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Umwelt: Wasserknappheit und Dürre – Grund zur Besorgnis für viele Gebiete in Europa

European Commission - IP/10/577   18/05/2010

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IP/10/577

Brüssel, den 18. Mai 2010

Umwelt: Wasserknappheit und Dürre – Grund zur Besorgnis für viele Gebiete in Europa

Die Europäische Kommission hat heute einen Bericht über die Fortschritte der Mitgliedstaaten bei der Bekämpfung von Wasserknappheit und Dürre veröffentlicht. Zwar hat es in den Ländern Südeuropas 2009 mehr geregnet als in den Jahren zuvor, gleichwohl sind noch größere Anstrengungen nötig, um der Übernutzung der begrenzten europäischen Wasserressourcen Einhalt zu gebieten und diesen Trend umzukehren. Eine wirksame Wassergebührenpolitik und Maßnahmen zur Förderung des sachgemäßen Umgangs mit Wasser und des Wassersparens sind unerlässlich, um sicherzustellen, dass Europa über genügend Wasser von hoher Qualität verfügt, um den Bedarf der Verbraucher zu decken und für die Herausforderungen des Klimawandels gewappnet zu sein.

EU-Umweltkommissar Janez Potočnik erklärte: „Wasser ist Leben – also ist die Wasserpolitik unsere Lebensversicherung. Dieser Bericht macht deutlich, wie wichtig es ist, die Wasserpolitik auf allen Ebenen, sowohl auf EU- wie auf nationaler Ebene, in allgemeinere Politikziele einzubeziehen. Mehr als alles andere hat unsere Wasserpolitik nachhaltig zu sein: Wir können es uns nicht erlauben, das Wasser künftiger Generationen zu verbrauchen.“

Wasserknappheit – ein europäisches Thema

Das Verhältnis zwischen Wassernachfrage und -verfügbarkeit hat in vielen Gebieten Europas ein kritisches Niveau erreicht. Wasserknappheit und Dürre sind zu einer großen Herausforderung geworden – und der Klimawandel wird das Problem voraussichtlich noch verschärfen.

Aus dem neuen Bericht geht hervor, dass in einigen Mitgliedstaaten mittlerweile ständige Wasserknappheit im ganzen Land herrscht. Das Problem ist nicht auf die Mittelmeer-Anrainerstaaten beschränkt. Die Tschechische Republik berichtet über Gebiete mit häufiger Wasserknappheit, und Frankreich und Belgien melden übernutzte Grundwasserleiter.

Seit einigen Jahren fordert die Kommission die Mitgliedstaaten nachdrücklich auf, politische Impulse etwa über die Wassergebührenpolitik, verbesserte Instrumente zur Wasserbewirtschaftung und Maßnahmen zur Förderung des sachgemäßen Umgangs mit Wasser und des Wassersparens zu geben.

Aus einem 2009 im Auftrag der Kommission erstellten Bericht geht hervor, dass die Einführung verpflichtender Standards für wasserführende Geräte im Rahmen der erweiterten Ökodesign-Richtlinie erhebliche Einsparungen ermöglichen würde. Würden alle wasserführenden Haushaltsgeräte berücksichtigt, könnte dies zu einem Rückgang des gesamten Wasserverbrauchs um 19 % führen – was einer Verringerung der jährlichen Wasserentnahme in der EU um insgesamt 3,2 % entspricht. Ferner könnte die Verringerung des Wasserbedarfs energieverbrauchsrelevanter Produkte wie Wasserhähne, Duschen und Bäder zu einem Rückgang des Heizbedarfs um 20 % führen, während Verhaltensänderungen bei Duschzeit, Badehäufigkeit oder der Nutzung von Wasserhähnen eine Senkung des Verbrauchs um 20 bis 30 % ermöglichen würden.

Der heutige Bericht bestätigt, dass gutes Wassermanagement an der Hierarchie der Wasserpolitik orientiert sein sollte, wobei Nachfragesenkung die Priorität darstellt. Die Versorgung betreffende Optionen sollten erst in Betracht gezogen werden, wenn das Potenzial für Wassereinsparungen ausgeschöpft ist.

Ferner bringt der Bericht die Besorgnis der Kommission wegen der Verzögerungen bei der Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie in den am stärksten von Wasserknappheit betroffenen Mitgliedstaaten zum Ausdruck. Die Mitgliedstaaten hatten die Bewirtschaftungspläne für die Flusseinzugsgebiete in Europa im März vorzulegen, aber in einigen Mitgliedstaaten sind die Konsultationen zu diesen Plänen immer noch nicht angelaufen.

Plan zum Schutz der Wasserressourcen in der EU

Die Kommission leitet zur Vorbereitung einer für 2012 angesetzten Überprüfung der Strategie zur Bekämpfung von Wasserknappheit und Dürre eine Reihe von Maßnahmen ein. 2010 gilt das Hauptaugenmerk der Effizienzsteigerung, vor allem dem Potenzial für Einsparungen in Gebäuden, der Verminderung von Leckverlusten und der sachgemäßen Wassernutzung in der Landwirtschaft.

Die Ergebnisse dieser Maßnahmen werden zusammen mit einer Überprüfung der Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie und einer Überprüfung der Anfälligkeit von Umweltressourcen wie Wasser, Biodiversität und Boden für Klimafolgen und andere vom Menschen verursachte Belastungen in den „Plan zum Schutz der Wasserressourcen in der EU“ 2012 einfließen.

Der vollständige Bericht ist abrufbar unter:

http://ec.europa.eu/environment/water/quantity/eu_action.htm#2009


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