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Satellitengestützte Anwendungen: Ein Markt will erschlossen werden

European Commission - IP/10/728   14/06/2010

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IP/10/728

Brüssel, 14.6.2010

Satellitengestützte Anwendungen: Ein Markt will erschlossen werden

Die Europäische Kommission hat heute den Aktionsplan für GNSS‑Anwendungen (GNSS: globale Satellitennavigationssysteme) angenommen. Er soll der europäischen Industrie mit Hilfe ihrer eigenen Satellitennavigationsprogramme Galileo und EGNOS (Geostationärer Navigations-Ergänzungsdienst für Europa) einen Vorsprung auf dem Weltmarkt für nachgeschaltete Anwendungen und Aufträge im Wert von rund 100 Mrd. EUR sichern. Das europäische satellitengestützte Ergänzungs­system EGNOS, der Wegbereiter für GALILEO, ist seit dem 1. Oktober 2009 in Betrieb. Es stellt erweiterte Satellitennavigationssignale zur Verfügung, die bis zu zehnmal genauer sind als GPS-Signale. Dies eröffnet den europäischen Hochschulen, Entwicklern und Herstellern weite Forschungsfelder und große Absatzchancen, so dass sie auf dieser Hochtechnologie beruhende, innovative Anwendungen erfinden, entwickeln oder vermarkten können.

Antonio Tajani, Vizepräsident der Europäischen Kommission und zuständig für Unternehmen und Industrie, erklärte dazu: „Europa kann es sich einfach nicht leisten, das wirtschaftliche Potenzial dieses Marktes ungenutzt zu lassen; das steht völlig außer Frage. Wir müssen dem europäischen Mittelstand jetzt klarmachen, dass damit enorme Geschäftschancen verbunden sind, und wir müssen den Bürgern Europas vermitteln, dass sich daraus vielfältigste Anwendungen ergeben. Wie das Internet werden auch satellitengestützte Anwendungen aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken sein.“

Trotz aller Investitionen Europas und der Verfügbarkeit von EGNOS setzen sich GNSS-Anwendungen in Europa bisher nur langsam durch. Außerdem ist der Anteil der europäischen Industrie am Weltmarkt für GNSS-Anwendungen gering. Durch die begrenzte Nutzung von auf EGNOS und GALILEO basierenden Anwendungen besteht eine kritische Abhängigkeit von Satellitennavigations­systemen militärischen Ursprungs, auf die Europa keinerlei Einfluss hat.

Vorteile von EGNOS

Die enorm verbesserte Genauigkeit kommt allen EGNOS-Anwendungsbereichen, in denen Positions- und Geschwindigkeits­informationen genutzt werden, zugute: Dazu gehören beispielsweise sämtliche Verkehrsträger, die von einem verbesserten Infrastrukturmanagement und der Bereitstellung geolokalisierter Informationen profitieren, die Logistik, die Präzisionslandwirtschaft, der Katastrophenschutz und das Notfallmanagement, das Kartierungs- und Vermessungswesen, die Fischerei, der Energiesektor, die Bewirtschaftung natürlicher Ressourcen, der Bergbau, die Geowissenschaften, die Meteorologie, die Erstellung von Modellen zum Klimawandel, der Umweltschutz, Justiz und Polizei sowie die Grenzüberwachung.

Weshalb brauchen wir einen anwendungsbezogenen Aktionsplan?

Nach Auffassung der Kommission sollte die europäische Industrie den größtmöglichen Nutzen aus den Investitionen in diese Programme ziehen. Durch koordinierte Maßnahmen in den Mitgliedstaaten wird die Europäische Kommission so nachdrücklich wie möglich darauf aufmerksam machen, dass in die Forschung investiert werden muss. Sie wird für die maximale Verbreitung wichtiger Informationen sorgen und Sensibilisierungskampagnen optimieren. Auf diese Weise sollen konkurrierende Normen und Doppelarbeit in den einzelnen Mitgliestaaten vermieden werden.

Kernmaßnahmen

Der Aktionsplan enthält 24 Punkte, durch die die Kommission die einschlägigen Aktivitäten koordinieren will. Mit diesem Verfahren soll der Aktionsplan für den Zeitraum bis 2013 unter Ausnutzung der größeren Genauigkeit von EGNOS auf folgende Schwerpunktbereiche ausgerichtet werden: Anwendungen für Endgeräte und Mobiltelefone, Straßenverkehr, Luftfahrt, Schifffahrt und Fischerei, Präzisionslandwirtschaft und Umweltschutz, Katastrophenschutz und Überwachung.

So wird die Europäische Kommission unter anderem:

  • 2011 aus den Mitteln des Siebten Forschungsrahmenprogramms 38 Mio. EUR für vielfältige Forschungsvorhaben zu GNSS-Anwendungen bereitstellen,

  • EGNOS für Luftfahrtdienste, einschließlich sicherheitskritische Dienste („safety of life services“), zertifizieren lassen und gemeinsam mit Eurocontrol auf die Flugzeughersteller, Dienstleister der allgemeinen Luftfahrt und Kleinflughäfen zugehen,

  • Möglichkeiten für erweiterte Fahrerunterstützungssysteme (Advanced Driver Assistance Systems, ADAS) prüfen, Galileo für intelligente Verkehrssysteme zertifizieren lassen und gleichzeitig auf die Interessenträger des Straßenverkehrs zugehen,

  • mit Galileo und EGNOS kompatible Chips und Endgeräte fördern,

  • ein Internationales Forum für EGNOS- und GALILEO-Anwendungen einrichten, in dem Nutzer, Entwickler, Infrastrukturmanager und Systemanbieter sich darüber austauschen können, was ihrer Auffassung nach in das europäische GNSS-Entwicklungsprojekt aufzunehmen ist.

Der Schwerpunkt des Aktionsplans für GNSS-Anwendungen liegt auf dem Zeitraum von 2010 bis 2013, obwohl die Zielsetzung über 2020 hinaus reicht. Er leistet zweifellos einen Beitrag zu den offiziellen Prioritäten der Kommission im Kontext der Strategie „Europa 2020“ und der damit zusammenhängenden EU-Leitinitiative „Eine Industriepolitik im Zeitalter der Globalisierung“.

Die Europäische Kommissin betont zudem nachdrücklich, dass weitere FuE-Mittel in GNSS-Anwendungen fließen müssen, damit die Entwicklung von Anwendungen auf der Grundlage von EGNOS und Galileo gefördert und Europa von fremden, unter militärischer Kontrolle stehenden Systemen unabhängig wird.

Weiterführende Informationen finden Sie unter:

http://ec.europa.eu/enterprise/policies/space/galileo/index_en.htm


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