von Comporta-Galé betreffen, welches Teil des europäischen Natura-2000-Netzes ist. Wenn die Projekte unverändert weitergeführt werden, könnten anfällige geschützte Gebiete für immer zerstört werden. Der Fall hat eine wichtige Signalfunktion, da in der Region auch andere, ähnliche Projekte erwogen werden. Portugal hat zwei Monate Zeit, der Aufforderung nachzukommen, welche in Form einer mit Gründen versehenen Stellungnahme im Rahmen des EU-Vertragsverletzungs-verfahrens ergeht. Kommt Portugal der Aufforderung nicht nach, kann die Kommission Klage vor dem Europäischen Gerichtshof erheben.

Umweltkommissar Janez Potočnik erklärte: „Nachhaltige Entwicklung bedeutet, mit dem zu leben, was wir haben, und natürliche Ressourcen nicht für den kurzfristigen Profit zu verschwenden. Ich fordere Portugal dringend auf, an die langfristigen Perspektiven für dieses Gebiet zu denken und umgehend zu handeln, um dessen angemessenen Schutz zu gewährleisten.“

Sorge um die Küsten

Trotz voraussichtlich schwerer Auswirkungen auf geschützte Lebensräume und Arten wurden Planungsgenehmigungen für zwei große Ferienanlagen, die Costa Terra-Anlage und das Pinheirinho, erteilt, die sich über 200 ha und einen Küstenstreifen von 2 km erstrecken. Die von Portugal durchgeführte Umweltverträglichkeitsprüfung hat ergeben, dass sich für lokale Lebensräume wie z.B. bewaldete Dünen und Wacholderbuschwälder sowie für 10 Amphibienarten, 15 Reptilienarten, 130 Vogelarten und 21 Säugetierarten negative Folgen ergeben würden. Auch die Umweltverträglichkeitsprüfung selbst wirft Fragen auf, da weder kumulative Auswirkungen noch die Folgen einer Fragmentierung berücksichtigt wurden.

Portugal brachte vor, dass etwaige negative Folgen durch einen neuen Managementplan für das Gebiet ausgeglichen würden, der ein privates Naturschutzgebiet umfasst. Bisher wurden jedoch keine derartigen Maßnahmen umgesetzt.

Ähnliche Probleme in Südportugal

Die Kommission hat festgestellt, dass fünf weitere Baugebiete in demselben Schutzgebiet geplant und insgesamt 50 000 Betten vorgesehen sind. Zusammen mit den Anlagen Costa Terra und Pinheirinho wurden bereits drei weitere Ferienanlagen genehmigt: Herdade da Comporta/Carvalhal (347 ha für 4 973 Betten), Herdade da Comporta/Comporta (377 ha für 5 974 Betten) und Costa de Santo André (4 Hotels und ein Feriendorf mit 1 200 Betten). Die kumulierten Auswirkungen der verschiedenen Anlagen wurden nicht bewertet.

Einige ähnliche Projekte sind schon in der Planung. Es wurden drei weitere mit Gründen versehene Stellungnahmen in Zusammenhang mit Ferienanlagen innerhalb des Natura-2000-Netzes im Süden Portugals übermittelt, wovon zwei sich in der Region Algarve und eine im Süden des Alentejo befinden. Die Kommission befürchtet, dass das Natura-2000-Netz entlang der Küste zwischen Lissabon und der Algarve ernsthaft bedroht ist.

Bedrohung für Dünen und Feuchtgebiete

Trotz eines strengen Schutzes im Rahmen der Habitat-Richtlinie stehen Dünenlebensräume in der gesamten Gemeinschaft unter starkem Druck und wurden im vergangenen Jahr als Schutzgebiete mit dem schlechtesten Erhaltungsstatus in der EU bewertet (siehe IP/09/1118). Als Hauptursachen hierfür sehen die Mitgliedstaaten die Entwicklung des Küstentourismus. Seit 1900 hat Europa 40 % und seit 1977 ein Drittel dieser Lebensräume verloren.

Aktuelle Statistiken zu Vertragsverletzungsverfahren:

http://ec.europa.eu/environment/legal/implementation_en.htm


Side Bar

My account

Manage your searches and email notifications


Help us improve our website