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Zwei Tage im Mittelpunkt Europas: Die Gebiete in äußerster Randlage

European Commission - IP/10/611   26/05/2010

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IP/10/611

Brüssel, 26. Mai 2010

Zwei Tage im Mittelpunkt Europas: Die Gebiete in äußerster Randlage

Die Europäische Kommission organisiert am 27. und 28. Mai 2010 gemeinsam mit dem spanischen Ratsvorsitz der Europäischen Union das erste Forum zum Thema „Ultraperipherie in Europa“. Durch diese Veranstaltung sollen die europäischen Institutionen und die Mitgliedstaaten insgesamt besser über die Besonderheiten der neun Gebiete in äußerster Randlage informiert werden. Das Forum bietet darüber hinaus Gelegenheit, den Dialog mit diesen Gebieten auszubauen und Erfahrungen auszutauschen. Mit der Veranstaltung soll auch ein politisches Zeichen gesetzt werden: Die EU wird auch weiterhin den Besonderheiten dieser Gebiete Rechnung tragen und sie dabei unterstützen, ihr Potenzial in reelle Wachstumschancen umzuwandeln. Dabei geht es beispielsweise darum, die Kapazitäten in den Bereichen Forschung und erneuerbare Energiequellen zu stärken oder die einzigartige Lage dieser Gebiete zu nutzen, um die Auswirkungen des Klimawandels zu untersuchen.

Hierzu erklärte der für Regionalpolitik und damit auch für die Koordinierung von Fragen im Zusammenhang mit den Gebieten in äußerster Randlage zuständige EU-Kommissar Johannes Hahn: „Das Forum bietet eine Gelegenheit, deutlich zu machen, dass diese Gebiete Teil der Europäischen Union sind und dass die Kommission ihnen aufgrund ihrer besonderen geografischen Lage auch besondere Aufmerksamkeit widmen muss. Ich bin entschlossen, die Entwicklung der Gebiete in äußerster Randlage weiter voranzutreiben, zu ihrem eigenen und zum Wohl ganz Europas. Die zahlreichen Vorteile dieser Gebiete, die im übrigen Europa oft weitgehend unbekannt sind, bieten Gelegenheit, die wirtschaftliche Vielfalt zu stärken und so die gegenwärtige Wirtschaftskrise zu überwinden.“

An der Veranstaltung nehmen alle Verwaltungschefs der Gebiete in äußerster Randlage, die 27 Mitgliedstaaten der Europäischen Union, Vertreter der Europäischen Kommission, des Europäischen Parlaments, des Europäischen Wirtschafts- und Sozialausschusses, NRO, Hochschulen, soziale und wirtschaftliche Akteure und Experten teil.

Zentrales Thema der Diskussionen des Forums ist die künftige Strategie der Europäischen Union für die Gebiete in äußerster Randlage. Das Jahr 2010 ist für diese Gebiete ein wichtiges Jahr, da derzeit über den Haushalt der Union, die Kohäsionspolitik nach 2013 und die neue Wirtschaftsstrategie für Europa bis zum Jahr 2020 verhandelt wird. Die Gebiete in äußerster Randlage und die betreffenden Mitgliedstaaten haben der Europäischen Kommission vor kurzem ein Memorandum vorgelegt, in dem sie ihre gemeinsamen Ideen für die Zukunft zusammenfassen (IP/10/547).

Die Diskussionen betreffen vier Kernthemen:

Kultur- und Naturerbe der Gebiete in äußerster Randlage

Dieses Kultur- und Naturerbe kann – wenn es gut genutzt wird – als Entwicklungsmotor dienen. So können die zahlreichen verschiedenen Pflanzenarten dieser Gebiete zur Entwicklung der biomedizinischen Forschung und der amtlichen Arzneimittelliste (Pharmakopöe) beitragen. Auch internationale Festivals wie das Saint Lucia Jazz Festival und das Blues-Festival von Marie-Galante können Triebfedern für die wirtschaftliche Entwicklung sein.

