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IP/10/763

Brüssel, den 20. Juni 2010

Europäische Kommission engagiert sich für die Integration der Maghreb-Strommärkte

Die Energieminister Algeriens, Marokkos, Tunesiens und Kommissar Oettinger sind heute in Algier zusammengetroffen, um die Integration der Maghreb-Strommärkte voranzutreiben und damit den ersten Schritt in Richtung einer vollen Integration dieser Märkte mit dem europäischen Markt zu tun.

Nach dem Ministertreffen erklärte Kommissar Oettinger: „Es ist sehr wichtig, dass die drei Maghreb-Länder heute in Algier mit Nachdruck ihren gemeinsamen Willen bekräftigen, einen Maghreb-Strommarkt in der Perspektive einer Integration mit dem europäischen Markt zu schaffen. Sie geben damit ein sehr positives Signal für unsere Energiezusammenarbeit mit diesen Ländern, die sich durchaus zu einer strategischen Partnerschaft entwickeln kann“.

Die heute unterzeichnete Ministererklärung bekräftigt das gemeinsame Ziel einer Integration der Strommärkte und legt einen Plan für konkrete Maßnahmen in den kommenden Jahren und sowie das Prinzip eines jährlichen Ministertreffens zur Bewertung der erzielten Fortschritte fest.

Vor dem Hintergrund der beträchtlichen Investitionen, mit denen die Maghreb-Länder auf den starken Anstieg der Stromnachfrage reagieren, und der für dieses Jahr erwarteten Fertigstellung einer neuen 400kV-Verbindung zwischen den drei Ländern lässt sich auch bei der Integration der Märkte auf der Grundlage gemeinsamer Regeln eine neue Dynamik beobachten.

Die in den drei Ländern angestoßenen Reformen im Stromsektor werden schrittweise auch die regionale Dimension einbeziehen und den länderüber­greifenden Stromhandel und -transport ermöglichen. Dieser Prozess begünstigt Investitionen im Stromsektor, insbesondere für Projekte im Bereich der regenerativen Energien (Solarenergiepläne der einzelnen Länder und Privatinitiativen wie DESERTEC).

Anlässlich seines ersten Besuchs in der Region kam Kommissar Oettinger auch zu bilateralen Gesprächen mit den Energieministern der drei Maghreb-Länder sowie mit Vertretern der europäischen Industrie in Algerien zusammen.

Hintergrund:

Den Vorsitz bei dem heutigen Ministertreffen in Algier führte Youssef Yousfi, der algerische Minister für Energie und Bergbau. Weitere Teilnehmer des Treffens waren Amina Benkhadra, die marokkanische Energieministerin, und Afif Chelbi, der tunesische Minister für Industrie und Technologie. Zum Abschluss des Ministerrates wurde eine gemeinsame Erklärung der Minister in Anwesenheit von Kommissar Oettinger unterzeichnet.

Die Integration der Maghreb-Strommärkte wurde 2003 durch das Protokoll von Rom auf den Weg gebracht und durch ein von der Europäischen Union zwischen 2007 und 2010 finanziertes Projekt für technische Unterstützung flankiert. Nach dieser Vorbereitungsphase leitet nun das heutige Ministertreffen den Einstieg in die konkrete Verwirklichung eines Maghreb-Strommarktes auf der Grundlage eines Aktionsplans ein.

Das Projekt Desertec ist ein ökologisches Energieprojekt im großen Maßstab, das von der Desertec Foundation durchgeführt wird. Sein Ziel ist der Aufbau eines Verbundnetzes, in das Strom aus Solarkraftwerken von Marokko bis Saudi-Arabien eingespeist (auch Verbindung über Gibraltar) und über Unterseekabel nach Europa transportiert wird. DESERTEC soll einerseits einen großen Teil des Bedarfs der Erzeugerländer in Nordafrika und im Mittleren Osten decken und andererseits (zunächst) 15 % des von Europa benötigten Stroms liefern.


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