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Emissionshandel: vom EU-EHS erfasste Emissionen im Jahr 2009 um mehr als 11 % zurückgegangen

European Commission - IP/10/576   18/05/2010

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IP/10/576

Brüssel, den 18. Mai 2010

Emissionshandel: vom EU-EHS erfasste Emissionen im Jahr 2009 um mehr als 11 % zurückgegangen

Die Treibhausgasemissionen der am EU-Emissionshandelssystem (EU-EHS) teilnehmenden EU-Unternehmen sind nach Angaben aus den Registern der Mitgliedstaaten im Jahr 2009 gegenüber 2008 um 11,6 % zurückgegangen.

Die für Klimapolitik zuständige Kommissarin Connie Hedegaard erklärte hierzu: „Aufgrund der Krise ist es nicht verwunderlich, dass die Emissionen erheblich zurückgegangen sind. Die EU hat ein funktionierendes Handelssystem, das auch während einer Rezession Emissionsminderungen bewirkt. Wir dürfen nicht verkennen, dass die Rezession das Preissignal erheblich geschwächt hat. Der CO2-Markt kann und muss aber eine starke Triebfeder für Investitionen in CO2-arme Technologien sein. Zudem müssen wir uns darüber im Klaren sein, dass es wegen der Krise plötzlich einfach leichter wurde, Emissionen zu verringern. Das ist gut so, hat aber leider auch dazu geführt, dass die europäischen Unternehmen weit weniger als geplant in Innovationen investiert haben, was unserer künftigen Wettbewerbs­fähigkeit auf aussichtsreichen Märkten schaden könnte.“

Emissionsdaten für 2009

Die geprüften Treibhausgasemissionen aus allen am EU-EHS teilnehmenden Anlagen beliefen sich im Jahr 2009 auf insgesamt 1,873 Mrd. t CO2-Äquivalent und lagen damit um 11,6 % unter denjenigen von 2008.

Der Emissionsrückgang entspricht weit verbreiteten Erwartungen und Prognosen, die bereits Monate vor der jetzigen Datenveröffentlichung gestellt wurden. Der Rückgang wird durch mehrere Faktoren erklärt: zum einen durch die verringerte Wirtschaftstätigkeit aufgrund der Rezession und zum anderen durch die konstant niedrigen Gaspreise im Jahr 2009, die die Stromerzeugung aus Gas gegenüber der stärker emittierenden Kohle wesentlich attraktiver machten. Darüber hinaus hat der CO2-Preis in Phase 2 (2008-2012) des EU-EHS Unternehmen sicherlich zu Verhaltensänderungen und Emissionsminderungen veranlasst.

Weitestgehende Einhaltung der Verpflichtungen

Von den im vergangenen Jahr unter das System fallenden Anlagen haben 2 % bis 1. Mai 2010 nicht die vorgeschriebene Zahl von Zertifikaten abgegeben. Es handelt sich in der Regel um kleine Anlagen, auf die zusammen weniger als 2 % der vom EU-EHS erfassten Emissionen entfallen.

3 % der Anlagen haben bis 1. Mai 2010 keine geprüften Emissionen für 2009 übermittelt.

Fortgesetzte, aber begrenzte Verwendung von internationalen Gutschriften

Seit 2008 können Anlagen internationale Emissionsreduktionsgutschriften, die über die flexiblen Mechanismen des Kyoto-Protokolls1 generiert werden, abgeben, um einen Teil ihrer Emissionen damit auszugleichen. 2009 machten CER 4,1 % aller abgegebenen Einheiten aus. Davon stammten 52 % aus China, 21 % aus Indien, 14 % aus Südkorea und 9 % aus Brasilien. Die restlichen 4 % entfielen auf 19 weitere Ursprungsländer.

EUR machten lediglich 0,17 % aller abgegebenen Einheiten aus. Die seit 2008 verwendeten CER und ERU zusammen stellen lediglich rund 12 % der etwa 1,4 Mrd. Gutschriften dar, die in der Handelsperiode 2008-2012 verwendet werden dürfen.

Insgesamt abgegebene Einheiten für Emissionen von 2009

1 923 221 174

100,0 %

CER und ERU

81 975 108

4,3 %

Kostenfrei zugeteilte oder ersteigerte Zertifikate

1 841 246 066

95,7 %

Hintergrund

Die zweite Handelsperiode im Rahmen des EU-EHS begann am 1. Januar 2008, läuft fünf Jahre und endet am 31. Dezember 2012. Dieser Zeitraum deckt sich mit dem Zeitraum, in dem die Industrieländer ihre Emissionsziele aus dem Kyoto-Protokoll erreichen müssen. Das EU-EHS wird für die dritte Handelsperiode, die am 1. Januar 2013 beginnt und bis 2020 läuft, in wesentlichen Punkten überarbeitet. Die Rechtsvorschriften zur Änderung der Emissionshandelsrichtlinie wurden am 23. April 2009 als Teil des Klima- und Energiepakets der EU verabschiedet (IP/09/628).