Dynamische Partnerschaften und aktive Außengrenzen der Europäischen Union

Aufgrund ihrer Lage in drei Ozeanen spielen diese Gebiete in der Außen- und Nachbarschaftspolitik der Union eine wichtige Rolle. So kooperiert beispielsweise Guyana mit Surinam und den brasilianischen Bundesstaaten Amapá, Pará und Amazonas, um grenzüberschreitende Wirtschaftstätigkeiten zu entwickeln und die Annäherung der Bevölkerungsgruppen zu fördern.

Landwirtschaft und Fischerei

Diese beiden Bereiche sind die wirtschaftlichen Grundpfeiler der Gebiete in äußerster Randlage. Die Gebiete in äußerster Randlage exportieren zahlreiche landwirtschaftliche Produkte (wie Bananen, Zuckerrohr, Obst, Blumen). Auch in der Ernährungswissenschaft und bei Agrarumweltmaßnahmen verfügen sie über beträchtliches Know-how. Im Vergleich zu Kontinentaleuropa verfügen diese Gebiete über reiche und relativ gut erhaltene Fischbestände.

Wachstumsbranchen für die Entwicklung dieser Regionen

Zahlreiche Projektbeispiele aus Forschung und Innovation aus den Gebieten in äußerster Randlage sind ein Beweis dafür, dass diese Gebiete die mit ihrer Insellage und ihren geomorphologischen Gegebenheiten verbundenen Zwänge überwinden können. Die Gebiete in äußerster Randlage zeichnen sich insbesondere in der Medizinforschung, der Ozeanografie, der Aeronautik, der Ernährungswissenschaft und der Entwicklung erneuerbarer Energiequellen aus.

Die Europäische Kommission möchte weiterhin die Modernisierung der traditionellen Wirtschaftsbereiche Landwirtschaft, Fischerei und Tourismus unterstützen und gleichzeitig neue Tätigkeitsbereiche wie Informationstechnologie und grüne Technologien weiterentwickeln, die mit einem höheren Mehrwert verbunden sind.

Die Europäischen Union unterstützt diese Gebiete mit beträchtlichen Mitteln und fördert zahlreiche Maßnahmen. Im Zeitraum 2007-2013 kommen den Gebieten in äußerster Randlage Investitionen der Europäischen Union in Höhe von 7,8 Mrd. EUR aus verschiedenen Fonds (EFRE, ESF, ELER, EFF und POSEI) zugute. Um ihrer Besonderheit Rechnung zu tragen, gibt es für sie spezielle öffentliche Beihilfesysteme und steuerliche Sonderregelungen.

Hintergrund

Zur Europäischen Union gehören neun Regionen in äußerster Randlage: die vier französischen überseeischen Departements (Guadeloupe, Guayana, Réunion und Martinique), zwei französische überseeische Gebietskörperschaften (Saint-Barthélemy und Saint-Martin), die portugiesischen autonomen Regionen Azoren und Madeira sowie die spanische autonome Gemeinschaft Kanarische Inseln. Seit 1999 verfügen die Regionen in äußerster Randlage über einen besonderen Status, der im Vertrag über die Arbeitsweise der Europäischen Union anerkannt wird.

Unter anderem nehmen am Forum teil Diego López Garrido, spanischer Staatssekretär für die Europäische Union, Marie-Luce Penchard, französische Ministerin für Übersee, und Pedro Lourtie, portugiesischer Staatssekretär für europäische Angelegenheiten.

In ihrer Mitteilung aus dem Jahr 2008 Die Regionen in äußerster Randlage: eine Chance für Europa hat sich die Europäische Kommission verpflichtet, alle zwei Jahre zusammen mit den Mitgliedstaaten und den Gebieten in äußerster Randlage ein Forum zum Thema „Ultraperipherie in Europa“ zu organisieren.

Weitere Informationen unter:

http://ec.europa.eu/regional_policy/conferences/rup2010/


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