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Brüssel, den 27. Januar 2010

Europäische Katastrophenhilfe in Haiti wird mit neuem Team fortgesetzt

Während die Hilfseinsätze in Haiti nach dem verheerenden Erdbeben vom 12. Januar fortgesetzt werden, koordiniert das europäische Katastrophenschutzverfahren nun Hilfe aus 24 Mitgliedstaaten. Ein Teil des von der EU finanzierten Krisenreaktionsinstruments der EU wird zum ersten Mal in einem Notfall eingesetzt, um sauberes Wasser und medizinische Versorgung bereitzustellen. Am Wochenende ist ein neues Katastrophenschutzteam der EU in Haiti eingetroffen. Es wird das erste Team ablösen, das bereits 36 Stunden nach dem Beben in Haiti angefangen hatte, die Hilfsmaßnahmen zu koordinieren.

Stavros Dimas, der für Katastrophenschutz zuständige EU-Kommissar, erklärte: „Die EU hat schnell und wirksam auf die schreckliche Tragödie in Haiti reagiert. Unser Katastrophenschutzteam vor Ort leistet hervorragende Arbeit unter schwierigen Bedingungen. Der Bevölkerung von Haiti steht eine sehr schwere Zeit bevor: Viele Verletzte brauchen noch weitere Versorgung, und Obdachlose brauchen Nahrungsmittel und Unterkünfte. In Zusammenarbeit mit unseren Kollegen von der Humanitären Hilfe und unter Leitung von Vizepräsidentin Ashton werden wir den Haitianern weiter beistehen, um diese Katastrophe zu bewältigen.“

EU -Krisenreaktion

Neben der Koordinierung der europäischen Hilfseinsätze leistet das Katastrophenschutzverfahren auch einen direkten Beitrag zu den Hilfsmaßnahmen. Ein Teil des von der EU finanzierten Krisenreaktionsinstruments wird zum ersten Mal in einem Notfall eingesetzt. Auf Ersuchen der Kommission wurde eine von Frankreich entwickelte Wasseraufbereitungsanlage nach Port-au-Prince geschickt, die dort täglich 20 000 Liter Wasser liefert. Neben einem Kinderkrankenhaus in Port-au-Prince wurde ein von Italien entwickelter vorgeschobener Behandlungsplatz mit OP eingerichtet, in dem jeden Tag etwa 50 Patienten behandelt werden, die fast alle wegen schwerer Verletzungen operiert werden müssen. Darüber hinaus beläuft sich der Betrag der EU-Finanzhilfe, der für Hilfstransporte nach Haiti bereitgestellt oder beantragt wurde, nunmehr auf über 3 Millionen EUR.

Ein Sieben-Mann-Team vor Ort

Das erste Katastrophenschutzteam der EU ist am Mittwoch, dem 27. Januar, nach fast zwei Wochen in Haiti nach Brüssel zurückgekehrt. Es wird durch ein neues Team abgelöst, dem Fachleute aus Italien, Dänemark, Frankreich, Schweden und den Niederlanden sowie zwei Verbindungsbeamte des Beobachtungs- und Informationszentrums der Kommission angehören.

Das neue Team arbeitet eng mit de r UNO zusammen, um den weiteren Bedarf an Katastrophenhilfe zu bestimmen und die Koordinierung der im Rahmen des Gemeinschaftsverfahrens für den Katastrophenschutz bereitgestellten Hilfe zu erleichtern. Das Katastrophenschutzteam steht auch in regelmäßigem Kontakt mit den Kommissionssachverständigen für humanitäre Hilfe von der GD ECHO. Am Montag traf das Team den haitianischen Präsidenten Préval und Premierminister Bellerive, um über dringend nötige Hilfen wie Obdach und Nahrungsmittel zu sprechen.

Das Gemeinschaftsverfahren für den Katastrophenschutz

Das Gemeinschaftsverfahren erleichtert die Zusammenarbeit bei der Katastrophenhilfe. 31 Länder beteiligen sich an dem Verfahren (EU-27 sowie Kroatien, Island, Liechtenstein und Norwegen), indem sie ihre Ressourcen bündeln, die für von Katastrophen heimgesuchte Länder auf der ganzen Welt bereitgestellt werden können. Wenn das Verfahren aktiviert wird, werden die Hilfseinsätze innerhalb und außerhalb der Europäischen Union koordiniert. Die Kommission koordiniert diese Tätigkeiten durch ihr Beobachtungs- und Informationszentrum (MIC) in Brüssel.

Seit seiner Einrichtung im Jahr 2001 wurde das Gemeinschaftsverfahren für Katastrophenfälle bereits weltweit eingesetzt, z. B. für den Hurrikan Katrina in den USA 2005, das Erdbeben in China 2008 und die Waldbrände in Südeuropa 2009.

Für die Katastrophenhilfe in Haiti haben 24 europäische Länder (Belgien, Bulgarien, Dänemark, Deutschland, Estland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Irland, Island, Italien, Luxemburg, Malta, die Niederlande, Norwegen, Österreich, Polen, Portugal, die Slowakei, Slowenien, Spanien, Schweden, Ungarn und das Vereinigte Königreich) im Rahmen des EU-Verfahrens für den Katastrophenschutz Such- und Rettungsteams für Stadtgebiete (USAR) sowie medizinisches Personal entsandt und Hilfslieferungen, Notunterkünfte, Wasseraufbereitungsanlagen und Hygieneartikel bereitgestellt.

Vorbereitende Maßnahme für ein EU-Krisenreaktionsinstrument

Das Europäische Parlament und der Rat haben 15 Millionen EUR für eine vorbereitende Maßnahme für ein EU- Krisenreaktionsinstrument bereitgestellt. Das Krisenreaktionsinstrument soll es ermöglichen, in Katastrophenfällen schnell die größte Not zu lindern. Es besteht aus speziellen Katastrophenschutzmodulen für europäische Katastrophenschutzeinsätze. Durch die ständige Bereithaltung grundlegender Hilfsgüter und der wichtigsten Ausrüstung soll die vorbereitende Maßnahme die europäische Einsatzbereitschaft im Katastrophenfall verbessern. Die ersten Einheiten, die im Rahmen der vorbereitenden Maßnahme aufgestellt wurden, sind jetzt einsatzbereit. Das Pilotprojekt von 2009 für europäische taktische Reserven zur Waldbrandbekämpfung war auch Teil dieses Programms.

Weitere Informationen

http://ec.europa.eu/environment/civil/haiti_2010_news.htm

Nähere Angaben zu m Krisenreaktionsinstrument:

http://ec.europa.eu/environment/civil/prote/prep_action2008.htm


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