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IP/10/730

Brüssel, 14. Juni 2010

EU-Aktionsplan soll Seevögel schützen: Kommission konsultiert zunächst Interessengruppen

Seevögel zeigen Fischern häufig fischreiche Fanggründe an und haben ihrerseits leichte Beute, wenn die Fischer tätig werden und die Netze einholen. Eine für beide Seiten vorteilhafte Situation, würde man meinen. Leider aber sind viele Seevögel durch Fischfang bedroht – sie verfangen sich in Fanggeräten und verenden. Um dieser Gefährdung vorzubeugen, schlägt die EU-Kommission jetzt einen europäischen Aktionsplan vor, dessen Maßnahmen Meeresvögel davon abhalten sollen, sich Fanggeräten zu sehr zu nähern. Dies käme Vögeln wie Fischern zugute, da nachteilige Auswirkungen der Fischerei auf die Umwelt eingeschränkt und durch Seevögel verursachte Produktivitäts- und Rentabilitätseinbußen beim Fischfang ebenfalls reduziert würden.

Zur Ausarbeitung des Aktionsplans hatte die Kommission zunächst den Internationalen Rat für Meeresforschung (ICES) gebeten, die Situation in EU-Gewässern allgemein einzuschätzen und die hauptsächlich betroffenen Gebiete und vorrangig für Seevögel gefährlichen Fischereien auszuweisen. Abhilfemaßnahmen sollen erst einmal in den problematischsten Gebieten gelten, in denen Langleinen und Kiemennetze eingesetzt werden. Dies ist der Fall im Mittelmeer, in Nord- und Ostsee und vor der Südwestküste Irlands. Im Mittelmeer etwa zählt der Gelbschnabel-Sturmtaucher zu den Vögeln, die sich am häufigsten in Langleinen verfangen, und auch gefährdete Arten wie der Balearen- und der Mittelmeer-Sturmtaucher sind durch Fangtätigkeiten bedroht. In Ost- und Nordsee dagegen, dies zeigt eine neuere umfassende Studie, sind tauchende Seevögel (Sturmtaucher, Kormorane, Krähenscharben, Krabbentaucher, Meerenten, Haubentaucher u. a.) vor allem durch Kiemennetze gefährdet.

Die EU und die internationale Gemeinschaft sind sich dieses Problems schon lange bewusst und um Abhilfe bemüht. Die Kommission setzt sich im Rahmen internationaler Fischereiorganisationen immer wieder für Maßnahmen zum Schutz von Seevögeln ein. Und sie vertritt die EU im Fischereiausschuss der Organisation für Landwirtschaft und Ernährung (FAO) der Vereinten Nationen im Zusammenhang mit der geplanten Ausweitung des internationalen Aktionsplans der FAO zur Verringerung der Beifänge von Seevögeln in der Langleinenfischerei (FAO-IPOA Seevögel) auf anderes Fanggerät. Die Arbeit in diesem Rahmen, die Untersuchungen des ICES und das wachsende Wissen um Zusammenhänge sind unschätzbare Erfahrungen, auf die die Kommission bei Ausarbeitung eines realistischen Vorschlags für den Aktionsplan zurückgreifen kann.

Doch ist die Kommission der Überzeugung, dass auch andere Interessengruppen wertvolle Beiträge zur Feinabstimmung des Plans leisten können. Sie regt daher eine öffentliche Konsultation an, bei der jeder zu Wort kommt. Interessenten sind aufgefordert, sich zu einer Reihe von Fragen zu äußern, die die Kommission als potenzielle Aktionsbereiche identifiziert hat, und weitere Maßnahmen vorzuschlagen, die ihrer Ansicht nach in den Vorschlag aufgenommen werden sollten.

Gleichzeitig wird eine Studie mit dem Ziel in Auftrag gegeben, bewährte Verfahren zusammenzustellen sowie die wirtschaftlichen, sozialen und ökologischen Folgen geplanter Maßnahmen zur Reduzierung der Seevögel-Beifänge zu untersuchen. Die Ergebnisse der Konsultation wie auch der Studie werden in den Aktionsplan einfließen, der nächstes Jahr angenommen werden soll.

Weiter Auskünfte:

Bitte konsultieren Sie die Website: http://ec.europa.eu/fisheries/partners/consultations/seabirds/index_en.htm


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