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IP/10/650

Brüssel, 2. Juni 2010

Sahelzone: Weitere 24 Mio. EUR für humanitäre Hilfe

Die Kommission hat heute beschlossen, weitere 24 Mio. EUR als Hilfe für mehr als sieben Millionen Menschen bereitzustellen, die von der Nahrungsmittelkrise in Niger, Tschad, Burkina Faso und im Norden Nigerias betroffen sind. Mit diesen zusätzlichen Mitteln können mehr Einsätze in den Sektoren Ernährung und Gesundheit finanziert werden. Es handelt sich unter anderem um flächendeckende ergänzende Ernährungsprogramme, die Untersuchung und Behandlung akuter Unterernährung bei Kindern, kostenfreien Zugang zur medizinischen Notfallversorgung und mobile Gesundheitsdienste für Menschen, die von der nomadischen Viehhaltung leben.

Kristalina Georgieva, EU-Kommissarin für internationale Zusammenarbeit, humanitäre Hilfe und Krisenreaktion, erklärte: „Die ständige Anwesenheit der ECHO-Experten für humanitäre Hilfe in der Region hat dazu beigetragen, Frühwarnmeldungen zu den Risiken und zum möglichen Ausmaß der Nahrungsmittelkrise zu geben. Mittlerweile ist klar, dass sich die Situation in der Sahelzone verschlechtert. Mit diesen zusätzlichen 24 Mio. EUR bekräftigt die Kommission ihr Engagement, frühzeitig tätig zu werden, um die Auswirkungen der Nahrungsmittelknappheit abzufedern und das Auftreten von Hungersnöten, wie sie die Sahelzone in den letzten Jahrzehnten erleiden musste, möglichst zu vermeiden. Ich werde bald einige der von uns finanzierten Projekte besuchen, um die Wirksamkeit unserer humanitären Hilfe zu beurteilen und sicherzustellen, dass diese so effizient wie möglich eingesetzt wird, um den Bedürftigen zu helfen.“

Mit den heute genehmigten zusätzlichen Mitteln wird Nahrungsmittelsoforthilfe während der Hungerperiode bis zur nächsten Ernte finanziert sowie die Bereitstellung von Saatgut zur Vorbereitung der Hauptanbauperiode in diesem Jahr. Die Nahrungsmittelsoforthilfe wird die Empfehlungen der im März dieses Jahres angenommen Kommissionsmitteilung über humanitäre Nahrungsmittelhilfe berücksichtigen. (Siehe IP/10/404)

Zielgruppe der mit diesen neuen Mitteln finanzierten Maßnahmen sind besonders schwache Bevölkerungsgruppen, die von den bestehenden humanitären Einsätzen noch nicht erfasst werden. Die Priorität gilt weiterhin akut unterernährten Kindern unter 5 Jahren sowie schwangeren Frauen und stillenden Müttern. Seit Ende 2009 haben die Experten der Kommission für humanitäre Hilfe eng mit ihren Partnern im Bereich der humanitären Hilfe, insbesondere den UN-Organisationen, zusammengearbeitet, um den Bedarf zu analysieren und geeignete Krisenmaßnahmen vorzuschlagen.

Hintergrund

Zahlreiche benachteiligte Familien sind wegen der unregelmäßigen Niederschläge und der dadurch verursachten großen Ernteausfälle in Not geraten. Dies hat die wegen der anhaltend hohen Nahrungsmittelpreise und geringer Beschäftigungsmöglichkeiten ohnehin schwierige Situation noch verschärft. Neuesten Schätzungen zufolge sind allein in Niger und Tschad bis zu 10 Millionen Menschen auf Soforthilfe angewiesen, um während der Hungerperiode bis zur nächsten Ernte im November zu überleben. Das durch die geringen Niederschläge Ende 2009 bedingte Defizit in der Nahrungsmittelerzeugung wird auf über 30 % in Niger und auf über 34 % in Tschad geschätzt. Die Regierungen von Niger und Tschad haben den Notstand ausgerufen und um internationale Hilfe gebeten. Nach UNICEF-Schätzungen sterben in der Sahelzone jedes Jahr 300 000 Kinder unter 5 Jahren an Unterernährung und damit verbundenen Krankheiten.

Weitere Informationen zur humanitären Hilfe der Kommission finden Sie im Internet unter:

http://ec.europa.eu/echo/index_en.htm


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