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IP/10/721

Brüssel, 11. Juni 2010

EU nimmt europäischen sozialen Dialog mit Arbeitnehmern und Arbeitgebern aus dem Bildungswesen auf

Die EU hat heute einen neuen Ausschuss für den sozialen Dialog im Bildungsbereich eingesetzt; gemeinsam mit Lehrern, Ausbildern, Hochschullehrkräften und Bildungsbehörden aus der gesamten EU sollen die Herausforderungen angegangen werden, denen sich dieser Bereich gegenüber sieht. Bildung und Forschung bieten 14,7 Millionen Menschen Beschäftigung und machen 5,7 % des Bruttoinlandsprodukts der EU aus. In dem Ausschuss werden Gewerkschaften und Arbeitgeberorganisationen Themen wie Qualität der Bildung, Gewalt in der Schule, Anpassung an demografische Trends und die Auswirkungen von staatlichen Ausgabenkürzungen erörtern. Die Ausschüsse für den sektoralen sozialen Dialog können gemeinsame Maßnahmen ergreifen, Leitlinien beschließen und Vereinbarungen unterzeichnen und damit direkt zur Gestaltung des Arbeitsrechts und der Beschäftigungspolitik beitragen.

„Bildung ist sowohl eine politische Priorität als auch ein Schlüsselsektor des Arbeitsmarktes in Europa. In Zeiten der Krise, wie gerade jetzt, steht er jedoch vor noch größeren Herausforderungen finanzieller wie personeller Art,“ sagte der EU‑Kommissar für soziale Angelegenheiten László Andor. „Der europäische soziale Dialog im Bildungsbereich ist ein entscheidendes Instrument, um Arbeitgeber und Arbeitnehmer an einen Tisch zu bringen und nach gemeinsamen Lösungen für diese Herausforderungen zu suchen.“

Der neue Ausschuss tritt heute erstmals in Brüssel zusammen. Beteiligt sind das Europäische Gewerkschaftskomitee für Bildung und Wissenschaft (ETUCE), ein Zusammenschluss von Gewerkschaften für Lehrer, Ausbilder und Universitätslehrkräfte, und die Europäische Vereinigung der Arbeitgeber im Bildungswesen (EFEE), in der Bildungsministerien, regionale und lokale Behörden, staatliche Einrichtungen und andere Arbeitgeber vertreten sind.

Auf der Tagesordnung steht der Austausch bewährter Praktiken, damit sich die Lehr‑, Arbeits‑ und Lernbedingungen verbessern. Der Ausschuss wird auch die Folgen der Bevölkerungsentwicklung sowie Fragen im Zusammenhang mit der Einstellung und Weiterbeschäftigung von Lehrpersonal in Zeiten knapper Kassen diskutieren. ETUCE und EFEE sind außerdem bereits mit Sozialpartnerorganisationen aus anderen Bereichen in Verhandlungen über EU‑weite Leitlinien gegen Gewalt und Mobbing am Arbeitsplatz.

Der Bildungssektor in den 27 EU-Mitgliedsländern bietet 14,7 Millionen Menschen Beschäftigung und bildet pro Jahr 93 Millionen Schüler und Studierende aus. Jährlich fließen 583 Milliarden EUR öffentliche Gelder in diesen Sektor, das sind 5,7 % des BIP der EU. Der soziale Dialog wird das gesamte Bildungsspektrum abdecken: Vor‑, Primar‑ und Sekundarschule, berufliche Aus‑ und Weiterbildung, Hochschullehre und ‑forschung.

Hintergrund

Die EU und die Kommission setzen sich für die Förderung des – branchenübergreifenden und sektoralen – europäischen sozialen Dialogs ein. Seit 1998 hat die Europäische Kommission 39 Ausschüsse für den sektoralen sozialen Dialog gebildet. Diese Ausschüsse haben insgesamt mehr als 500 Texte verabschiedet, darunter autonome Vereinbarungen, Verhaltenskodizes, Leitlinien, Aktionsrahmen und gemeinsame Websites. Die Vereinbarungen können mit Hilfe von Richtlinien des Rates umgesetzt werden.

Der europäische soziale Dialog ist Teil unseres Sozialmodells und als ein Instrument des gesellschaftspolitisch verantwortlichen Handelns („Good Governance“) und der sozialen Subsidiarität anerkannt. In Krisenzeiten hat er sich zudem als soziales Stabilisierungsinstrument bewährt, das die negativen gesellschaftlichen Folgen der Rezession abfedert.

Europäischer sozialer Dialog – das sind Gespräche, Konsultationen, Verhandlungen und gemeinsame Maßnahmen von Organisationen der Arbeitgeber‑ und der Arbeitnehmerseite.

Weitere Informationen:

http://ec.europa.eu/socialdialogue


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