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Brüssel, den 23. Juni 2010

Rechte an geistigem Eigentum: Parlament und Kommission verleihen Preise im Wettbewerb „Echt gefälscht!“

Gemeinsam mit Mitgliedern des Europäischen Parlaments hat Binnenmarkt- und Dienstleistungskommissar Michel Barnier heute die Preisträger im Schulwettbewerb „Echt gefälscht!“ ausgezeichnet. Der Wettbewerb, bei dem das Logo der Europäischen Beobachtungsstelle für Marken- und Produktpiraterie sowie Poster, Kurzfilme, Spiele und sonstige Materialien zur Marken- und Produktpiraterie entworfen wurden, war vom Europäischen Parlament und der Europäischen Kommission initiiert worden. Er war der erste Schritt in einer größeren Sensibilisierungskampagne, die die Europäische Union ins Leben gerufen hat, um die Gefahren gefälschter und unerlaubt hergestellter Produkte und ihre schädlichen Auswirkungen auf Verbraucher und Wirtschaft stärker ins Blickfeld der Öffentlichkeit zu rücken. Die Preise wurden bei einer großen Veranstaltung im Europäischen Parlament in Brüssel verliehen.

Der für Binnenmarkt und Dienstleistungen zuständige Kommissar Michel Barnier erklärte dazu: „Ich freue mich über die rege Beteiligung der Jugendlichen an diesem Wettbewerb. Unabhängig vom Alter kann jeder von uns zur Bekämpfung der Marken- und Produktpiraterie beitragen, die eine Gefahr für unsere Sicherheit sowie für unsere wirtschaftliche und persönliche Gesundheit darstellt. Gemeinsame Initiativen wie diese sind bei der Bekämpfung dieses schädlichen Phänomens von herausragender Bedeutung. Dabei ist es unbedingt erforderlich, junge Menschen für die Gefahren des Kaufs und der Nutzung gefälschter Produkte zu sensibilisieren. Wie der Wettbewerb gezeigt hat, müssen Maßnahmen zum Schutz und zur Durchsetzung der Rechte an geistigem Eigentum nicht unbedingt repressiv sein, sondern können auch unterhaltsam sein und Spaß machen. So können wir einer neuen Generation von Verbrauchern in der EU ein besseres Verständnis vermitteln.“

Der Wettbewerb „Echt gefälscht“ fand von März bis Juni 2010 in der gesamten EU statt und richtete sich an Schüler im Alter von 10 bis 15 Jahren. Jugendliche aus ganz Europa waren aufgerufen, Poster, kurze Videos, Spiele, Comics und weiteres Aufklärungsmaterial zu erstellen, um die Folgen der Marken- und Produktpiraterie zu verdeutlichen. Alternativ dazu konnten die Teilnehmer ein Logo für die Europäische Beobachtungsstelle für Marken- und Produktpiraterie entwerfen.

Im Rahmen des Wettbewerbs gingen Hunderte von Beiträgen aus ganz Europa ein, aus denen eine unabhängige Jury ihre Favoriten auswählte.

  • Hier die Preisträger in der 1. Kategorie „bestes Logo/Poster“ für die Europäische Beobachtungsstelle für Marken- und Produktpiraterie, das künftig auf allen Materialien der Beobachtungsstelle zu sehen sein wird:

1. Preis: 1st High School of Triandria (Griechenland);

2. Preis: IES Sabinar-Roquetas de Mar (Almería, Spanien);

3. Preis: Gimnazjum z Oddziałami Integracyjnymi nr 4 im. Orła Białego w Słupsku (Polen).

  • In der 2. Kategorie für das beste Video wurden folgende Schulen ausgezeichnet:

1. Preis: Vörösmarty Mihály Általános Iskola és Alapfokú Művészetoktatási Intézmény (Ungarn);

2. Preis: Gymnázium Nymburk (Tschechische Republik);

3. Preis: Gimnazjum w Jasienicy (Polen).

Zu den Preisen zählten Computerausrüstung für die Schulen sowie Spielkonsolen, Spiele, Sportkleidung und Lehrmaterial für die Jugendlichen.

Alle Gewinner wurden nach Brüssel eingeladen, wo ihnen bekannte Mitglieder des Europäischen Parlaments (Edit Herczog, Bill Newton Dunn und Andreas Schwab) sowie Binnenmarkt- und Dienstleistungskommissar Michel Barnier ihre Preise überreichten. Das ehemalige Model Yasmin Le Bon, heute Modedesignerin und Vizepräsidentin von Unifab Philipe Lacoste, sowie der Sänger und Chansonnier Alain Chamfort waren ebenfalls anwesend, um den erfolgreichen Schulen zu gratulieren. Der Präsident des Europäischen Parlaments, Jerzy Buzek, war einer der Hauptgäste bei einer Ausstellung über Marken- und Produktpiraterie, die anlässlich der Veranstaltung organisiert wurde.

Marken- und Produktpiraterie

Während der letzten zehn Jahre wurde die globale explosionsartige Ausbreitung der Marken- und Produktpiraterie zu einem der schwerwiegendsten Probleme der Weltwirtschaft. Noch vor zwanzig Jahren betrachtete man die Produktpiraterie hauptsächlich als ein Problem von Herstellern teurer Kleidung, Uhren und Handtaschen. Inzwischen haben Produktfälscher ihre Tätigkeiten jedoch erweitert und fälschen nicht nur Elektrogeräte, Autoteile und Spielzeug, sondern auch Medikamente. Nach den jüngsten Zahlen der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) hat der internationale Handel mit nachgeahmten Wahren und unerlaubt hergestellten Vervielfältigungen im Jahr 2007 ein Volumen von schätzungsweise 250 Mrd. USD erreicht. Im Jahr 2008 stellten die EU-Zollbehörden über 178 Millionen Artikel sicher, die nachgeahmt oder unerlaubt hergestellt waren. Im Vergleich dazu waren es 2007 noch 79 Millionen. Die Zahl der Fälle, in denen der Zoll tätig werden musste, stieg damit zum sechsten Mal in Folge.

Die Beobachtungsstelle

Die Europäische Beobachtungsstelle für Marken- und Produktpiraterie wurde 2009 von der Europäischen Kommission eingerichtet, um eine bessere Zusammenarbeit zwischen Unternehmen, Behörden und Verbrauchern im Kampf gegen Marken- und Produktpiraterie sicherzustellen. Sie dient als Plattform für den Erfahrungsaustausch, die Sensibilisierung der Öffentlichkeit und die Verbreitung bewährter Verfahren zur Durchsetzung des geltenden Rechts. Sie spielt zudem eine entscheidende Rolle bei der Sammlung, Beobachtung und Mitteilung wichtiger Daten und Informationen, die der EU neue Erkenntnisse über die Gefahren der Marken- und Produktpiraterie liefern.

Weitere Informationen unter:

http://ec.europa.eu/internal_market/iprenforcement/observatory/real_fake_competition_de.htm

MEMO/10/272


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