Im Rahmen des EU-EHS müssen Anlagen den Registern der Mitgliedstaaten für jedes Jahr ihre geprüften Emissionen übermitteln. Für 2009 wurden diese Daten am 1. April 2010 über die unabhängige Transaktionsprotokolliereinrichtung der Gemein­schaft (CITL) veröffentlicht. Ab 15. Mai zeigt das CITL auch Daten über die Einhaltung der Verpflichtungen an, aus denen hervorgeht, ob die Anlagen wie vorgeschrieben eine den geprüften Emissionen des Vorjahres entsprechende Zahl von Zertifikaten abgegeben haben.

Weitere Informationen:

CITL-Homepage: http://ec.europa.eu/environment/ets/

Homepage „Register“ der GD Klimapolitik auf EUROPA:

http://ec.europa.eu/environment/climat/emission/citl_en.htm

Das überarbeitete EHS und häufig gestellte Fragen:

http://ec.europa.eu/environment/climat/emission/ets_post2012_en.htm

Anhang

MS

Zuteilung

Geprüfte Emissionen (1)

Jahr 2008

Jahr 2009

Jahr 2008

Jahr 2009

Zahl von Anlagen

Österreich

30 151 582

31 864 806

32 003 648

27 283 950

222

Belgien

55 384 483

56 797 576

55 463 954

46 206 938

357

Bulgarien

38 300 672

40 578 499

38 300 733

31 997 215

141

Zypern(2)

4 815 089

4 815 090

5 576 646

84 286

13

Tschechische Republik

85 559 188

85 902 427

80 400 465

73 757 440

421

Deutschland

388 770 697

392 298 971

472 662 443

428 180 008

1971

Dänemark

23 983 428

23 912 314

26 545 260

25 461 030

403

Estland

11 678 257

11 855 527

13 540 891

10 322 875

54

Spanien

154 049 240

150 990 564

163 455 464

136 931 407

1108

Finnland

36 530 616

37 071 449

36 163 675

34 289 536

649

Frankreich

129 568 044

128 665 409

124 083 131

111 072 187

1122

Vereinigtes Königreich

214 273 292

217 028 432

265 064 061

231 936 035

1125

Griechenland

63 685 092

63 246 705

69 853 893

63 661 572

157

Ungarn

25 044 006

23 917 066

27 236 610

22 401 259

265

Irland

19 971 011

19 971 563

20 381 722

17 215 223

122

Italien

211 752 175

203 972 455

220 661 994

184 799 623

1124

Liechtenstein(2)

21 102

19 497

19 883

13 379

2

Litauen

7 509 636

7 573 712

6 103 720

5 786 742

114

Luxemburg

2 488 229

2 488 229

2 098 895

2 181 694

15

Lettland

2 938 649

3 532 491

2 742 918

2 489 797

112

Malta

2 107 837

2 121 453

2 018 585

1 897 113

2

Niederlande

76 756 732

83 834 170

83 510 582

81 069 057

437

Norwegen

7 529 474

7 957 234

19 342 244

19 216 690

115

Polen

200 957 640

200 957 640

204 107 419

190 970 170

932

Portugal

30 496 609

30 505 835

29 930 079

28 260 550

278

Rumänien

71 582 795

73 711 219

64 068 627

48 597 209

262

Schweden

20 774 672

21 104 158

20 068 615

17 480 399

802

Slowenien

8 214 360

8 216 051

8 860 105

8 067 023

100

Slowakei

32 166 094

32 476 719

25 336 706

21 595 209

197

INSGESAMT

1 957 060 701

1 967 387 261

2 119 602 968

1 873 225 616

12622

(1) Geprüfte Emissionen für alle Anlagen mit offenen oder geschlossenen Konten im CITL (d. h. auch neue Marktteilnehmer und geschlossene Anlagen). Da dem CITL fortlaufend Informationen zugehen (einschließlich Berichtigungen von geprüften Emissionen, neue Marktteilnehmer und Schließungen), könnten nach dem 30. April durchgeführte Aggregierungen zu einem anderen Ergebnis führen.

(2) Die geprüften Emissionen von 2009 für Zypern sind unvollständig und sollten nicht als Vergleichsgrundlage verwendet werden.

1 :

Über den Clean Development Mechanism (Mechanismus für umweltverträgliche Entwicklung) werden als „Zertifizierte Emissionsreduktionen“ (Certified Emission Reductions - CER) bezeichnete Gutschriften generiert; Gutschriften aus dem Joint Implementation Mechanism (Verfahren zur gemeinsamen Durchführung von Klimaschutzprojekten) heißen „Emissionsreduktionseinheiten“ (Emission Reduction Units - ERU). Siehe http://ec.europa.eu/environment/climat/emission/linking_en.htm


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