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Brüssel, den 24. Juni 2010

Pestizide: Größere Lebensmittelsicherheit in der EU dank verstärkter Kontrollen sowie geringerer und weniger schädlicher Rückstände

Lebensmittel sind in der Europäischen Union im vergangenen Jahr noch sicherer geworden, unter anderem weil schädliche Pestizide vom Markt genommen wurden und die Grenzkontrolltätigkeit der EU verstärkt wurde. Seit Januar dieses Jahres hat die EU bei bestimmtem Obst und Gemüse grundsätzlich gemeinsame Grenzkontrollen eingeführt. Für diese importierten Erzeugnisse wurde eine neue Kontrollregelung geschaffen, nach der Sendungen an den Außengrenzen überprüft werden, bevor sie in die EU gelangen. Um zu erleben, wie das System in der Praxis funktioniert, besuchte John Dalli, EU-Kommissar für Gesundheit und Verbraucherschutz, heute den Hafen von Antwerpen und Mechelse Veilingen, eine landwirtschaftliche Genossenschaft und Gemüseversteigerung bei Mechelen.

EU-Kommissar Dalli erklärte: „Was ich heute gesehen habe, gibt mir vollstes Vertrauen, dass das Obst und Gemüse, das auf unsere Tische gelangt, sicher ist. Ich bin mir sicher, dass „bewährte Verfahren“ für Lebensmittelsicherheit, wie wir sie heute gesehen haben, europaweit Verbreitung finden und dabei helfen, gemeinsam auf ein Ziel hinzuarbeiten, nämlich die EU-Bürger mit sichereren und ökologischeren Lebensmitteln zu versorgen.“ Abschließend bemerkte der Kommissar: „Die Mitgliedstaaten haben erhebliche Ressourcen investiert, um das neue System funktionstüchtig zu machen. Es hat sich gelohnt, die Bemühungen waren erfolgreich.“

Die Besuche vor Ort

Bei seinem Besuch in Antwerpen und Mechelen hatte Kommissar Dalli Gelegenheit, aus nächster Nähe zu erleben, welche Anstrengungen Landwirte und Händler unternehmen, um Pestizidrückstände möglichst niedrig zu halten. Die beiden Besuche vor Ort bestätigten, dass Obst und Gemüse mehrere Arten von Kontrollen auf Pestizidrückstände durchlaufen, bevor sie auf den Tischen der EU-Bürger landen. Diese Kontrollen sind nach dem EU-Recht vorgeschrieben und mit den strengen Pestizidvorschriften der EU verbunden.

Sicherere Pestizide

Die EU-Rechtsvorschriften zu Pestiziden sind vermutlich die strengsten weltweit, und die EU hat durch mehrere wichtige Errungenschaften den Verbraucherschutz verbessert. In den letzten beiden Jahren hat die Kommission die Rechtsvorschriften für Höchstgehalte an Pestizidrückständen in Lebens- und Futtermitteln harmonisiert und die Bewertung der Pestizide auf dem Markt abgeschlossen. Von den ursprünglichen 1000 Substanzen wurden daraufhin etwa 700 vom Markt genommen1.

Außerdem erließ die EU im November 2009 strengere Vorschriften für die Zulassung von Pestiziden2, die im Juni 2011 in Kraft treten werden. Diese Vorschriften betreffen krebserregende, erbgutverändernde, fortpflanzungsgefährdende und das Hormonsystem schädigende Stoffe. Nach den neuen Vorschriften können derartige Stoffe nur dann zugelassen werden, wenn Menschen ihnen nur in vernachlässigbarem Maße ausgesetzt sind.

Gemeinsame Grenzkontrolle

Um sicherzustellen, dass die Sicherheitsvorkehrungen in vollem Umfang eingehalten werden, und somit ein hohes Verbraucherschutzniveau zu garantieren, ist ein effizientes Kontrollsystem erforderlich. Daher finden auf allen Ebenen der Lebensmittelkette Kontrollen einheimischer und importierter Erzeugnisse statt.

Nach den im Januar 2010 eingeführten EU-Vorschriften3 muss bestimmtes importiertes Obst und Gemüse an den Grenzen stärker kontrolliert werden. Der Schwerpunkt dieser Kontrollen, die von den zuständigen Behörden der Mitgliedstaaten durchgeführt werden, liegt auf einer Liste Erzeugnisse pflanzlichen Ursprungs aus bestimmten Drittländern, bei denen eine stärkere Überwachung erforderlich ist. Auf der Liste, die alle drei Monate überarbeitet wird, stehen Erzeugnisse wie thailändische Gemüse und Tropenfrüchte aus der Dominikanischen Republik. Nach der neuen Regelung sind bei verschiedenen aus bestimmten Drittländern importierten Obst- und Gemüsesorten wie Mangos, Bananen, Auberginen, Zucchini und Birnen Dokumentenprüfung und Pestizidanalysen durchzuführen.

Konkrete Ergebnisse

Seit Einführung dieser Regelung im Januar wurden rund 13 600 Sendungen mit importiertem Obst und Gemüse kontrolliert. Zehn Prozent dieser Erzeugnisse wurden getestet, und zehn Prozent der getesteten Erzeugnisse entsprachen nicht den einschlägigen EU-Sicherheitsbestimmungen. In Belgien, wo die heutigen Besuche vor Ort stattfanden, kontrollierten die nationalen Behörden im ersten Quartal 2010 über 300 Sendungen der in der Liste aufgeführten Obst- und Gemüsesorten. Davon erfüllten einige nicht die EU-Anforderungen.

Weitere Informationen erhalten Sie unter folgender Adresse:

http://ec.europa.eu/food/plant/protection/pesticides/index_de.htm

http://ec.europa.eu/food/plant/protection/pesticides/enforcement_en.htm

1 :

Weitere Informationen: http://ec.europa.eu/food/plant/protection/index_de.htm

2 :

Verordnung (EG) Nr. 1107/2009, ABl. L 309 vom 24.11.2009.

3 :

Verordnung (EG) Nr. 669/2009, ABl. L 194 vom 25.7.2009.


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