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Brüssel, den 1. Juni 2010

Umwelt: Kommission und Umweltagentur präsentieren zwei neue Maßnahmen gegen Verlust der biologischen Vielfalt

Bei der heutigen Eröffnung der Konferenz zur Grünen Woche in Brüssel wurden zwei neue Maßnahmen vorgestellt, mit denen der Verlust der biologischen Vielfalt wirksamer aufgehalten werden soll: Zum einen sollen künftig auf einer neuen Website, dem europäischen Informationssystem für Biodiversität (Biodiversity Information System for Europe, BISE), die Informationen zur biologischen Vielfalt in Europa gesammelt werden. Außerdem haben die Europäische Umweltagentur und die Europäische Kommission für die politischen Entscheidungsträger ein „Referenzszenario zur biologischen Vielfalt” entwickelt, das eine umfassende Bestandsaufnahme des gegenwärtigen Zustands wiedergibt. Mit diesem Referenzszenario können die Fortschritte der neuen Bemühungen zur Eindämmung des Biodiversitätsverlusts beobachtet werden, so dass sich die Entwicklungen in der Zeit nach 2010 eindeutig feststellen und messen lassen.

Die biologische Vielfalt ist kein abstraktes Konzept – sie betrifft uns hier und jetzt,” erklärte EU-Unweltkommissar Janez Potočnik. „Diese wichtigen neuen Instrumente zeigen uns genau, wo wir heute stehen, und helfen uns dadurch, unsere Aktionen zu überprüfen und wirksame neue Maßnahmen zu ergreifen, um den Biodiversitätsverlust aufzuhalten und nach Möglichkeit auch wieder rückgängig zu machen.”

Es geht darum, alle Kenntnisse und Daten zur biologischen Vielfalt im Referenzszenario und in BISE in die Alltagssprache zu übersetzen und hierdurch Gruppen und Einzelne zu mobilisieren”, erklärte die Leiterin der Europäischen Umweltagentur, Prof. Jacqueline McGlade. „Dem Artenverlust lässt sich nur dann wirklich Einhalt gebieten, wenn die Menschen sich persönlich einbringen und engagieren.“

Ein Referenzszenario zur Messung des Fortschritts

Als ein Grund, weshalb Europa den Biodiversitätsverlust bis 2010 nicht aufhalten konnte, wurde das Fehlen von Informationen zum Stand der biologischen Vielfalt in Europa genannt. Mit dem Referenzszenario soll dieses Problem gelöst und den Entscheidungsträgern ein Ausgangspunkt zur Messung der biologischen Vielfalt in der EU an die Hand gegeben werden. Das neue Instrument bietet die Möglichkeit, Zusammenhänge zwischen der Zahl der einzelnen Arten, dem Zustand ihrer Lebensräume und den Ökosystemdienstleistungen herzustellen; dabei werden wissenschaftlich fundierte, in den Mitgliedstaaten validierte und geprüfte Fakten und Daten herangezogen.

Die Informationen zu den Arten und Habitaten sind nach den wichtigsten Ökosystemtypen (Küste, Feuchtgebiet, Grünland, Wald usw.) gegliedert und werden gegebenenfalls jährlich aktualisiert, um die Fortschritte im Zeitverlauf eindeutig aufzuzeichnen. Insbesondere enthält das Referenzszenario auch Informationen über die Ökosystemdienstleistungen. Das heute vorgestellte Instrument wird vor Jahresende entsprechend den Zielen der anstehenden Überarbeitung der EU-Politik zum Schutz der biologischen Vielfalt fertig gestellt.

Eine neue Plattform zur Information über die biologische Vielfalt

Außerdem wurde bei der Konferenz das neue europäische Informationssystem für Biodiversität (BISE) vorgestellt. BISE ist ein Informationsportal, mit dem der Zugang zu vorhandenen Informationen über die Natur und die biologische Vielfalt vereinfacht werden soll, wobei die vorhandenen Daten wesentlich umfassender aufbereitet sind als bisher. Es enthält Informationen über die EU-Naturschutzmaßnahmen und ‑vorschriften sowie umfangreiches Material über den Zustand der Umwelt und der Ökosysteme in der EU und über die Gefahren, denen sie ausgesetzt sind, und überdies Angaben über laufende Forschungsarbeiten zur biologischen Vielfalt in der EU und den Zugang zu Informationen über den Stand der Berichterstattung zu diesen Fragen in den Mitgliedstaaten, mit dem die Zusammenarbeit verbessert werden soll.

Hintergrund: die Folgen des Biodiversitätsverlusts

Ökosysteme erfüllen einige grundlegende Funktionen, die für eine nachhaltige Nutzung der Ressourcen unverzichtbar sind. Hierzu zählen die Versorgung mit Lebensmitteln, Trinkwasser und Rohstoffen sowie regulierende Funktionen wie Kohlenstoffabscheidung und Abfallbehandlung oder auch kulturelle Dienstleistungen. Der schwerwiegende und anhaltende Verlust der biologischen Vielfalt in Europa ist ein Ergebnis der fortgesetzten Schädigung der Ökosysteme sowie deren natürlicher Kapazität und deren Fähigkeit zur Erfüllung von Regulierungsfunktionen.

Links

Referenzszenario zur biologischen Vielfalt:

http://www.eea.europa.eu/themes/biodiversity

Europäisches Informationssystem für Biodiversität (BISE):

http://biodiversity.europa.eu

Website zur Grünen Woche 2010 (Programm und Pressematerial):

http://www.greenweek2010.eu/


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